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Traum von Europas Flug zum Mond ist vorerst "vertagt"

Die europäische Raumfahrtorganisation ESA tagt in Neapel

Gespräch mit Dirk Lorenzen, Raumfahrt-Experte

Konzeptabbildung des europäischen Lunar Landers.
Konzeptabbildung des europäischen Lunar Landers. (Esa)

Die europäische Mondmission steht offenbar vor dem Aus, das Wirtschaftsministerium will sich nicht mehr beteiligen. Das wurde vor einigen Tagen bekannt, nun trifft sich die europäische Raumfahrtorganisation ESA in Neapel.

Die Europäer wollen ja eigentlich gerne auf den Mond. Die unbemannte Mondfähre "Lunar Lander" hätte 2019 am Südpol des Erdtrabanten aufsetzen sollen, so der Plan. Eine Mission, die etwa 500 Millionen Euro gekostet hätte – doch schon in der vergangenen Woche sorgte die Nachricht für Aufsehen, dass die Mission offenbar vor dem Aus steht. Jedenfalls werde sich Deutschland – so hieß es aus dem Bundeswirtschaftsministerium - nicht mehr für das Projekt einsetzen.

Heute und morgen nun wurde auf der Tagung der europäischen Raumfahrtorganisation ESA mehr dazu bekannt. Die 20 Mitgliedsstaaten kommen in Neapel zu ihrem Gipfeltreffen zusammen. Der Raumfahrt-Experte Dirk Lorenzen beobachtet die ESA-Konferenz.

Matthias Hanselmann: Herr Lorenzen, bedeutet diese Absage aus Deutschland tatsächlich das Aus für "Lunar Lander"?

Dirk Lorenzen: Ja, das ist jedenfalls das Aus für die kommenden drei Jahre. In den offiziellen Papieren, die ja schon länger gedruckt waren, da steht zwar noch der "Lunar Lander" drin, aber man hat heute morgen hier am Vormittag gar nicht mehr diskutiert, das Ganze ist also erst einmal abgesetzt. Deutschland war an dieser Mission ja sehr interessiert, aber es gab eben keine weiteren wirklich finanzstarken Unterstützer und Deutschland wollte alleine die gut 500 Millionen Euro auch nicht bezahlen - also, der immer wieder hochkochende Traum von Europas Flug zum Mond mit einer gezielten Landung am Mond-Südpol, der ist, so muss man sagen, wieder einmal vertagt. Das Thema ist jetzt weg von der Tagesordnung, vielleicht taucht es in drei oder fünf Jahren wieder einmal auf.

Das vollständige Gespräch mit Dirk Lorenz können Sie bis mindestens 20. April 2013 als MP3-Audio in unserem Audio-On-Demand-Player nachhören.

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