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Filme der Woche / Archiv | Beitrag vom 10.02.2010

"Valentinstag"

Hans-Ulrich Pönack über eine vorhersehbare Komödie mit Starbesetzung

Szene aus "Valentinstag": Jennifer Garner freut sich über die Blumen, die Ashton Kutcher bringt. (AP)
Szene aus "Valentinstag": Jennifer Garner freut sich über die Blumen, die Ashton Kutcher bringt. (AP)

Regisseur Garry Marshall kennt sich aus mit "romantischen Komödien", hat er doch selbst mit "Pretty Woman" den Klassiker des Genres vorgelegt. Der neue Film des 75-Jährigen, "Valentinstag", kommt jedoch als ziemlich ödes, langweiliges Plapper-Kino daher.

Der 75-jährige Regisseur Garry Marshall hat sich jahrelang mit "besseren" Komödien wie "Overboard – Ein Goldfisch fällt ins Wasser" (1987, mit Goldie Hawn); "Freundinnen" (1988, mit Bette Midler) oder "Frankie und Johnny" (1991, mit Michelle Pfeiffer + Al Pacino) oder "Die Braut, die sich nicht traut" (1999, mit Julia Roberts + Richard Gere) hervorgetan. Zu seinem "Glanzstück" natürlich zählt inzwischen der Klassiker "Pretty Woman" von 1990, mit dem Traumpaar Julia Roberts und Richard Gere.

In seinem neuesten Streich tummeln sich wieder zahlreiche namhafte Hollywood-Akteure wie Jessica Alba ("Sin City"); Jennifer Garner ("30 über Nacht"); "Oscar"-Preisträgerin Kathy Bates ("Misery"); Bradley Cooper ("Hangover"); "Oscar"-Preisträger Jamie Foxx ("Ray"); Ashton Kutcher ("Toy Boy"); das Niedlich-Girl Anne Hathaway ("Plötzlich Prinzessin"); Queen Latifah ("Chicago") sowie – kurz, für vielleicht jeweils 4-5 Minuten – "Oscar"-Star Julia Roberts ("Erin Brockovich") und die "Oscar"-Lady und Grand Dame des amerikanischen Kinos überhaupt, Shirley MacLaine ("Zeit der Zärtlichkeit").

Dennoch ist "Valentinstag" ein ganz und gar grauslicher, blöder "Plastik-Hollywood-Schmarren" geworden, in dem während der gesamten Zeit ununterbrochen gequatscht wird. Marke: Weitgehend unpointiertes Plapper-Kintopp vom Allerbelästigsten. Um das ewige Thema Beziehungen zwischen Mann und Frau, aber auch schon mal zwischen Mann und Mann. Aber wie das hier völlig uninspiriert, lahm, furchterregend doof gedacht, erzählt, figurenmäßig ausgebreitet wird, ist schlicht und einfach nur achselzuckend-bunt-dämlich.

Der etwas trottlig dreinschauende Ashton Kutcher mimt einen Blumenhändler; seine Freundin sieht aus wie Jessica Alba und sagt erst Ja zum Heiratsantrag und dann Nein, wie lustig; eine Presseagentin ist "Alleinkämpferin" (Jessica Biel) und möchte doch soooo gerne auch "unter die Haube" und strengt sich demzufolge lange Zeit erfolglos an; ein populärer Footballprofi (Eric Dane) outet sich als Schwuler, au weiha; die Großeltern gestehen sich das Fremdgehen von vorvorgestern (wobei es wenigstens für die charmante Shirley MacLaine eine bezaubernde Open-Air-Kino-Kurzverbeugung vor einem ihrer älteren Filme gibt), während Julia Roberts als US-Offizierin soeben von ihrem Irak-Einsatz nach Hause düst, um am Valentinstag für ihren Sohn daheim zu sein.

Undsoweiter undsofort ... und so langweilig. Eine Pusteblumenshow: Sie kriegen sich, sie kriegen sich nicht ... ; ha ha ha, man truselt herum, man palavert ödes Zeugs, alles riecht nur nach Plastik-pur, will sagen: nach uninteressanten Typen; nach ständig bemühtem Textaufsagen, läppischem, spinnertem Auf- und Abgehen auf einfältiger, bunter L.A.-Bühne, nach belanglosen Bewegungen mit konstruierten Gefühlsausbrüchen. Dieser "Valentinstag", nein danke!

USA 2010. Regie: Garry Marshall. Darsteller: Julia Roberts, Anne Hathaway, Jessica Alba, Jessica Biel, Jennifer Garner, Shirley MacLaine, Ashton Kutcher, Länge: 124 Minuten

Filmhomepage Valentinstag

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