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Interview / Archiv | Beitrag vom 25.01.2016

Servicestellen für Facharzt-Termine"Die Einrichtungen, die da kommen, sind unnötig"

Andreas Gassen im Gespräch mit Nicole Dittmer und Christian Rabhansl

Andreas Gassen, Vorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (dpa/ picture-alliance/ Karlheinz Schindler)
Andreas Gassen, Vorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, hält das Geld für Terminservicestellen für verschwendet. (dpa/ picture-alliance/ Karlheinz Schindler)

Andreas Gassen hält wenig vom neuen Terminvergabeservice für Fachärzte. Die vom Gesetzgeber verlangten Stellen würden Millionen kosten, so der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. "Das Geld fehlt dann an anderer Stelle", kritisiert er im Deutschlandradio Kultur.

Kassenpatienten sollen künftig schneller an einen Termin beim Facharzt kommen. Über sogenannte zentrale Terminservicestellen der 17 regionalen Kassenärztlichen Vereinigungen können sich gesetzlich Versicherte einen Termin geben lassen – mit eine maximalen Wartezeit von vier Wochen.

Andreas Gassen, der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, erneuerte in Deutschlandradio Kultur seine Kritik an dem vom Gesetzgeber durchgesetzten Service: "Die Einrichtungen, die da kommen, sind unnötig." Schon jetzt müssten Kassenpatienten in aller Regel nicht unbotmäßig lang auf einen Termin beim Facharzt warten. Dabei sei es wichtig, zwischen Terminen für akute Behandlungen und Routineuntersuchungen zu unterscheiden. Bei Letzteren müsse der Patient Abstufungen hinnehmen.

Gassen: "So viele Privatpatienten gibt es gar nicht"

Ein Problem bei der Terminvergabe sei, dass viele Patienten bestimmte Ärzte bevorzugten, etwa, weil diese einen guten Namen hätten. "Dieses Problem wird die Terminservicestelle nicht lösen können, weil der Tag der Kollegen ja auch nur 24 Stunden hat." Die Patienten hätten außerdem keinen Anspruch, von der Servicestelle an einen bestimmten Arzt vermittelt zu werden, sondern bekämen einen zugewiesen. Sie müssten also auf ihre freie Arztwahl verzichten.

Das Argument, aufgrund bevorzugter Behandlung von Privatpatienten müssten Kassenpatienten deutlich länger auf Termine warten, lässt Gassen nicht gelten. Bundesweit seien nur etwa sieben Prozent der Versicherten bei einer Privaten Krankenversicherung. "So viele Privatpatienten gibt es gar nicht, dass sie die Termine für gesetzlich Versicherte in relevantem Umfang blockieren können."

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