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Länderreport / Archiv | Beitrag vom 13.01.2016

StuttgartMehr Licht ins Parlament

Von Uschi Götz

Übersicht des Plenarsaals am 21. Dezember 2015 während einer Baustellenbesichtigung im Landtag in Stuttgart (picture alliance / dpa / Marijan Murat)
Der neue Plenarsaal im Landtag in Stuttgart am 21. Dezember 2015 während einer Baustellenbesichtigung (picture alliance / dpa / Marijan Murat)

Das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 ist nicht die einzige Baustelle in der Landeshauptstadt von Baden-Württemberg. Der Landtag wird seit zweieinhalb Jahren umgebaut. Und auch das Staatsministerium wurde saniert.

Projektleiter Franz Sandner warnt am Eingang:

"Wir haben hier noch eine Baustelle, es sind hier und da noch Stolperfallen ..."

Mit Baustellen und Stolperfallen kennt sich SPD Wirtschafts- und Finanzminister Nils Schmid aus. Fünf Jahre Regierungszeit liegen bald hinter der baden-württembergischen grün-roten Landesregierung. Wenige Wochen vor der Landtagswahl im März ist in diesen Tagen noch etwas Zeit, um die geglückten Baustellen vorzuzeigen.

Als offizieller Bauherr führt Schmid heute durch den Landtag in der Stuttgarter Innenstadt, das Haus wird seit zweieinhalb Jahren saniert.

"Der Landtag ist als transparentes Gebäude geplant und ausgeführt worden, mit Glasfassaden, mit dem sehr einfachen Kubus als Grundform, dieser Gedanke bleibt, er wird sogar noch verstärkt durch die natürliche Belichtung des Plenarsaals, das heißt, auch der Plenarsaal wird transparent."

Ein neues Dach mit Lichtaugen

Mehr Licht hatten sich Landtagsabgeordnete und Regierungsmitglieder für den Plenarsaal gewünscht. Während die Fassade des Landtags durch raumhohe Scheiben an allen vier Seiten offen und transparent ist, wurde der Plenarsaal von Architekt Horst Linde bewusst geschlossen gestaltet. Die Folge: Mancher Parlamentarier fühlte sich in langen Sitzungen wie im Gefängnis

Mittlerweile hat der der fast 500 Quadratmeter große Plenarsaal ein neues Dach mit Lichtaugen bekommen. LED- Lämpchen sorgen auch in dunklen Zeiten für Tageslicht.

"Ich finde es hell und freundlich."

Minister Schmid ist angetan von dem hellen Raum. Er steht mitten in dem noch leeren Saal, in den nächsten Tagen sollen Tische und Bänke kommen. Wo sieht er seinen künftigen Platz?

"Die Regierungsbank fehlt ja noch, aber sicher da auf der Regierungsbank."

Auch Staatsministerium nun heller und luftiger

Eine Baustelle weniger gibt es knapp zwei Kilometer entfernt vom Landtag. In Stuttgarter Halbhöhenlage liegt das Staatsministerium, Sitz des amtierenden Ministerpräsidenten. Kein gewöhnliches Verwaltungsgebäude, sondern eine historische Villa, das Schmuckstück des Landes. Auch die Villa Reitzenstein wurde in den vergangenen Jahren saniert, auch dort oben ist es nun heller und luftiger. In diesem Fall führt der stellvertretender Regierungssprecher Arne Braun durch das sanierte Haus.

"Als wir die Regierung angetreten haben, haben wir erst einmal alle Fenster aufgemacht und frische Luft reingelassen und jetzt haben wir noch frische Luft dazu gelassen, das heißt, jetzt ist es Licht durchflutet und frische Luft, die unsere Köpfe anregt."

Natursteinböden wurden frei gelegt, Holzböden erneuert, Lampen ausgetauscht, das Haus energetisch auf den neuesten Stand gebracht.

"Wir gehen davon aus, dass wir hier bleiben. Ganz ehrlich gesagt, diese aufwändige Sanierung der Villa Reitzenstein haben wir jetzt nicht gemacht, um sie dann dem politischen Gegner zu überlassen."

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