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Urwahl der Grünen-Spitzenkandidaten nur "zweitbeste" Lösung

Bayrische Grünen-Landeschefin Theresa Schopper will keine Personaldebatten

Wer soll die Grünen in den nächsten Bundestagswahlkampf schicken?
Wer soll die Grünen in den nächsten Bundestagswahlkampf schicken? (picture alliance / dpa / Friso Gentsch)

Die Landesvorsitzende der Grünen in Bayern, Theresa Schopper, präferiert eine Entscheidung der Parteiführung über die Aufstellung des grünen Spitzenkandidaten-Duos für die Bundestagswahl 2013. Für eine endgültige Entscheidung sei aber noch Zeit.

"Ich persönlich halte eine Urwahl für die zweitbeste Wahl", sagte Grünen-Präsidiumsmitglied Schopper. Personalfragen seien eine Aufgabe des Führungspersonals und müssten auch dort geklärt werden. Die Grünen seien mit ihrer Personaldebatte auch nicht "in Verzug". Auf dem heutigen Länderrat, dem kleinen Parteitag der Grünen in Lübeck, würden lediglich die endgültigen Regeln für eine Urwahl beschlossen. Es sei nie darum gegangen, dort konkrete Personalfragen zu verabschieden. "Das hätten viele gern gehabt, dass wir da ein bisschen personelle Zuspitzung machen, aber den Gefallen haben wir niemand gemacht."

Schopper plädierte weiter dafür, Personalfragen nicht zu überhasten, auch wenn Claudia Roth, Jürgen Trittin sowie der Vorsitzende des Ortsverbandes Waiblingen in Baden-Württemberg, Werner Winkler, bereits ihre Bereitschaft zur Kandidatur bekannt gegeben hätten. "Wenn sich selber jemand mit in den Topf wirft, das ist sein gutes Recht. Ich denke aber, dass die Partei eigentlich andere Aufgaben hat, als abzustimmen, ob jetzt Jürgen Trittin oder ein Herr Winkler. Eineinhalb Jahre vor der Bundestagswahl habe die Partei "noch alle Zeit der Welt."

Die grüne Landeschefin von Bayern bescheinigte Parteichefin Claudia Roth, sie mache "als Bundesvorsitzende einen exzellenten Job". Eine eigene Kandidatur als "Realo-Ergänzung" zum Fraktionsvorsitzenden Jürgen Trittin lehnte sie allerdings ab. Ihr Platz sei angesichts der fast zeitgleich zur Bundestagwahl angesetzten Landtagswahl in Bayern. Sie plädierte dafür, das Führungspersonal dort zu platzieren, "wo man die größten Wahlerfolge hat." Die Frage einer Urwahl stelle sich auch noch gar nicht: " Wir haben momentan keine personelle Entscheidung anstehen, die eine Urwahl klären müsste. Wir haben eine Verabredung innerhalb der sozusagen `Großen Vier`, dass man das in Ruhe angeht. Und deshalb sehe ich momentan keinerlei personelle Entscheidungsreife."

In der Debatte um die quotierte Doppelspitze, erklärte Schopper, mittlerweile gebe es zwar in einigen Bundesländern alleinige Spitzenkandidaten, diese Diskussion werde aber vor der Bundestagswahl jetzt nicht weiter geführt werden. " Es ist Beschluss, dass wir mit Zweien in den Wahlkampf ziehen werden. Von daher ist das keine Frage, wo man sich jetzt noch mal aufhalten muss."

Das vollständige Gespräch mit Theresa Schopper können Sie bis 28. September in unserem Audio-On-Demand-Player nachhören.

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