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Interview / Archiv | Beitrag vom 19.06.2010

Walexperte Homes: Walen droht das Aussterben

WWF lehnt Kompromissvorschlag der Internationalen Walfangkommission ab

Volker Homes im Gespräch

Wale haben keine Zukunft, befürchtet der Experte des WWF. (Stock.XCHNG / René te Witt)
Wale haben keine Zukunft, befürchtet der Experte des WWF. (Stock.XCHNG / René te Witt)

Vor der Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) hat die Naturschutzorganisation WWF den neuen Kompromissvorschlag für eine künftige Regelung des globalen Walfangs abgelehnt.

Zwar sei zu begrüßen, dass sich die IWC mit ihrem Vorschlag überhaupt dem Thema des Walschutzes wieder annähere, sagte der WWF-Walexperte Volker Homes am Samstag im Deutschlandradio Kultur. Da der Kompromiss aber die Jagd bedrohter Walarten und sogar die Jagd in Schutzgebieten zulasse, könne der Vorschlag derzeit "auf keinen Fall" angenommen werden.

Der Walschützer erklärte, dass die IWC vor allem auch die neuen Bedrohungen berücksichtigen müsse: "Der Klimawandel wird ganze Lebensräume verändern und wahrscheinlich Nahrungsketten beeinflussen." Auch durch Zusammenstöße von Walen und Schiffen würden viele Tiere sterben: "Wenn wir da das Ruder nicht rum reißen, dann werden wir sogar Wale-Aussterben haben."

Homes forderte auch das Ende des angeblich wissenschaftlichen Walfangs einiger Länder wie Japan: "Das ist ja wirklich nur ein vorgeschobenes Argument der Japaner. Dieses Schlupfloch endgültig zu stopfen, das fehlt uns ganz klar und deswegen können wir den Kompromissvorschlag, wie er im Moment auf dem Tisch liegt, auf keinen Fall unterschreiben."

An die Drohung Japans, aus der IWC auszutreten, glaubt Homes nicht: "Das ist wieder ein Säbelrasseln." Im Vorfeld der Jahrestagung versuche jede Seite, ihre "Maximalposition" in der Öffentlichkeit darzustellen. Homes lehnte allerdings auch einen Boykott der IWC durch die Walschutzbefürworter ab: "Damit ist keinem geholfen, wenn man sich jetzt seine eigenen Wege sucht."

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