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Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsViele Meinungen zum "Zeugenhaus"
Die Schauspieler Gisela Schneeberger, Edgar Selge, Iris Berben, Udo Samel und Jeff Burrell präsentieren den ZDF-Film "Das Zeugenhaus", der am 24. November ausgestrahlt wird.

Eine "scharfsichtige filmische Diagnose" zur Nachkriegszeit hat die NZZ gesehen. Ganz anders, nämlich als "quälend" erlebte die FAZ den prominent besetzten ZDF-Film "Das Zeugenhaus" nach einer wahren Geschichte, in dem KZ-Überlebende mit Nazis frühstücken. Mehr

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Fazit

"Rimini Protokoll"Hitzewelle auf der Hinterbühne
Die Umweltexperten Florian Rauser, Satya Bhowmik, Schirin Fahti, Kenneth Gbandi, Sabine Hain, Bernd Hezel und Ana Soliz Landivar Stange (l-r) agieren am 18.11.2014 in Hamburg auf der Fotoprobe von "Welt-Klimakonferenz". Das Projekt von Rimini Protokoll, bei dem die Zuschauer die Rollen der Teilnehmer einer internationalen Klimakonferenz übernehmen, feiert seine Uraufführung am 21.11.2014 am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. Foto: Markus Scholz

"Rimini Protokoll" gab mit der "Welt-Klimakonferenz" in Hamburg eine große Rollenspiel-Party, die zumindest anfangs sehr faszinierte. Wer sich einen Abend wie ein engagierter Delegierter gefühlt hat, wird die echten Klima-Verhandlungen künftig mit ganz anderen Augen sehen.Mehr

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Fazit / Archiv | Beitrag vom 30.05.2012

Versailles mit den Augen einer Vorleserin

Neu im Kino: "Leb wohl, meine Königin" von Benoit Jacquot

Von Anke Leweke

Diane Kruger (r.) als Marie-Antoinette und Virginie Ledoyen als Gabrielle de Polignac in einer Szene des Kinofilms "Leb wohl, meine Königin!"
Diane Kruger (r.) als Marie-Antoinette und Virginie Ledoyen als Gabrielle de Polignac in einer Szene des Kinofilms "Leb wohl, meine Königin!" (picture alliance / dpa)

Die Französische Revolution aus Sicht der königlichen Dienstboten: Langsam dringen Nachrichten in den Palast, dass Volk begehre gegen seinen König auf. Benoit Jacquot zeigt nebenbei die Machtstruktur am Hofe: Die einzige Währung ist die Gunst der Königin.

Schon häufiger waren wir auf der Leinwand in Versailles zu Gast. Doch selten haben wir das höfische Leben aus der Perspektive der Dienerschaft erlebt. Bei Jacquot steht die Vorleserin Marie Antoinettes im Mittelpunkt. Zu Beginn des Films scheint die Welt noch in Ordnung, doch peu á peu dringen ungeheuerliche Nachrichten in die Gemächer.

Das Volk begehrt gegen seinen König auf, die Bastille wird gestürmt. Die Königin findet ihren Namen auf der Todesliste der Revolutionäre wieder. Gemeinsam mit ihrer Vorleserin und ihrer geliebten Freundin Gabrielle de Polignac schmiedet sie einen Plan.

Diese Geschichte nutzt Jacquot, um einen Blick hinter die Kulissen von Versailles zu werfen, das rigide Machtgefüge zu hinterfragen, sich den Menschen hinter dem Kostüm zu nähern. "Leb wohl, meine Königin" ist kein opulenter Kostümfilm, sondern einer, der versucht, die Textur einer Epoche zu erfassen.

In aller Beiläufigkeit fängt Jacquot die nicht sonderlich hygienischen Lebensverhältnisse in Versailles ein, zeigt die Krätze an den Armen der Diener. die Ratten in den Gängen. Und er zeigt, dass die einzige Währung am Hof die Gunst der Königin ist.

Darsteller: Lea Seydoux, Diane Krüger, Virginie Ledoyen; Frankreich 2012, 100 Minuten

Weitere Informationen:
Filmhomepage "Lebe wohl, meine Königin"

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"Leb wohl meine Königin"

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Filmhomepage "Lebe wohl, meine Königin"