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Filme der Woche / Archiv | Beitrag vom 28.10.2009

"Zuhause ist der Zauber los"

Hans-Ulrich Pönack über eine Familienkomödie

Eddy Murphy spielt in diesem Film einen ehrgeizigen Investmentbanker. Von den imaginären Feen und Prinzessinnen seiner kleinen Tochter erhält er die richtigen Börsenprognosen, mit denen er seinen Konkurrenten aus dem Feld schlagen kann.

USA 2009, Regie: Karey Kirkpatrick, Hauptdarsteller: Eddie Murphy, Yara Shahidi,
Nicole Ari Parker, ohne Altersbeschränkung, 107 Minuten


"Zuhause ist der Zauber los" ist das Spielfilm-Debüt des 44-jährigen Drehbuch-Autors ("Die Geheimnisse der Spiderwicks", "James und der Riesenpfirsich") und Trickfilmregisseurs ("Ab durch die Hecke"). Er versucht hier vergeblich, den 48-jährigen Komiker und Schauspieler Eddie Murphy zurück in die "komischen Spuren" zu führen. Murphy, 1982 furios mit "Nur 48 Stunden" gestartet, als "Beverly Hills Cop" gleich drei Mal erfolgreich (1984/1987/1994) und in Komödien wie "Der verrückte Professor" (1996) und "Dr. Dolittle" (1998) lachstark war, war zuletzt einmal mehr vor allem "sprachlich" auf der Höhe: Als Synchronsprecher des frechen Esels in den drei "Shrek"-Animationsfilmen (2001/2004/2007). Zudem wurde er 2007 mit dem "Golden Globe" ausgezeichnet sowie mit einer "Oscar"-Nominierung bedacht als "Bester Nebendarsteller" im Motown-Movie "Dreamgirls". Doch danach ramponierte Murphy seinen Ruhm gründlich mit den Spielfilm-Flops "Norbit" (2008 gleich dreifache Rekord-Auszeichnung mit der "Goldenen Himbeere", darunter auch als "Schlechteste Schauspielerin"!) mit "Mensch, Dave" (2008/auch totaler Misserfolg an den US-Kinokassen) und jetzt auch mit "Zuhause ist der Zauber los", der im Original "Imagine That" heißt (also "Stell dir das vor").

Darin spielt Murphy einen ehrgeizigen Investmentbanker namens Evan Danielson. Der hat zu tun bis zum Abwinken, klar, die gierige Dauer-Gier, sodass die Ehe kaputt ist und die Beziehung zur siebenjährigen Tochter Olivia auch zu kippen droht. Doch dann wird "deren Macke" zu seinem Erfolg: Olivia besitzt nämlich eine alte Schmusedecke, mit bzw. unter der sie redet mit imaginären Feen und Prinzessinnen. Und weil DIE für Papa "die richtigen Börsenprognosen" haben, wird auch Daddy, nach vielem Zweifeln und einigem Misstrauensgetue, schließlich auch zum Stoff-Fan und kann seinen esoterisch angehauchten, ehrgeizigen Firmen-Konkurrenten, im Nebenberuf auch eine Art Guru-Rothaut mit "ganz sicheren, gewinnstarken indianischen Investitionsempfehlungen", aus dem Beförderungsfeld schlagen. Money und Karriere scheinen gebongt ...

Ein Blödsinn von Blödsinn. Schön doof, zapplig, deppert, an den zerquatschten Haaren herbeigezogen, mit ohne Schwung, Spaß und Pep. Ein vorhersehbarer Pointen-Krampf, als Humor-Ödnis langweilig zelebriert, im Grunde – gedanklich, spielerisch – eben doch auf den schnellen Dollar-Business-Lust-Erfolg setzend, egal wie, dann aber zum kitschigen Kintopp-Rührstück-Familienschmalz zurückratternd. Motto: Disney grüßt brav und traditionell. Heim und Family als wahrer amerikanischer Wert. Eine dämliche Kiste. Mit stereotypem Personal, dem faden Grimassenbrei Murphys und ein paar hübschen Coverversionen von den Beatles. Mit Thomas Haden Church ("Sideways"/"Oscar"-Nominierung) als spinnerter Chaoten-Widersacher von Murphy, mit der naseweisen Yara Shahidi als aufdringliche kleine Nervensäge (Achtung: Kleine Kinder-Darsteller sind nicht immer "automatisch nett") und eben dem Nadelstreifen-Tölpel Murphy, der bemitleidenswert dürftig herumwuselt. Und dabei armselige Albernheiten vorführt. "Zuhause ist der Zauber los" ist eine völlig unkomische, peinliche Komödie.


Filmhomepage "Zuhause ist der Zauber los"

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