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Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 08.12.2012

Wenn die Bienen sterben

Gäste: Regisseur Markus Imhoof und Werner von der Ohe vom Institut für Bienenkunde in Celle

Moderation: Stephan Karkowsky

Wie real ist die Gefahr eines Bienensterbens wirklich?
Wie real ist die Gefahr eines Bienensterbens wirklich? (AP)

Sie sind unser drittwichtigstes Nutztier, ohne ihre Bestäubung gäbe es kaum Gemüse oder Obst: die Bienen. Doch in den letzten Jahren mehren sich die Nachrichten über ein weltweites Bienensterben. Die Bienenvölker in Europa und den USA sind in bis zu 30 Prozent zurückgegangen. "Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben", soll Albert Einstein einst gesagt haben.

Kein Grund zur Besorgnis?

"Es wäre sehr langweilig auf unseren Tellern ohne Bienen", sagt Markus Imhoof. "Es gäbe kein Gemüse, keine Früchte, auch das Fleisch wäre zum Teil nicht mehr da, weil auch der Klee von Bienen bestäubt wird. Bäume und Blumen gäbe es nicht mehr. Es wäre eine schwarz-weiße Welt."

Der Schweizer Filmregisseur und Hobbyimker geht dem weltweiten Bienensterben in seinem bemerkenswerten Dokumentarfilm "More than honey" nach, der derzeit in den Kinos läuft. Er zeigt die Extreme der Imkerei: Einen alten Schweizer Bergbauern, der seine Bienenvölker noch so naturnah hält wie vor 100 Jahren – und gerade deshalb seine Bienen an Schädlinge verliert und töten muss.

Auf der anderen Seite begleitet Imhoof einen US-amerikanischen Großimker, der 15.000 Bienenvölker mit riesigen Trucks Tausende von Kilometern durchs Land fährt, von Monokultur zu Monokultur. Eine gigantische Bestäubungsmaschinerie, die ohne den Einsatz von Antibiotika nicht funktionieren würde.

Wir erleben die Zukunft ohne Bienen: Da in Teilen Chinas die Bienen bereits verschwunden sind, werden die Blüten dort von Heerscharen von menschlichen Wanderarbeitern per Hand bestäubt, Blüte für Blüte mit Wattestäbchen. Und eine mögliche zukünftige, robustere Bienenart: Die weitaus aggressiveren "Killerbienen".

Wie kann man das Bienensterben verhindern?

Dieser Frage geht auch Dr. Werner von der Ohe nach. Der Wissenschaftler leitet das Institut für Bienenkunde in Celle. Hier werden nicht nur Berufs- und Hobbyimker ausgebildet, die Mitarbeiter forschen auch an den Bedrohungen, die den Bienen zusetzen: Der aus Asien eingewanderten Milbe "Varroa destructor", der "amerikanischen Faulbrut", denen die meisten Völker weltweit zum Opfer fallen.
Trotz der Verluste – die auch durch harte Winter hervorgerufen werden - warnt Werner von der Ohe aber vor Alarmismus:

"Ein Wegfall der Honigbiene wäre ein Verlust, der nicht zu ersetzen wäre. Allerdings bezweifle ich, dass die Bienenvölker komplett verschwinden werden, denn selbst wenn wir von Verlusten von durchschnittlich 25 Prozent deutschlandweit sprechen wie im vergangenen Winter, heißt das gleichzeitig, dass 75 Prozent der Bienen überlebt haben. Aus diesen 75 Prozent lassen sich in einem Jahr ja wiederum neue Bienenvölker aufbauen."

Wenn die Bienen sterben ...

Darüber diskutiert Stephan Karkowsky heute von 9 Uhr 05 bis 11 Uhr mit Markus Imhoof und Werner von der Ohe. Hörerinnen und Hörer können sich beteiligen unter der Telefonnummer 00800 2254 2254 oder per E-Mail unter gespraech@dradio.de.

Informationen im Internet:

Über Markus Imhoof

Über das Institut für Bienenkunde in Celle