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Weltzeit | Beitrag vom 16.03.2016

Rockmusiker in Weißrussland"Kaum noch Luft" unter Lukaschenka

Von Inga Lizengevic

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Lavon Volski bei einem Auftritt. (Deutschlandradio / Inga Lizengevic)
Lavon Volski bei einem Auftritt. (Deutschlandradio / Inga Lizengevic)

Nicht zurück in die Heimat! So entschied sich Inga Lizengevic 2006, nachdem Präsident Lukaschenka die Proteste in Weißrussland brutal niederschlagen ließ. Nun reiste sie wieder hin und traf den Regime-Kritiker und musikalischen Helden ihrer Jugend: Lavon Volski.

Es ist sechs Uhr früh auf dem Bahnsteig in Minsk. Gleich fährt der Zug Richtung Vilnius ab. Eine besondere Tour – die Fahrkarten sind seit Wochen ausverkauft. Die Fans des belarussischen Rockmusikers Lavon Volski wollen ihren Helden bei einem Konzert im benachbarten Litauen sehen. Das Visum gibt es zur Eintrittskarte kostenlos dazu. Und so kommt es, dass Vilnius an solchen Tagen belarussisch wird.

Eine Schaffnerin kontrolliert die Fahrkarten und auch die Pässe der Passagiere. Der Zug ist voll. Die Passagiere sitzen auf ihren Plätzen, unterhalten sich leise. Mir gegenüber sitzt ein Mädchen, Anfang 20, dunkles halblanges Haar, volle Lippen, kurzer Rock, dicke Stulpen an langen Beinen, die sie gerade auf ihrem Freund ablegt.

"Volski habe ich lange nicht gehört. Weil es ja bei uns wahrscheinlich keine Konzerte gibt. Aber gute Musik, dazu kann man springen und tanzen. Und bei uns gibt es das ja nicht. Also warum nicht irgendwohin fahren. Wir fahren zusammen, mein Freund und ich, aber es war meine Idee."

"Wir dürfen unsere Lieblingsband zu Hause nicht hören"

In einem anderen Teil des Wagens treffe ich eine Clique mit vielleicht zehn Personen, junge Frauen und Männer, gut gelaunt. Stas hat ein hübsches Gesicht mit etwas kindlichen Zügen. Ein Schönling, man sieht ihm an, wie gut es das Schicksal mit ihm meint.

"Bei uns gibt es ja keine Konzerte, und hierfür bekommt man die Visaunterstützung. Und nach Vilnius wollten wir auch schon länger mal fahren. Alles hat gepasst. Ich habe meine Leute angerufen. Alle waren dafür. Wir sind zusammen zur Botschaft, haben die Karten gekauft und die Visa gab es kostenlos dazu."

Zur Gruppe gehört auch: Andrej – dunkles Haar, ein Vikinger-Gesicht mit hübschen Wangenknochen. In seiner schwarzen Lederjacke könnte er selbst als ein Rock-Musiker durchgehen.

"Das Schaffen von Herrn Volski hat mich überhaupt erst an die gegenwärtige belarussische Kultur herangeführt."

Ganz aufgeregt vor meinem Mikrofon scheint Maxim – er hat weiche, fast babyhafte Gesichtszüge und findet doch die klarsten Worte.

"Wir dürfen unsere Lieblingsbands in unserer Stadt, in unserem Land nicht hören. So sind wir gezwungen nach Kiew, oder wie jetzt nach Vilnius zu fahren."

Da erscheint die Zugbegleiterin und scheucht mich zurück auf meinen Platz. Bald kommen die Grenzkontrollen.

Der Wagen ist verstummt. Die Grenzer verstehen keinen Spaß. Sie schauen lange prüfend in die Gesichter, auf die Passbilder und wieder zurück in die Gesichter. Die Pässe werden sorgfältig eingescannt. Die Reisenden halten für einen Moment die Luft an. Bis sie ihre Pässe zurück bekommen, und der Beamte zum nächsten wechselt. Als die Grenzer weiter ziehen, atmen alle auf. Es hat geklappt. Wir sind drüben. In Litauen. In der EU.

