Seit 15:05 Uhr Musiktag
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 15:05 Uhr Musiktag
 
 

In Concert / Archiv | Beitrag vom 25.01.2016

"Und weil der Mensch ein Mensch ist ..."Die Gruppe Grenzgänger mit Liedern aus deutschen Konzentrationslagern

Moderation: Holger Beythien

(Helena Wuttke)
Die Grenzgänger (v.l.n.r.): Frederic Drobnjak, Felix Kroll, Michael Zachcial, Annette Rettich (Helena Wuttke)

Die Bremer Gruppe Grenzgänger um Sänger, Gitarristen und Songschreiber Michael Zachcial beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Themen aus der deutschen Geschichte. Ihr jüngstes Projekt gilt Liedern, die von Häftlingen in deutschen Gefängnissen und Konzentrationslagern der NS-Zeit gesungen wurden.

"Musik von Welt trifft deutsches Volkslied und Chanson", so beschreiben Frederic Drobnjak (Gitarren, Gesang), Michael Zachcial (Gesang, Gitarre), Felix Kroll (Akkordeon, Gesang) und Annette Rettich (Cello, Gesang) ihre Lieder. Und tatsächlich: Mit rein akustischem Folkinstrumentarium erschließt sich das Quartett die in Archiven und anderen Quellen aufgespürten Lieder und Texte und läßt sich immer wieder von Elementen aus Jazz, Chanson, Folk und Blues zu ihrem ganz eigenen Liederstil inspirieren.

2015 veröffentlichte die Gruppe auf ihrer aktuellen CD mit dem Titel "Und weil der Mensch ein Mensch ist" Lieder und Texte, die in den Lagern und Gefängnissen der NS-Zeit von inhaftierten Antifaschisten gesungen wurden. "Die Musiker unter ihnen", so heißt es im Booklet, "mussten für die Nazi-Schergen spielen und singen, wenn gefoltert und gemordet wurde, beim Marschieren, wenn sie schuften mussten in der Industrie oder 'kuhlen' im Moor, sie waren auch hier ungehorsam, sangen mit Absicht schief, zu leise, zu laut, tauschten Worte aus, sangen heimlich in den Baracken ihre eigenen Lieder, schmuggelten sie hinaus, auf allem, was man beschreiben konnte ...".

Einige dieser Lieder haben die Grenzgänger für ein Konzertprogramm zusammengestellt, in dem Michael Zachcial auch deren Geschichte und die Geschichten dahinter erzählt. Deutschlandradio Kultur hat das Konzert am 22. Januar 2016 im Möllner Stadthauptmannshof mitgeschnitten.

In Concert

Ernest Ranglin & FriendsMeister des Understatements
Ernest Ranglin & Friends beim 50. Montreux Jazz Festival. (Daniel Balmat)

Der Gitarrist Ernest Ranglin hat jahrzehntelang wichtige Kapitel der Musikgeschichte mitgeschrieben und intensiv an der Verknüpfung vom US-amerikanischen Jazz und jamaikanisch geprägter Musik wie Ska, Rocksteady und später auch Reggae gearbeitet. In diesem Sommer hat der mittlerweile 84-Jährige seine internationale Karriere beendet, war aber zuvor noch auf einer umfangreichen Abschiedstournee und gastierte auch beim renommierten Montreux Jazz Festival. Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur