Seit 01:05 Uhr Tonart
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 01:05 Uhr Tonart
 
 

Filme der Woche / Archiv | Beitrag vom 17.06.2009

"State of Play - Der Stand der Dinge"

Hannelore Heider über einen Politthriller

Russel Crowe und Helen Mirren, die eine engagierte Chefredakteurin spielt, bei der Premiere von "State of Play" in London. (AP)
Russel Crowe und Helen Mirren, die eine engagierte Chefredakteurin spielt, bei der Premiere von "State of Play" in London. (AP)

Russel Crowe und Ben Afflek spielen die Hauptrollen in "Der Stand der Dinge". Die einstigen Jugendfreunde begegnen sich als Journalist und Politiker wieder. Letzterer kontrolliert als Abgeordneter den US-Verteidigungshaushalt und wird von verschiedenen Seiten torpediert. Der Film thematisiert auch die schwierigen Arbeitsbedingungen auf dem Zeitungsmarkt.

USA 2009, Regie: Kevin Macdonald, Hauptdarsteller: Russel Growe, Ben Afflek, Rachel McAdams, Helen Mirren, 127 Minuten, ab 12 Jahre

Russel Crowe als schön altmodisch gestylter Enthüllungsjournalist spielt die Hauptrolle in Kevin Macdonalds Politthriller, der auf einer sechsteiligen TV-Serie basiert und für den gleich drei renommierte Autoren des Hollywoodkinos das Drehbuch schrieben, unter anderen Tony Gilroy, der vorher auch das wesentlich raffiniertere Drehbuch für "Michael Clayton" verfasste.

Der neue Film führt den Washington-Globe-Reporter Cal McAffrey und seinen Jugendfreund Stephen Collins (Ben Afflek) zusammen, der eine so viel Profi in seinem Metier wie der andere. Stephen Collins ist Kongressabgeordneter und sitzt für seine Partei dem Komitee vor, das die Ausgaben im US-Verteidigungshaushalt kontrolliert. Als seine wichtigste Mitarbeiterin und Geliebte vor die U-Bahn gestoßen wird, vermutet der Politprofi sofort eine Intrige gegen seine engagierte Arbeit im Komitee.

Als weitere Morde folgen, ist die Story klar: unbequemer Politiker soll mittels Sexskandals mundtot gemacht werden. Eine Story, wie für den Investigator Russel Crowe gemacht, nur nicht mehr für den heutigen Zeitungsmarkt? "Der Stand der Dinge" wirft neben der packenden Geschichte auch ein kritisches Licht auf die Arbeitsbedingungen eines Berufsstandes, der wie kaum ein anderer Kinogeschichte geschrieben hat.

Fazit: "Die Unbestechlichen" hätten es heute noch schwerer! Nicht nur politische Rücksichten, noch mehr die Verwertungsgesetze im modernen Zeitungsgeschäft stehen konträr zur langwierigen Recherche, daran kommt selbst eine so engagierte Chefredakteurin wie Cameron Lynne (Helen Mirren) nicht vorbei. Dass die alten Haudegen sich in diesem Geschäft auch noch mit den hungrigen Internet-Redakteuren rumschlagen müssen, erzählt der Film in Gestalt der ehrgeizigen Nachwuchsreporterin und passionierten Bloggerin Della Frye (Rachel McAdams), die letztlich natürlich zusammen mit Russel Crowe den Fall löst.

"Der Stand der Dinge" ist ein solide gemachter und gespielter Politthriller, dessen Aufregungspotenzial sich aber in Grenzen hält.


Filmhomepage "State of Play - Der Stand der Dinge"

Filme der Woche

Neu im KinoAttraktive Chefin im tristen Büro
Der britische Schauspieler Nick Frost (dpa / picture alliance / Dan Himbrechts)

Bruce war drauf und dran, als 13-Jähriger die Salsa-Junioren-WM zu gewinnen. Dann hat er lange mit dem Tanzen nichts mehr am Hut - bis er eine neue Chefin bekommt. Um sie zu beeindrucken, fängt er wieder damit an.Mehr

Neu im KinoUnsterblich verliebte Todgeweihte
Schauspielerin Shailene Woodley, aufgenommen am 30. März 2014 in London. (picture alliance / dpa / Tal Cohen)

Die Jugendbuchverfilmung um die 16-jährige Hasel, die unheilbar an Schilddrüsenkrebs erkrankt ist, schafft, was schon der Romanvorlage gelang: unkonventionelle Charakterzeichnung und Herzkino ohne Gefühlsduselei.Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur