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Fazit / Archiv | Beitrag vom 13.02.2012

"Wenn Stille Raum bekommt"

Die Schauspielerin Martina Gedeck und der Regisseur Julian Roman Pölsler über ihren Film "Die Wand"

Martina Gedeck - Hauptdarstellerin in "Die Wand" (picture alliance / dpa - Sebastian Kahnert)
Martina Gedeck - Hauptdarstellerin in "Die Wand" (picture alliance / dpa - Sebastian Kahnert)

Auf der 62. Berlinale läuft in der Sektion "Panorma Spezial" ein ungewöhnlicher Film mit dem Titel "Die Wand". Er zeigt eine Frau, die sich in einem Bergurlaub plötzlich hinter einer unsichtbaren Wand wiederfindet und damit den Kontakt zur Außenwelt verliert.

Die Urlaubsstimmung ist schnell dahin, als die Hauptfigur des Films "Die Wand" in der Idylle ihres Bergurlaubs feststellt, dass eine unsichtbare Wand sie von der Außenwelt abschneidet. Sie ist allein mit einem Hund und anderen Tieren, und außerhalb dieser Wand erscheint die reale Welt wie eingefroren und erstarrt.

Als Vorlage diente dem Regisseur Julian Roman Pölsler der gleichnamige Roman von Marlen Haushofer aus dem Jahr 1963. Im Deutschlandradio Kultur sagte Pölsler:

"Meine größte Intention war ja, mit der Verfilmung eine Plattform zu schaffen für einen der meiner Meinung nach bedeutendsten Texte der deutschen Literatur."

Mit Martina Gedeck hat der Film eine Hauptdarstellerin, die den Zuschauer regelrecht mit hineinzieht in die beängstigende Stimmung, in der sie sich selbst zunehmend befindet. Die größte Herausforderung, so Gedeck, habe darin bestanden, sich auf die Tiere einzustellen, die im Buch wie im Film eine sehr wichtige Rolle spielen:

"Es war ganz im Gegenteil stärker oder intensiver vielleicht sogar als mit Kollegen, weil die Kollegen sind doch oft für sich auch und machen die Dinge mit sich selbst ab. Das ist beim Tier nicht so, ich musste dem Tier folgen, mich auf das Tier einstellen, aber dann kam auch von den Tieren ganz viel an Reaktionen, an Nähe und Verbundenheit. Und es gibt nun mal im Film Szenen, und die kamen auch recht bald, wo so etwas wie ein Liebesaustausch stattfindet zwischen dem Hund und mir oder der Kuh und mir, [...] und das ist dann eben nicht verlogen, es ist eben nicht gespielt, es ist dann Wirklichkeit, und dadurch bin ich auch in die Wirklichkeit hinein katapultiert worden, viel stärker als in einem sonstigen Spiel, wo man doch auch mit der Verstellung umgeht."

Eine weitere Besonderheit des Films besteht laut Gedeck und Pölsler in der Abwesenheit von Sprache. Wie Pölsler sagte, war es ihm sehr wichtig, dass die Stille ihren Raum bekommt:

"Wenn Stille Raum bekommt, ist das immer etwas sehr Schönes."

Das vollständige Gespräch können Sie mindestens bis zum 13.8.2012 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Player nachhören.

Kulturpresseschau

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