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Fazit / Archiv | Beitrag vom 19.01.2011

"Woher weißt du, dass es Liebe ist?"

Hans-Ulrich Pönack über einen Beziehungsstreifen mit begrenzter Haltbarkeit

Geschäftsmann oder schöner Basketballer: Die von Reese Whitherspoon gespielte Lisa muss sich entscheiden, wer besser zu ihr passt. Der Film gerät - trotz witziger Verbal-Duelle - zum Ende hin eher lahm.

"Woher weißt du, dass es Liebe ist?" lautet im Original schlicht "How Do You Know" und stammt von einem der erfolgreichsten amerikanischen Produzenten, Drehbuch-Autoren und Regisseure: James L. Brooks. Der zwar – seit seinem Spielfilm-Erstling 1983 – "lediglich" fünf Kinofilme selber hergestellt hat. Die aber bekamen immerhin acht Oscar-Nominierungen. Drei Oscars hat er gleich bei seinem Debüt gewonnen, sowie insgesamt 19 "Emmys", den US-TV-Oscar.

Denn der 1940 in New Jersey geborene James L. Brooks hat als Produzent so erfolgreiche (und auch bei uns populär gewordene) TV-Serien wie "Lou Grant" (1977-1982), "Taxi" (1978-1982; mit Danny De Vito) und "Die Simpsons" (seit 1989) mit-entwickelt und mit-verantwortet.

Seine bislang erfolgreichen Kinofilme sind: "Zeit der Zärtlichkeit" (1983); "Nachrichtenfieber – Broadcast News" (1987); "Geht´s hier nach Hollywood?" (1987) sowie "Besser geht´s nicht", seinem Meisterstück von 1997, mit Helen Hunt und Jack Nicholson (die beide den Oscar einheimsten), sowie die (leider viel zu unterschätzte) Adam-Sandler-Komödie "Spanglish" (2004).

In "Woher weißt du….." menschelt es einmal mehr: Zwischen Lisa, George und Matty. Die 30-jährige Softball-Profifrau Lisa (Reese Whiterspoon) wurde soeben vom Coach aus dem Team geschmissen, zu alt.

Geschäftsmann George (Paul Rudd) hat in der Firma seines Vaters wegen dubioser Geschäfte Anderer eine Klage am Hals, die ihm selbigen brechen kann. Denn sein Vater (Jack Nicholson) hält sich aus allem raus, obwohl er offensichtlich im Betrieb eifrig "mitgemischt" und zur Destabilisierung mit beigetragen hat, und ist offensichtlich sogar bereit, ihn gegebenenfalls "zu opfern". Außerdem hat ihn gerade seine Freundin "auf Probe" verlassen.

Basketball-As Matty dagegen, ein blonder Schönling mit Geradeaus-Clown-Charme (Owen Wilson), fühlt sich auf der Sonnenseite des Lebens pudelwohl und macht Lisa offene Avancen. Sie muß nun "probieren", mit wem am besten und überhaupt.

Mit feinen wortwitzigen Verbal-Duellen als lockerem Anfangsvergnügen. Mit schwungvollen Versuchs-Gefühlen. Doch je länger es dauert, desto mehr neigt dieser Mix aus Liebelei-Reigen, Sohn-Vater-Chose (bzw. umgekehrt) und allgemeiner Lebens-Fummelei zur Behäbig- und Beliebigkeit. Entwickelt sich zu einer lahmen Was Soll´s-Denn-Überhaupt-Posse.

Mit seinem neuesten Werk hat sich der 70-jährige James L. Brooks erstmals ziemlich verhaspelt. Obwohl er sich seinen Lieblingsstar Jack Nicholson wieder "leisten" konnte, in einem Nebenpart, kommt "der Beziehungstrubel" nie richtig in Schwung. Brooks kriegt "die Generationen" nie in den komischen Griff. Ist letztlich viel zu geschwätzig und verworren.

Nur in der ersten Stunde halbwegs pointiert-schmackhaft-witzig. Zum Schmunzeln, Lächeln, Etwas-Lachen. Danach "strampeln" seine drei Hauptfiguren nur noch in ihrem beziehungsreichen Geflecht, das weder anmacht noch fetzt. Sondern so dahinplärrt. Und -plätschert. Weil weder die Figuren noch die Story passabel zueinander passen.

Das 34-jährige Oscar-Mädel" Reese Whitherspoon (die June Carter-Cash in "Walk The Line"), die wie ein gut gebräuntes, sympathisch-verunsichertes Schulgirl auftritt, ist ein niedliches Kraftpaket. Partner Paul Rudd ("Dinner für Spinner") passt nicht zu ihr, dümpelt nett und unauffällig herum, bewegt emotional wenig; während der gute alte Nicholson-Jack mattes altväterliches Zeugs redet und manchmal die bekannten Beißerchen fletscht. Na ja.

Diese neue James L. Brooks-Komödie ist von nur begrenzter Haltbarkeitsunterhaltungsdauer.

USA 2010; Regie: james L. Brooks; Darsteller: Reese Witherspoon, Paul Rudd, Owen Wilson, Jack Nicholson; Länge: 120 Minuten

Filmhomepage

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