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Kulturpresseschau

Aus den Feuilletons"Der Hass zeigt seine Fratze“
Ein Hakenkreuz und ein durchgestrichener Davidstern sind am 09.06.2013 an einer Gedenkstätte am Nordbahnhof in Berlin zu sehen.

Im "Spiegel" setzt der israelische Politologe Zeev Sternhell auf die Kraft der Vernunft. Die "SZ", "FAZ" und "NZZ" diskutieren dagegen mit Linken-Hass in Israel und Antisemitismus in Europa Formen der Gegenaufklärung. Mehr

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Der sozial engagierte Fotoreporter Sebastiao Salgado hat in 40 Jahren zahlreiche Langzeitprojekte geschaffen, in denen er sich Flüchtlingen und Armen widmet. In Bremen ist jetzt seine Serie "Exodus" zu sehen.Mehr

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Tautropfen hängen an einem Spinnennetz

In Kiel wird unter der Überschrift "Netz. Spinnen in der Kunst" eine Ausstellung gezeigt, die kaum etwas Biologisches hat. Die Schau in der Kunsthalle zeigt vielmehr Netz-Objekte, deren "Netz"-Bezüge vor allem virtuell sind.Mehr

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Fazit / Archiv | Beitrag vom 29.06.2011

Theater als purer Slapstick

Herbert Fritsch inszeniert "Die spanische Fliege" an der Volksbühne Berlin

Von Eberhard Spreng

Die Berliner Volksbühne.
Die Berliner Volksbühne. (AP Archiv)

Herbert Fritsch führt den 1913 uraufgeführten Schwank von Arnold und Bach als forcierte Bodenakrobatik vor. Ihm geht es nicht um Diskurse, Kommentare oder ironische Distanz, sondern um sportliches Ausagieren.

Vor unlösbare metaphysische Probleme stellt Herbert Fritsch sein Publikum nicht gerade, wenn er ihm den 1913 uraufgeführte Schwank von Arnold und Bach als forcierte Bodenakrobatik vorführt. Es geht dem Schauspieler nicht um Diskurse, Kommentare, ironische Distanz, sondern ums sportliche Ausagieren. Und so ist auch kein bürgerlicher Salon mit Türen, Erker und Schreibtisch zu sehen, sondern nur ein gewaltiger Teppich, der in Wellen bis an die Bühnenrückwand gelegt ist. Die Falten verbergen auch ein eingelassenes Trampolin, auf dem jeder der Akteure einmal je eigene skurrile Sprünge und Purzelbäume absolviert.

Die Schauspieler stecken in üppigen Roben mit geradezu barocken Perücken, stolzieren in kapriziösen Bewegungsticks umher, zucken voreinander zurück wie scheue Tiere und gehen vor der von Sophie Rois verkörperten Emma Klinke regelrecht in Deckung, wenn die sittenstrenge Präsidentin des "Bundes für Mutterschutz" in ihrer verlotterten Verwandtschaft für Ordnung sorgt – eine grandiose Figurine, komisch gespreizt, meisterhaft stilisiert.

An ihrer Seite gibt Wolfram Koch den Mostrichfabrikanten Ludwig Koch, der ein sexuelles Vergehen aus der Vergangenheit verbergen muss. Mit grandioser Körpersprache tänzelt er durch den Slapstick, stürzt zu Boden, rutscht über den Teppich, rappelt sich auf wie eine unzerstörbare Comicfigur. Dieses Theater ist ausgereizt bis zur Grenze dessen, was Schauspielerkörper leisten können, wenn es darum geht, ihnen jeden Rest Naturalismus und Authentizität auszutreiben. Herbert Fritsch vollendet mit seinem tollen Ensemble als Regisseur das, was er als Schauspieler in Castorf-Inszenierungen vor Jahren am selben Haus nur skizzieren konnte: Theater als puren Slapstick. Und weil er alle Register zieht und das ganze Repertoire des Genres beherrscht, ist das einen ganzen Theaterabend lang urkomisch. Bei der Premiere feierte das Publikum Herbert Fritschs Comeback an die Volksbühne.

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Hanswurst auf dem Theatertreffen
Wie die Gier den Menschen entstellt