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Tonart | Beitrag vom 30.11.2016

Verarmte PopstarsSteuern, Kleingedrucktes und raffgierige Manager

Karl Bruckmaier im Gespräch mit Carsten Rochow

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Country-Ikone Willie Nelson: Steuerforderungen bis ans Ende des Lebens (picture alliance / dpa / Steve Pope)
Country-Ikone Willie Nelson: Steuerforderungen bis ans Ende des Lebens (picture alliance / dpa / Steve Pope)

Colonel Abrams war mal ein Popstar – nun ist er mittellos in New York gestorben. Auch Country-Ikone Willie Nelson ist eigentlich ein armer Mann. Bittere Armut trifft berühmte Musiker immer wieder: Vor allem dann, wenn sie ihre Verträge nicht genau lesen, meint der Musikjournalist Karl Bruckmaier.

In den 1980er Jahren war der Soul-Sänger Colonel Abrams ein Star – nun kam die Nachricht, dass er obdachlos in New York gestorben ist. Fans hatten zuletzt sogar noch eine Spenden-Veranstaltung organisiert, um dem auch mit einer Krankheit kämpfenden Sänger zu helfen. Auch für die Beerdigung muss nun Geld gesammelt werden.

Das Schicksal Abrams ist kein Einzelfall: Gerade in den USA gebe es "ungezählte" Beispiele von Musikern, die einst das Geld in erfolgreichen Jahren mit vollen Händen ausgegeben hätten und dann verarmt seien, sagte der Münchner Musikjournalist Karl Bruckmaier im Deutschlandradio Kultur.

Rechteverkauf für eine warme Mahlzeit

Der häufigste Grund: Steuerforderungen, die mit einigen Jahren Verzögerung bei den Stars eintreffen. So werde Willie Nelson wohl bis zum Ende seines Lebens mit seinem Bus unterwegs sein, um Steuerschulden abzutragen, sagte Bruckmaier.

Aber auch andere Musiker ruinierten sich ohne Not. Sie hätten entweder das Geschäft mit der Musik nicht beherrscht, ihre Verträge nicht genau genug gelesen oder sich auf schlechte Manager verlassen, so Bruckmaier. Gerade am Anfang der Pop- und Rockmusik verkauften Musiker auch gern ihre Rechte an den Kompositionen – manchmal nur "für eine warme Mahlzeit".

Heute schlittern Musikern auch aus strukturellen Gründen in prekäre Lebenssituationen. So sei ein Song von einem befreundeten Musiker von einem Streamingdienst eine Million Mal gespielt worden, berichtete Bruckmaier. Das Honorar: 16,87 Dollar.

Tonart

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