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Ortszeit / Archiv | Beitrag vom 20.11.2013

Sacharow-PreisFür ein Recht auf Bildung - überall

Kinderrechtsaktivistin Malala wird vom EU-Parlament ausgezeichnet

Von Annette Riedel

Malala Yousafzai erhält den Sacharow-Preis. (picture alliance / dpa / Facundo Arrizabalaga)
Malala Yousafzai erhält den Sacharow-Preis. (picture alliance / dpa / Facundo Arrizabalaga)

Heute überreicht das Europäische Parlament den Sacharow-Menschenrechtspreis an die 16-jährige Pakistanerin Malala Yousafzai. Sie kämpft seit Jahren für das Recht aller Mädchen auf einen Schulbesuch - und hatte im vergangenen Jahr nur knapp einen Mordanschlag der Taliban überlebt.

"Es ist für mich eine ganz große Freude, es ist für mich eine Ehre, Frau Malala Yousafzai mit dem Sacahrow-Preis unseres Hauses auszuzeichnen."

Parlamentspräsident Schulz, als er verkündete, dass das EU-Parlament den wichtigsten europäischen Menschenrechtspreis nicht einen von drei nominierten weißrussischen Menschenrechtsaktivisten, nicht an Edward Snowden, der Geheimdienstabhöraktion enthüllt hat, vergibt, sondern an die 16-jährige Mädchenrechtsaktivistin Malala.

Seit sie elf ist hat das aus dem pakistanischen Swat-Tal stammende junge Mädchen nicht nur dafür gekämpft, ihr eigenes Recht und ihre eigene Lust auf Bildung leben zu können,  sondern auch andere dazu ermuntert.

"Ihr Beispiel ermutigte auch andere Mädchen, ermutigte eine ganze Gruppe von heranwachsenden jungen Frauen in diesem Tal, für ihre Rechte einzustehen, sich nicht einschüchtern zu lassen."

"Ein zweites Leben"

Damit wurde Malala für die extremistischen Taliban, denen Mädchen- und Frauenbildung ein Gräuel ist, zur Bedrohung. Sie versuchten sie vor einem Jahr mit gezielten Kopfschüssen zu ermorden. Das Mädchen überlebte nach Tagen im Koma Dank mehrerer Operationen, zuletzt in Großbritannien, wo es heute mit seiner Familie zuhause ist.

"Ich habe ein zweites Leben bekommen, das ich in den Dienst der Menschen stellen möchte. Ich will, dass jedes Mädchen, jedes Kind eine Bildung bekommt."

Über ihre "zwei Leben", über ihre Erfahrungen mit den Gotteskriegern in Pakistan, die in Mädchen-Schulen Feuer legen, die vermeintlich "unzüchtige" Frauen öffentlich auspeitschen – über all das hat die junge Sacharow-Preisträgerin auch ein Buch geschrieben. Der Titel: "Ich bin Malala." Untertitel: "Das Mädchen, das die Taliban erschießen wollten, weil es für das Recht auf Bildung kämpft."

Malala Yousafzais Buch "I am Malala" (picture alliance / dpa / T. Mughal)Malala Yousafzais Buch "I am Malala" (picture alliance / dpa / T. Mughal)

"Die Entscheidung Malala auszuzeichnen, ist eine Entscheidung für diese Mädchen, es ist auch ein Entscheidung für eine Haltung - nämlich die Haltung des Europäischen Parlaments, dass, wo auch immer auf der Welt, Männer und Frauen gleichberechtigt sind."

Den 12. Juli, Malalas Geburtstag, hat die UNO zum Malala-Tag ausgerufen. Die junge Frau hat schon in New York selbst vor den Vertretern der ganzen Welt gesprochen und dabei betont, dass sie voll hinter der Initiative für weltweite Bildung von UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon steht.

"I fully support Mr. Ban Ki Moon, the General Sekretäry in his global education initiative."

Der Sacharow-Preis des europäischen Parlaments ist nicht die erste Auszeichnung, die Malala für ihren Mut und ihr Engagement bekommen hat – und sicher nicht der letzte.

 

Mehr zum Thema:
04.11.2013 | ANDRUCK - DAS MAGAZIN FÜR POLITISCHE LITERATUR
Das Mädchen, das der Taliban die Stirn bot
Malala Yousafzai/Christina Lamb: "Ich bin Malala", Droemer Verlag

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