Donnerstag, 2. Oktober 2014MESZ06:28 Uhr

JournalismusWie das Binnen-I in die taz kam

Das Binnen-I war ein typisches Projekt der 1980er-Jahre: Weil der Geschlechterkampf in die Jahre gekommen war und leicht ermattet geführt wurde, musste die Sprache als Überbauphänomen herhalten. Auch und gerade in der alternativen "tageszeitung".

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UrsendungSonic Portrait of the Funkhaus Nalepastraße
Funkhaus Nalepastraße

Von 1956 bis 1990 sendete der Rundfunk der DDR aus dem Funkhaus in der Nalepastraße. Heute befinden sich auf dem Gelände Tonstudios und Proberäume. Die Musikerin Kathy Alberici hat sich umgesehen und in einem ungenutzten Gebäudetrakt stolpert sie über alte Tonbänder.Mehr

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Zehn Jahre Wurfsendung

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Kultur

SpracheMan knickste, stillte und stand seinen Mann

Die Sprache der frauenfreundlichen Diktatur in der DDR war machistisch. Sprachemanzipatorisch war "Frau Puppendoktor" vermutlich schon das Höchste der Gefühle. Und auch Anna Seghers kämpfte nicht für geschlechtergerechte Sprache oder das Binnen-I.

 

Sammlung PrinzhornWeltkrieg, Kunst und Psychiatrie

Eine Ausstellung in Heidelberg zeigt, wie psychisch Kranke fernab der Front den Ersten Weltkrieg künstlerisch verarbeiteten. "Man bemerkt, dass hier Menschen unbedingt etwas gestalten möchten", sagt Thomas Röske, Leiter der berühmten Sammlung Prinzhorn.

 

Politik & Zeitgeschehen

25 Jahre MauerfallDie verschenkte Revolution

Keine neue Verfassung, Betriebsschließungen und die Entwertung ostdeutscher Biografien. Das hätte nicht sein müssen, sagt der Journalist Thilo Schmidt. Vor 25 Jahren gab es die Chance, einen politischen und gesellschaftlichen Neustart zu wagen. Sie wurde aber vertan.

SparpolitikMit Privatanlegern gegen den Investitionsstau

Schlechte Straßen, mangelnde Ausstattung der Bundeswehr: Spart der Staat zuviel? Nein, sagt der Volkswirtschaftler Ansgar Belke. Nicht mangelndes Geld verursache die Probleme, sondern fehlende Kostenkontrolle und "regionale Egoismen".

 

Literatur

RomanSymbolisches Eiland

Kleinwuchs, Inzest, Dreiecksverhältnis. Thomas Hettches "Pfaueninsel" reflektiert augenzwinkernd den Trend des 19. Jahrhunderts, auszumerzen, was nicht der Norm entspricht. Ein Roman als historisches Kleinod.

"Kinderland"Showdown an der Tischtennisplatte

Mit lockerem Zeichenstil gelingt es dem Künstler Mawil in der Graphic Novel "Kinderland", von der Normalität eines Kinderlebens in der DDR zu erzählen. Zum Pioniergeburtstag organisiert sein Held Mirco etwas provozierend Unideologisches.

 

Musik

Vokal-EnsembleZwischen Dissonanz und Harmonie

Das Calmus-Ensemble feiert sein 15-jähriges Bestehen. Das Ensemble aus Leipzig gehört inzwischen zum Besten, was Deutschland auf dem Gebiet der Vokal-Ensembles zu bieten hat - dementsprechend stolz ist auch die Bilanz: ein Porträt.

Praller SoundJazzkantine legen Best-of-Album vor

Mal swingend, mal soulig, mal funky: Jazzkantine aus Braunschweig haben ihre beliebtesten Titel aus 20 Jahren Bandgeschichte "unplugged" neu eingespielt. Eine der führenden Bigbands unterstützt sie dabei mit prallen Sounds.

 

Neues Album "Popschutz"Liedermacher gegen den Mainstream

Der große kommerzielle Durchbruch blieb ihm bisher versagt. Vielleicht, weil Stefan Stoppok einfach zu unangepasst ist. Auf seinem jüngsten Album "Popschutz" geht er wieder eigene Wege − und holt sich eine Stimme aus Hollywood dazu.

 

Wissenschaft

BildungSchon Grundschüler sollen Philosophie lernen

In der Grundschule sollte Philosophie als Unterrichtsfach eingeführt werden, findet der Philosoph Michael Quante. Denn so könnten die Kinder "Kompetenzen und Fähigkeiten einüben, die wir in einer vielfältigen, pluralen Alltagswelt brauchen".

ErnährungGenetisch veränderte USA

Popcorn, Tortilla-Chips, Müsli – in den USA sind genetisch veränderte Produkte aus dem Supermarkt nicht mehr wegzudenken. Was in Europa durch das Freihandelsabkommen zu großen Sorgen führt, ist für die jüngste Generation der US-Amerikaner Normalität.

 

SachbuchKompetenz statt Bildung

Die Beweislast ist erdrückend. Mit der Streitschrift "Praxis der Unbildung" seziert Konrad Paul Liessmann den Schul- und Unialltag. Als Kardinalfehler macht der Philosoph einen Kompetenz-Wahn aus, der die Bildung ersetzt hat.