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Fazit / Archiv | Beitrag vom 01.03.2012

Stavaric: Wer sich selbst übersetzt, verliert Respekt vor dem Werk

Chamisso-Preisträger über das Leben zwischen zwei Kulturen

Der Schriftsteller Michael Stavaric (picture alliance / dpa / Stephan Görlich)
Der Schriftsteller Michael Stavaric (picture alliance / dpa / Stephan Görlich)

Mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis werden jedes Jahr deutschsprachige Werke von Schriftstellern ausgezeichnet, deren Muttersprache eine andere ist. In diesem Jahr gewann der gebürtige Tscheche Michael Stavarič mit dem Roman "Brenntage". Stavarič hat in den vergangenen Jahren Romane, Prosaminiaturen, Essays und Kinderbücher auf Deutsch geschrieben.

Seine Herkunft habe ihm immer eine Möglichkeit geboten, "auf eine andere Art und Weise mit Sprache" zu arbeiten, sagt Stavarič. Das Tschechische bewirke bei ihm "eine Sensibilisierung", auch in Bezug auf seinen Schreibstil. Das liege vor allem am "ganz speziellen Klang" seiner Muttersprache, die sich auch rhythmisch vom Deutschen unterscheide.

Er übersetze regelmäßig tschechische Literatur, aber nicht seine eigenen Werke. "Ich halte nicht viel davon, sich selbst zu übersetzen, weil man dann eigentlich viel zu wenig Respekt hat vor dem Werk und (…) viel mehr eingreift und abändert", sagt Stavarič. Es sei ein neuer Text, der bei diesem Prozess entstehen würde.

Literarische Vorbilder fand Stavarič vor allem in der Österreichischen Literatur. "Das kam durch die Schule", sagt er. Als Kind ist er mit seinen Eltern nach Wien gezogen und wurde dort auch eingeschult. Neben Texten unbekannter Autoren wie einem gewissen Hans Lebert lese er auch Werke von Christoph Ransmayr, Peter Handke und Ingeborg Bachmann sehr gerne.

Sie können das vollständige Gespräch mit mindestens bis zum 01.08.2012 in unserem Audio-on-Demand-Angebot hören. MP3-Audio

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