Lavon Volski bei einem Konzert in Vilnius (Deutschlandradio / Inga Lizengevic)Lavon Volski bei einem Konzert in Vilnius (Deutschlandradio / Inga Lizengevic)

"Hey! Gibt es hier Belarussen? Es lebe Belarus! Los geht´s! Lasst uns zusammen feiern!"

Es fühlt sich an wie eine Zeitreise in die Vergangenheit: Die goldenen 90er Jahre - weiß-rot-weiße Fahnen und der Traum von einem demokratischen Belarus. Doch dies hier ist keine Fantasie. Es ist Realität. Der Club ist voll mit jungen Belarussen, die genau wie ich Volski-Fans sind.

Sie kennen die Texte auswendig und sie schwenken die weiß-rot-weißen Fahnen. Eine junge, neue Generation. Als ob es die inzwischen 22 Jahre Diktatur nie gegeben hätte. Als ob es niemals Verbote, Tauwetter und wieder Verbote gegeben hätte.

"In der Schule wurde man gezwungen, die klassischen belarussischen Dichter zu lesen. Keiner hatte Lust dazu. Zum Volski hören, wurden wir nicht gezwungen. Also wollten wir. Ganz normal, logisch!"

"Das sind die Lieder aus unserer Kindheit und sie werden uns das Leben lang begleiten. Lieder der Kindheit, Lieder der Heimat."

"Es sind viele schöne Momente mit dieser Musik Verbunden. Zu diesem Lied habe ich meine jetzige Ehefrau kennengelernt."

Miliz verbreitet Angst

Zurück in Minsk fahre ich etwa 30 Kilometer stadtauswärts in ein aussterbendes Dorf. Lavon Volski hat hier sein Ferienhäuschen, und erholt sich vom Leben in Minsk. Bei grünem Tee unterhalte ich mich mir dem derzeit wohl bekanntesten Rockmusiker in Belarus.

"Ich bin ein Künstler. Ich brauche Luft zum Atmen. Hier gibt es keine Luft zum Atmen. Wirklich. Im Dorf geht es noch irgendwie. Wenn man hier eine Woche bleiben kann, ist es super. Hier sind die Menschen anders. Da – in Minsk - spielen sie irgendwas. Sie spielen sie würden leben, Clubs besuchen.  Aber man schaut sich die Menschen auf den Straßen und merkt, es fehlt etwas. Es gibt keine Freiheit. Keine Luft zum Atmen. Und ich brauche Luft zum Atmen. Und dieses Fehlen der Freiheit beeinflusst alle Menschen. Und tut keinem gut. Es tut mir um mein Volk leid. Dennoch muss man wissen, dass das Volk es selber zugelassen hat. Hat zugelassen, zugefüttert zu werden. Das Volk lässt es mit sich machen."

War es eben dieses Fehlen der Freiheit, was auch mich - wie so viele - veranlasst hatte, das Land zu verlassen? Seit 2006 war ich in Minsk nur noch zur Durchreise. Nun bin ich wieder da und versuche mich an die Stadt zu erinnern und sie neu kennen zu lernen. Die überdimensionale Präsenz der Miliz auf den Straßen lässt mich immer wieder zusammenzucken. Es ist verblüffend, wie sich die Angst ausbreitet. In der Innenstadt stehen die Autosäcke - große lastwagenartige Gefangenentransporter - oft drohend am Straßenrand. Manchmal fahren sie auch vorbei.

Und: Es gibt anonyme Fahrzeuge für Festnahmen bei Veranstaltungen der Opposition: Das sind Kleinbusse ohne Nummernschilder, aus denen Menschen in Zivil springen und ein paar Veranstaltungsteilnehmer wegzerren. Manchmal kommen sie auch in gewöhnlichen Marschrutkas - das sind kleine Linienbusse. Die Mitarbeiter der Staatsorgane erkennt man im Straßenbild nur bei genauerem Hinschauen: Sie tragen oft Ohrstöpsel, die zu einem Funkgerät führen und einen etwas eigenartigen Kleidungsstil, der wohl natürlich wirken soll.

