Seit 05:07 Uhr Studio 9
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 05:07 Uhr Studio 9
 
 

Kompressor | Beitrag vom 22.10.2015

Umstrittener CSU-Vorschlag"Wir brauchen keinen Leitkulturkanal"

Moderation: Timo Grampes

Eine aus Serbien geflüchtete Frau in einer Flüchtlingsunterkunft in Baden-Württemberg (dpa / picture alliance / Uwe Anspach)
Die CSU fordert einen eigenen TV-Sender für Flüchtlinge. (dpa / picture alliance / Uwe Anspach)

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer fordert einen öffentlich-rechtlichen Fernsehkanal für Flüchtlinge. Der Migrationsforscher Wolfgang Kaschuba hält davon wenig - und warnt vor einem "Tele-Ghetto".

Wolfgang Kaschuba, Direktor des Berliner Instituts für empirische Integrations- und Migrationsforschung, hat der Forderung von CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer nach einem öffentlich-rechtlichen Integrationsfernsehen eine Absage erteilt. "Wir brauchen keinen Leitkulturkanal", sagte Kaschuba im Deutschlandradio Kultur. Man müsse im Gegenteil "vermeiden, ein Tele-Ghetto für Migranten zu schaffen und müsste sie im Grunde genommen in ihrer Heimatsprache abholen".

Über diese Brücke sollten möglichst viele geführt werden. "Dann könnte ich mir vorstellen, kann man Medien wie das Fernsehen vernünftig einsetzen." Gleichzeitig solle ein Medienangebot Brücken "sprachlicher wie sozialer wie inhaltlicher Art [bauen] zwischen denen, die ankommen, und denen, die hier sind", so Kaschuba.

Scheuer für Sprachkurse und Grundgesetz-Unterricht im TV

CSU-Generalsekretär Scheuer hatte ARD und ZDF aufgerufen, ein "Deutsches Integrationsfernsehen" ins Leben zu rufen. "Integration ist die Mega-Aufgabe für die ganze Gesellschaft, zu der auch die TV-Anstalten ihren Beitrag leisten müssen", schrieb er in einem Brief an den ZDF-Intendanten Thomas Bellut und den ARD-Vorsitzenden Lutz Marmor.

Mit Mitteln aus den knapp 1,6 Milliarden Euro Überschuss aus dem neuen Rundfunkbeitrag, die zurzeit auf Sperrkonten liegen, sollen die Sender nach Vorschlag Scheuers den Kanal finanzieren. "Dieses Angebot muss Sprachkurse, Grundgesetz-Unterricht, Informationen für das Leben in unserem Staat und in unserer Gesellschaft, Dokumentationen über gelungene Integrationsprojekte und selbstverständlich die Vermittlung unserer deutschen Werte und unserer deutschen Leitkultur umfassen."

Mehr zum Thema

Barbara Lochbihler zur Flüchtlingskrise - "Bisher wurden gerade mal 100 Flüchtlinge umverteilt"
(Deutschlandradio Kultur, Interview, 21.10.2015)

Notfalls auch bei Anschlägen löschen - Syrische Flüchtlinge bei der Feuerwehr
(Deutschlandradio Kultur, Studio 9, 21.10.2015)

Flüchtlingskrise - Bayern als Transitland
(Deutschlandradio Kultur, Länderreport, 20.10.2015)

Flüchtlingsdebatte - Wie Menschen gegeneinander ausgespielt werden
(Deutschlandradio Kultur, Politisches Feuilleton, 19.10.2015)

Fazit

Zum Tod von Bud SpencerDer gutmütige Riese und Tausendsassa
Der italienische Schauspieler Carlo Pedersoli, besser bekannt als Bud Spencer, aufgenommen 2012 (picture alliance / dpa / Jan-Philipp Strobel)

Der Schauspieler Bud Spencer ist im Alter von 86 Jahren gestorben. In Deutschland wurde er bekannt durch zahlreiche Filmkomödien an der Seite von Terrence Hill. Doch er war ein echtes Multitalent, nahm als Schwimmer an Olympia teil und meldete mehrere Patente an.Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur