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Thema / Archiv | Beitrag vom 28.07.2008

"Wir tun, was von uns erwartet wird"

US-Psychologe Zimbardo: Jeweilige Situation entscheidet über grausames Verhalten

Beim Stanford-Experiment mutierten Studenten zu grausamen Gefängniswärtern. (AP)
Beim Stanford-Experiment mutierten Studenten zu grausamen Gefängniswärtern. (AP)

Für den amerikanischen Psychologen Philip Zimbardo wird grausames Verhalten hauptsächlich von äußeren Bedingungen verursacht. "Wir haben alle psychologische Muster in uns für das Gute und das Böse", erklärte Zimbardo. Der Schlüssel hierfür sei die Situation, in der ein Mensch sich befinde.

Meistens habe man hier nicht die Wahl und erfülle Regeln und Rollen, sagte Zimbardo im Deutschlandradio Kultur. "Wir tun das, was von uns erwartet wird", sagte Zimbardo. Niemand wolle in Schwierigkeiten mit der Obrigkeit geraten.

Als Leiter des Stanford Prison Experiments in den 70er-Jahren habe er sich vom Forscher in einen Gefängnisdirektor verwandelt, gestand Zimbardo ein. Das Leiden der Gefangenen sei ihm gleichgültig geworden. Bei dem Experiment ließ er Studenten Wärter und Gefangene spielen. Der Versuch musste abgebrochen werden, weil die Studenten ihre Rollen zu ernst nahmen.

In bestimmten Situationen können Menschen nach Zimbardos Ansicht von normalem zu pathologischem Verhalten wechseln. Wenn man sie in ihre gewohnte Umgebung zurückkehren ließe, könnten sie wieder wie vorher sein.

Das vollständige Interview mit Philip Zimbardo können Sie mindestens bis zum 28. Dezember 2008 in unserem Audio-on-demand-Angebot nachhören. (MP3-Audio)

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