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Interview / Archiv | Beitrag vom 29.02.2016

DebatteFormiert sich eine neue APO von rechts?

Wolfgang Kraushaar im Gespräch mit Katja Schlesinger und Frank Meyer

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Der Politologe und Sozialforscher Wolfgang Kraushaar, aufgenommen am 26.08.2013 in seinem Büro in Hamburg. (Sven Hoppe  /dpa)
Politologe Wolfgang Kraushaar: Die APO hatte eine hohe politische Moral (Sven Hoppe /dpa)

Ist die Pegida-Bewegung eine APO von rechts? Der Journalist Max Thomas Mehr denkt in diese Richtung. Der Historiker Wolfgang Kraushaar widerspricht: Es sei wichtiger, auf die Unterschiede von Pegida und APO zu schauen als auf vermeintliche Gemeinsamkeiten.

Wer die Rechtspopulisten aus der Diskussion ausschließt, riskiert eine neue außerparlamentarische Opposition von rechts, hat der Journalist Max Thomas Mehr in seinem Politischen Feuilleton gewarnt. Der Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele kann hingegen überhaupt keine Ähnlichkeiten zwischen Pegida und der ehemaligen linksalternativen APO der 1960er und 70er Jahre erkennen. Und auch der Politikwissenschaftler Wolfgang Kraushaar sieht wenig Parallelen: Es sei unbestreitbar, dass beides außerparlamentarische Bewegungen seien und jeweils eine Große Koalition regiere. Damit erschöpften sich dann aber auch schon die Ähnlichkeiten.

Es sei wichtiger, auf die Unterschiede der beiden Bewegungen zu blicken, sagte er im Deutschlandradio Kultur. So könne man der APO nicht abstreiten, dass sie von einer hohen politischen Moral geprägt gewesen sei. Bei Pegida sei hingegen ein "Affektüberschuss" in Gange, der sich gegen Schwächere, die Flüchtlinge, richte. "Wir haben es bei Pegida mit einer rechtspopulistischen Bewegung zu tun", sagte Kraushaar. Niemand würde auf die Idee kommen, die APO als linkspopulistisch zu bezeichnen.

Mehr zum Thema

Pegida - Ströbele will reden
(Deutschlandradio Kultur, Interview, 29.02.2016)

Flüchtlingspolitik - Entsteht eine rechte APO?
(Deutschlandradio Kultur, Politisches Feuilleton, 29.02.2016)

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