Ich spreche darüber auch mit Maxim und Andrej, die ich nach dem Treffen im Zug nochmal in Minsk besuche. Eine halbe Stunde lang reden wir frei und ungezwungen. Dann schalte ich das Mikrofon ein und sie ringen mit sich selbst, als ich frage, warum solche Konzerte nicht in Belarus stattfinden.

"Wissen Sie es nicht?"

"Ich weiß nicht. Ich bin eigentlich ein apolitischer Mensch. Ich wollte gerne nach Vilnius fahren und Musik hören, also bin ich nach Vilnius gefahren und habe da Musik gehört. Ich mache mir keine Gedanken darüber. Früher habe ich mir welche gemacht, als ich jünger war. Warum sie nicht spielen können? Nun, vielleicht haben sie irgendwelche Schwierigkeiten, Unstimmigkeiten mit jemandem. Aber ich denke nicht darüber nach. Ich habe keine Berührungspunkte mit der Politik. Die meisten Menschen schieben ihre eigene Schwäche, ihre Unvollkommenheit auf das schlechte Klima, die schlechte politische Situation - die sie als schlecht wahrnehmen. Ich glaube, wenn die Menschen Ordnung in ihr eigenes Leben bringen, wird das Leben um einiges besser. Du brauchst keine gute Regierung, damit dein Zaun gerade steht, damit die Kinder satt sind und das Haus gestrichen ist. Deswegen habe ich keine Verbindung mit der Politik. Vielleicht, weil ich so ein kleiner Mensch bin. Dafür kann ich die Musik genießen ohne auf die politischen Subtexte zu achten."

Verhaftungen auf Kundgebungen

Diese innere Abkehr von der Politik, wie Andrej sie beschreibt, habe ich schon öfters erlebt. Nur wenige setzen sich noch öffentlich in Belarus für Veränderungen ein. So wie die Teilnehmer des Tschernobyl-Marschs, der seit 1989 regelmäßig stattfindet, zur Erinnerung an die Reaktorkatastrophe. 50.000 Teilnehmer waren es in Minsk noch 1996. Aber dann ließ die neue Lukaschenka-Regierung die Demo erstmals gewaltsam niedergeschlagen. In den Folgejahren kamen immer weniger. Aber der Tschernobyl-Marsch findet noch statt. Die Kundgebung ist genehmigt. Völlig legal wirkt sie aber nicht auf mich. Als ich etwas zu spät ankomme, soll es schon einige Verhaftungen gegeben habe, lese ich auf Facebook.

Wer auf dem Kundgebungsplatz ankommt, hat schon die ersten Personenkontrollen hinter sich. Zwei Häuserblöcke entfernt warten Straßenpolizisten. Sie halten auch mein Auto an, wollen meine Papiere sehen. Routinemäßig. Ohne Verdacht. Ich bin nicht in Minsk gemeldet. Warum ich da bin? "Privat", sage ich und warum interessiert ihn das? Ich bekomme keine Antwort. Ich darf weiterfahren.

Die Kundgebung startet auf dem Bangalor-Platz. Er sieht aus wie ein Park mit einer Art Sportplatz in der Mitte. Der Boden ist zubetoniert. Um ihn herum stehen Autosäcke, jene lastwagenartigen Gefangenentransporter. Auch schwarz gekleidete Milizionäre von der OMON sind da. Sie bewachen den Platz. Nach kurzem Zögern traue ich mich zu parken und laufe durch den Park. Ich werde nicht mehr kontrolliert oder angesprochen, aber ich werde angeschaut. Von diesen Blicken wird mir ganz anders, ich möchte umkehren. Aber ich gehe weiter.

Die zubetonierte Insel ist mit Absperrgittern umstellt. Es gibt nur einen Eingang. Hier stehen acht OMONovcy in Uniform und zwei in Zivil. Die Uniformierten durchsuchen und tasten mich ab. Ich muss durch den Torbogen eines Metaldetektors und werde dabei gefilmt. Einer der Zivilen zielt mit der Videokamera ununterbrochen direkt ins Gesicht. Ich bin verunsichert. Schließlich bin ich auf der eingezäunten, zubetonierten Fläche. Eingepfercht wie Vieh.

"OK. Es ist alles OK. Nur das Atmen fällt mir immer schwerer. Ich bekomme kaum noch Luft. Egal wie tief ich atme - die Mühe ist vergebens."

Es sind ungefähr 200 Menschen anwesend. Versprengte Häufchen. Ein Drittel davon Journalisten. Es wehen weiß-rot-weiße Fahnen, die Staatssymbolik aus der Zeit vor Lukaschenka. Die Fahnen sind das Symbol des Strebens nach Freiheit und Demokratie. Auf der kleinen Bühne werden Reden gehalten, junge Menschen stehen in Grüppchen, und singen Lieder von Lavon Volski.

"Heb mich hinauf. Weit rauf über die Erde. Heb mich hoch, weit hoch in den hellen Raum. Heb mich hinauf. Weit rauf über die Hektik. Heb mich hoch, wie ein Ballon."

Ich gehe noch vor dem Ende der Veranstaltung. Am Ausgang halten mir die Staatsangestellten erneut die Kamera ins Gesicht. Die Zeiten von Ankunft und Abgang werden auf diese Weise fixiert. Am Abend erfahre ich, dass es am Ende der Veranstaltung weitere Verhaftungen gegeben hat.

Abgesagte Konzerte

Ich treffe die Band von Lavon Volski. Sie wollen heute einen neuen Song im Studio aufnehmen. Ich darf dabei sein. Wir kommen gut gelaunt an. Der Trommler baut auf, die anderen sind auf der Veranda. Volski wechselt die Saiten seiner Gitarre. Ich will ein kleines Video von den Musikern filmen, da kommt der besorgte Studiobesitzer auf mich zu.

"Keine Fenster und Türen filmen. Bei uns ist es streng damit. Wir meinen das ernst!"

Eine Vorsichtsmaßnahme, damit sein Studio unerkannt bleibt. Nach kurzer Zeit kommt er zurück, und bittet mich, alles einzupacken. Diese ganze Filmerei der Rockmusiker ist ihm doch zu heikel - damit will der Studiobesitzer nicht in Verbindung gebracht werden. Ich muss Verständnis haben und die ganze Aufnahmesession ist auch gestorben.

In einem Fitnessstudio treffe ich jemanden, der mir mehr über die Fallstricke der belarussischen Musikszene berichtet: Paval Arakelian. Der geniale Saxofonist ist nebenbei Hobby-Bodybuilder. Die Zeit, in der er nicht spielt, verbringt er an den Geräten. Paval erklärt mir, wie die Absagen der Konzerte zustande kommen, und wie er und Volski trotzdem versuchen die Menschen zu erreichen.

"Lavon ist ein belarussischer Künstler. Wir müssen doch auch für die Menschen spielen, die nicht nach Vilnius kommen können. Deswegen setzen wir uns ins Auto und spielen hier in Belarus bei den Menschen zuhause. Oder an den Orten, wo es weniger wahrscheinlich ist, dass das Konzert abgesagt wird. Lavon und ich sind letztes Jahr durch die belarussischen Städte gereist. Zu zweit, so halblegal. Weil wir zu zweit mobiler sind. Wir brauchen weniger Technik. Für den Fall, dass... weil auch schon kurzfristig abgesagt wurde. Wenn das Publikum von einer Veranstaltung erfährt, erfahren auch die zuständigen Staatsorgane davon. Oder die Selbstzensur schaltet sich ein. Nach dem Motto: Vielleicht doch lieber nicht. Es ist sehr unangenehm, wenn man probt, ankommt, und dann den Spruch hört: ‚Sie verstehen doch. Wir haben einen Anruf bekommen.‘ Der Anrufer hat sich als Oberleutnant vorgestellt und gemeint, es wäre besser, wenn es nicht stattfindet."

