Seit 09:07 Uhr Im Gespräch
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 09:07 Uhr Im Gespräch
 
 

Thema / Archiv | Beitrag vom 20.12.2007

"Wissenschaft findet auf Englisch statt"

Mainzer Philosoph beklagt mangelnde Flexibilität für interdisziplinäre Forschung

Schreibmaschine mit englischer Tastatur (Stock.XCHNG / Erik Dungan)
Schreibmaschine mit englischer Tastatur (Stock.XCHNG / Erik Dungan)

Nach Ansicht des Mainzer Philosophieprofessors Thomas Metzinger könnten Teile der deutschen Geisteswissenschaften zu "Globalisierungsverlierern" werden. Dieses Problem beträfe alle Teile der Geisteswissenschaften, die sich nach wie vor weigerten, in der Forschungssprache Englisch zu lesen oder zu publizieren, sagte Metzinger am Donnerstag im Deutschlandradio Kultur.

Wer sich der internationalen Forschungsfront nicht stelle, bringe die Disziplin in Gefahr, kritisierte Metzinger vor dem Hintergrund des zu Ende gehenden "Jahres der Geisteswissenschaften": "Man sollte keine Provinzialität kultivieren. Ich glaube, das ist letztlich die Vergangenheit. Wissenschaft findet auf Englisch statt und in einem globalen Diskussionszusammenhang." So seien beispielsweise deutschsprachige Fachzeitzeitschriften im Bereich Philosophie irrelevant: "Sie werden zu so etwas wie Archivierungsorganen für Leute, die da einfach Arbeiten ablegen wollen. Aber niemand liest das mehr."

Ferner beklagte Metzinger die mangelnde Flexibilität der Lehre und der Stellenpolitik an deutschen Universitäten für interdisziplinäre Forschungsbereiche von Geistes- und Naturwissenschaften. Das würde auch zu einer Abwanderung vieler habilitierter Wissenschaftler ins Ausland führen, wo es für sie "vorgezeichnete Karrierewege" gäbe. In Deutschland dauere es sehr viel länger, bis sich neue Forschungsgebiete im System durchsetzen könnten.

Sie können das vollständige Gespräch mindestens bis zum 20.5.08 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Player nachhören.

Thema

Karl der GroßeKunstsinniger Barbar
Eine Figur Karls des Großen steht am 16.06.2014 in Aachen (Nordrhein-Westfalen) im Centre Charlemagne. Die Ausstellung "Karl der Große, Macht, Kunst, Schätze" ist vom 20.06.2014 bis zum 21.09.2014 in Aachen zu sehen.  (picture alliance / dpa / Oliver Berg)

Er war einer der Gründungsväter Europas: Karl der Große hat die karolingische Renaissance eingeleitet. Eigentlich sei es ihm aber nur um die Legitimierung seiner Macht gegangen, meint Kunsthistoriker Michael Imhof. Mehr

DDR-GeschichteSieg über den Ort des Grauens
Der ehemalige politische Gefangene Gilbert Furian in einer Gefängniszelle der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus vom Verein Menschenrechtszentrum in Cottbus (Brandenburg). (picture alliance / dpa / Patrick Pleul)

Weil er in der DDR Interviews mit Punks publizierte, kam Gilbert Furian in den Cottbuser Knast. In der heutigen Gedenkstätte wird er nun in der Oper "Fidelio" mitsingen - um einen "großen Rucksack Bitterkeit" erleichtert.Mehr

Agenturfotos"Das ist sicher ein Aufbruch"
Sheryl Sandberg, Geschäftsführerin des US-amerikanischen Internetkonzerns Facebook  (picture alliance / dpa / Foto: Jean-Christophe Bott)

Die Karrierefrau, die am Schreibtisch sitzt, oder das schamlose Zeigen von Terroropfern in Afrika - Sheryl Sandberg von Facebook und Pam Grossman von der Bildagentur Getty Image wollen solchen Klischeefotos etwas entgegensetzen. Sie haben die Datenbank "Lean In Collection" gegründet. Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur