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Fazit / Archiv | Beitrag vom 24.02.2010

"Shutter Island"

Anke Leweke über den Scorsese-Thriller

In "Shutter Island" sucht US-Marshall Teddy Daniels gemeinsam mit seinem Kollegen auf einer Insel vor der amerikanischen Ostküste nach einer Kindsmörderin, die aus der dortigen Psychiatrie geflohen ist.

USA 2009; Regie: Martin Scorsese; Darsteller: Leonardo DiCaprio, Mark Ruffalo, Ben Kingsley, Michelle Williams, Emily Mortimer, Max von Sydow, Jackie Earle Haley, Patricia Clarkson, Jackie Earle Haley; Länge: 138 Minuten

Dieser Film ist ein Paranoia-Thriller, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Man hat das Gefühl, dass die Kamera immer tiefer in die Gehirnwindungen des Helden hineinkriecht - eines von Leonardo DiCaprio gespielten US-Marshalls Teddy Daniels. Gemeinsam mit seinem Kollegen soll er auf einer Insel vor der amerikanischen Ostküste nach einer Kindsmörderin suchen, die aus der dortigen Psychiatrie geflohen ist.

Doch in der Anstalt stoßen die beiden auf eine Mauer des Schweigens, man verweigert ihnen Akteneinsichten und erschwert die Verhöre mit den Zeugen. Schon bald vermutet Daniels, dass auf der Insel geheime Versuche an Patienten vorgenommen werden – von einem Arzt, der einst für die Nazis arbeitete.

Aber vielleicht bebildert Scorsese hier die Paranoia seines Helden, vermengen sich Daniels' traumatische Erlebnisse – der Verlust seiner Frau, der Einsatz als amerikanischer Soldat während des Zweiten Weltkrieges und bei der Befreiung von Dachau - mit den Ermittlungen in der Psychiatrie ...

Martin Scorsese hat die Bildsprache von "Shutter Island" an den deutschen Expressionismus angelehnt. Bewusst arbeitet er mit künstlich wirkenden Farben und kulissenhaften Settings. "Shutter Island" wird zu einem labyrinthischen Ort, an dem Wirklichkeit und Einbildung bald nicht mehr zu unterscheiden sind. Großes Paranoia-Kino.

"Shutter Island" - ein Film, der auf einer Insel und dort in einer psychiatrischen Einrichtung spielt. Was stellt Martin Scorsese denn mit diesem klaustrophobischen Ort an?


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