"Hauptsache kein Krieg"

Arakelian und Volski sind unterwegs zu einem dieser halblegalen Auftritte. Ein katholischer Pfarrer hat sie zu einem Dorffest eingeladen. Das Dorf liegt drei Autostunden von Minsk entfernt.  

"Vielleicht ist es das Gefühl, eine Mission erfüllen zu müssen. Keine Ahnung, jeder, der hierzulande künstlerisch tätig ist, denkt früher oder später ungewollt an Emigration, ganz oder teilweise, oder an ein Leben in zwei Ländern. Aber dieses Territorium kann man ja nicht einfach loslassen. Es hat riesiges Potential. Außerdem ist hier ein großer Teil unseres Publikums, das unsere Werke liebt, das unsere künstlerische Arbeit verfolgt. Wir können doch die Menschen nicht alleine lassen mit diesem Regime. Das wäre nicht in Ordnung."

Als wir ankommen, sehen wir die kleine Kirche am Hauptplatz des Dörfchens. Während Lavon und Paval einen kurzen Soundcheck am Auto machen, laufen Kühe in der Abenddämmerung von der Weide nach Hause. Das Publikum versammelt sich, und als es los geht, singen alle mit : Großeltern, Eltern und ihre Kinder. 

Lavon Volski bei einem Auftritt in einem Dorf. (Deutschlandradio / Inga Lizengevic)Fans von Lavon Volski bei seinem Auftritt in einem Dorf. (Deutschlandradio / Inga Lizengevic)

"Ein symbolisches Lied für alle, die in diesem Land leben."

"Ich wurde hier geboren, wo ein One-way-ticket eine Chance ist für die, die nicht einverstanden sind. Ich wurde hier geboren. Ich lebe hier, und das hier ist mir nicht egal. Ich wurde hier geboren. Deswegen ist das mein Land."

"Es gab solche Hoffnungen die ganze Zeit. Zumal es einen großen ernsthaften Sieg gab im Jahr 1991. Wir dachten, alles sei erreicht, und danach gab es diesen Rückschritt. Und dieser Rückschritt ist einfach überall. Anfangs dachte ich, das gebe es nur in den postsowjetischen Ländern Asiens, so wie in Aserbaidschan. Da sind solche Diktatoren, aber das ist deren Eigenheit. Dasselbe passierte dann auch auf unserem Territorium. Deswegen ist die Zeit der Träume vorüber. Nun müsste man nüchtern werden. Aber wir werden trotzdem weiter träumen. Wir sind künstlerisch tätige Menschen und wir können nicht ohne ein Licht am Ende des Tunnels existieren. Früher oder später wird das Gute siegen. Und wenn es auch nicht zu unseren Lebzeiten passiert, macht nichts. Hauptsache, es passiert irgendwann."

In der letzten Zeit ist in Belarus einiges passiert. Auf Drängen der EU wurden im August 2015 politische Gefangene freigelassen. Swetlana Alexijewitsch erhielt den Nobel-Preis für Literatur. Zur Belarussischen Buchmesse wurde sie nicht eingeladen. 

Die Wiederwahl von Lukaschenka verlief ohne Proteste. Die Europäische Union hob im Februar dieses Jahres die Sanktionen gegen rund 170 belarussische Regierungsvertreter auf. Auch die Reise- und Vermögenssperren gegen Präsident Lukaschenka sind verschwunden. Neulich wurde wieder ein Journalist von einer OMON-Einheit brutal zusammengeschlagen.

Wirtschaftlich geht es den Menschen immer schlechter. Aber: es gibt keinen Krieg, wie in der Ukraine. Der allgegenwärtige Spruch "Hauptsache kein Krieg" ist nun greifbarer denn je. 

Nichts verändert hat sich für Lavon Volski. Offizielle Konzerte sind für ihn weiterhin untersagt.

Seinen 50. Geburtstag feiert Volski mit einem improvisierten Auftritt in einer Minsker Unterführung. Kaum hat er sein Mikro und den kleinen Verstärker aufgebaut, hat sich eine Menschenmenge um ihn versammelt.

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