Fazit / Archiv /

Versailles mit den Augen einer Vorleserin

Neu im Kino: "Leb wohl, meine Königin" von Benoit Jacquot

Von Anke Leweke

Diane Kruger (r.) als Marie-Antoinette und Virginie Ledoyen als Gabrielle de Polignac in einer Szene des Kinofilms "Leb wohl, meine Königin!"
Diane Kruger (r.) als Marie-Antoinette und Virginie Ledoyen als Gabrielle de Polignac in einer Szene des Kinofilms "Leb wohl, meine Königin!" (picture alliance / dpa)

Die Französische Revolution aus Sicht der königlichen Dienstboten: Langsam dringen Nachrichten in den Palast, dass Volk begehre gegen seinen König auf. Benoit Jacquot zeigt nebenbei die Machtstruktur am Hofe: Die einzige Währung ist die Gunst der Königin.

Schon häufiger waren wir auf der Leinwand in Versailles zu Gast. Doch selten haben wir das höfische Leben aus der Perspektive der Dienerschaft erlebt. Bei Jacquot steht die Vorleserin Marie Antoinettes im Mittelpunkt. Zu Beginn des Films scheint die Welt noch in Ordnung, doch peu á peu dringen ungeheuerliche Nachrichten in die Gemächer.

Das Volk begehrt gegen seinen König auf, die Bastille wird gestürmt. Die Königin findet ihren Namen auf der Todesliste der Revolutionäre wieder. Gemeinsam mit ihrer Vorleserin und ihrer geliebten Freundin Gabrielle de Polignac schmiedet sie einen Plan.

Diese Geschichte nutzt Jacquot, um einen Blick hinter die Kulissen von Versailles zu werfen, das rigide Machtgefüge zu hinterfragen, sich den Menschen hinter dem Kostüm zu nähern. "Leb wohl, meine Königin" ist kein opulenter Kostümfilm, sondern einer, der versucht, die Textur einer Epoche zu erfassen.

In aller Beiläufigkeit fängt Jacquot die nicht sonderlich hygienischen Lebensverhältnisse in Versailles ein, zeigt die Krätze an den Armen der Diener. die Ratten in den Gängen. Und er zeigt, dass die einzige Währung am Hof die Gunst der Königin ist.

Darsteller: Lea Seydoux, Diane Krüger, Virginie Ledoyen; Frankreich 2012, 100 Minuten

Weitere Informationen:
Filmhomepage "Lebe wohl, meine Königin"



Mehr bei deutschlandradio.de

 

Links bei dradio.de:

"Leb wohl meine Königin"

 

Externe Links:

Filmhomepage "Lebe wohl, meine Königin"

 

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsÜber den "Volkswagen unter den Shakespeare-Zitaten"

Ein bislang unbekanntes Portrait des englischen Lyrikers William Shakespeare, das im Februar 2014 in Mainz präsentiert wurde. 

Anlässlich des 450. Geburtstages von William Shakespeare interpretiert die "Berliner Zeitung" Zitate des Dramatikers. "Sein oder Nichtsein" vergleicht sie mit einem VW. Und wie sähe dann ein Mercedes unter Zitaten aus?

 

Fazit

Auto Kult auf vier Rädern

Ford Mustang Fastback V8 auf einer Landstraße

Weil die Jugend in den 60ern in den USA viel Geld zur Verfügung hatte, entwickelten die Konstrukteure in Detroit diesen Flitzer. Später düsten sogar Steve McQueen und James Bond damit über die Leinwand.

OsterreiheWundert Euch

Bunt verzierte Ostereier hängen am 8. April 2014 an einem Forsythienstrauch.

Ostern ist für Christen das wichtigste Fest des Jahres. Der Höhepunkt der Feiertage ist die Auferstehung Jesus. Ein Wunder, das für viele Menschen einen zentralen Glaubensinhalt darstellt.

SchönheitsoperationenSchnitt ins Fleisch

Popstar Michael Jackson am 13.11.2002 vor einem Gericht im kalifornischen Santa Maria. Dort muss er sich gegen Vorwürfe von Vertragsbruch verteidigen. Der Münchner Konzertveranstalter Marcel Avram hat den «King of Pop» wegen Betrugs und Vertragsbruchs auf über 21 Millionen Dollar Schadenersatz verklagt. 

Nasen-OP, Falten wegspritzen, Fett absaugen - die Möglichkeiten der körperlichen Verschönerung sind umfangreich. Regisseurin Angela Richter hat für ihr Theaterstück auch mit Michael Jacksons ehemaligen Hausarzt gesprochen.