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Kulturnachrichten

Mittwoch, 9. Juli 2014

Robert-Schumann-Preis für Wolfgang Rihm

Der Komponist wird von der Akademie der Wissenschaften und der Literatur geehrt

Wolfgang Rihm erhält den mit 25 000 Euro dotierten Robert-Schumann-Preis für Dichtung und Musik, weil er nach Ansicht der Jury «Schreibmusiker und Musikschreiber» und in der
Vereinigung beider Formen der «charakteristischste Kopf unserer Zeit» ist. Der 62-jährige bekommt die Auszeichnung am 6. November in der Mainzer Akademie. Die Ehrung wird seit 2012 für ein herausragendes Lebenswerk in Dichtung und Musik verliehen. Erster
Preisträger war der französische Komponist Pierre Boulez.

Künstler für die Villa Massimo in Rom

Zu den neuen Stipendiaten gehören die Schriftsteller Eva Menasse und Steffen Popp

Auch die Komponistin Saskia Bladt, der Architekt Jörg Sieweke und fünf weitere Künstler wurden für einen Aufenthalt in der Deutschen Akademie in Rom 2015 ausgewählt, wie Kulturstaatsministerin Monika Grütters bekanntgab. Die Stipendien werden an besonders begabte Künstler vergeben, die um die 40 Jahre alt sind und bereits erste Erfolge vorweisen können. Ihnen soll der Aufenthalt in Rom Inspiration und künstlerische Orientierung ohne Geldsorgen ermöglichen.

Achenbachs Anteile an Sammlung "Rheingold" gesperrt

Die Betrugsvorwürfe gegen Kunstberater Helge Achenbach haben Konsequenzen für seine Sammlungsbeteiligungen

Die Staatsanwaltschaft Essen habe den Anteil Achenbachs an der privaten Sammlung "Rheingold" gesperrt, erklärte Mitgesellschafter Eugen Viehof. Achenbach habe auch sein Mandat als Geschäftsführer der Sammlung niedergelegt. Zuvor hatte die «Rheinische Post» über den Arrest auf das gesamte Vermögens Achenbachs, zu dem auch die «Rheingold»-Anteile gehören, berichtet. Dabei handelt es sich um ein gerichtliches Eilverfahren zur vorläufigen Sicherung eines Anspruchs in Geld. Die Staatsanwaltschaft wollte sich nicht zu dem Sachverhalt äußern. Achenbach sitzt seit vier Wochen unter Betrugsverdacht in U-Haft. Die Witwe des Aldi-Erben Berthold Albrecht hatte Strafanzeige gegen den Kunstberater erstattet. Dem 62-Jährigen wird vorgeworfen, Kunstwerke und Oldtimer mit verdeckten Preisaufschlägen und frisierten Rechnungen an Albrecht weiterverkauft zu haben. Der Schaden soll bei mindestens 18 Millionen Euro liegen.

Humboldt-Forum in Berlin gewährt Einblicke

Die «Werkstatt» für das künftige Berliner Schloss zeigt Planungen

Im Informationszentrum am Schlossplatz in Berlins Mitte illustrieren ab sofort zwei große Etagenmodelle, was künftig im zweiten und dritten Stockwerk des sogenannten Humboldt-Forums zu sehen sein wird. Besucher sind eingeladen, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Hauptnutzer des rekonstruierten Stadtschlosses werden das Ethnologische Museum und das Museum für Asiatische Kunst. Sie wollen in dem Bau
gegenüber Dom und Museumsinsel die außereuropäische Kultur in einer neuen, publikumsfreundlichen Weise präsentieren. Entsprechend dem Stand der Planung werden die neuen Raummodelle Schritt für Schritt mit miniaturisierten Ausstellungselementen gefüllt. Das zu DDR-Zeiten zerstörte Schloss soll bis 2019 wieder aufgebaut und unter dem Namen Humboldt-Forum ein Kultur- und Kommunikationszentrum werden. Das Projekt liegt im Zeitplan, drei Stockwerke sind bereits im Rohbau fertig.

Ballett als Leidenschaft

Für Hélène Bouchet ist Tanzen kein Job, sondern Passion

Die Erste Solistin beim Hamburg Ballett sagte dem «Zeit»-Magazin, als Ballerina gehe es ihr nicht um die Bewunderung des Publikums, sondern sie tue es für sich und «es macht mich glücklich und erfüllt mich». Bouchet, die die Hauptrolle in John Neumeiers neuem Ballett «Tatjana» tanzt, wünscht sich manchmal ein normaleres Leben, besonders «wenn man morgens aufwacht, Schmerzen hat und trotzdem neun Stunden trainieren muss.» Als sie mit 15 Jahren ihre erste Trainingsverletzung hatte, sei für sie eine Welt zusammengebrochen. Tanzen sei ihre Leidenschaft, «und eine Leidenschaft gibt man nicht einfach so auf.»

Für Unesco-Welterbe fehlt Geld und Personal

Stößt das Unesco-Programm bald an seine Grenzen?

Für den Erhalt der Unesco-Welterbestätten fehlt es an Geld und Personal. «Die Situation ist dramatisch», sagte Mechtild Rössler, stellvertretende Direktorin des Unesco-Welterbe-Zentrums in Paris. «Wir haben nicht mehr die Ressourcen, den armen Ländern dieser Welt beim Erhalt und dem Schutz-Managementplan zu helfen.» Das Geld werde an der falschen Stelle ausgegeben, beklagte Rössler, die sich seit mehr als 20 Jahren um den Schutz von Welterbe-Stätten kümmert. «Es werden von den Staaten Millionen von Dollars für die Organisation von Welterbekomitees ausgegeben, die Schauvitrinen für die Staaten sind, sowie Millionen von Euro für die Nominierung. Für den Erhalt der Stätten ist dann kein Geld mehr da.» Bei der Aufnahme von Kulturstätten in die Welterbeliste spiele auch politischer Druck eine Rolle.

Viginia Woolf - Ein Leben in Bildern

Ausstellung über eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts

Die National Portrait Gallery in London stellt die gesellschaftskritische und oft spitzzüngige Literatin Virginia Woolf in Bildern vor: Etwa 100 Porträts, Fotos, Briefe, Tagebuchauszüge sollen Einblick in die Höhen und Tiefen der von Depressionen geplagten englischen Intellektuellen geben, die 1941 mit 59 Jahren den Freitod wählte. Ihr letzter Brief an ihre Schwester, die Künstlerin Vanessa Bell, gehört zu den raren Archivstücken, die in der Ausstellung gezeigt werden. Die Ausstellung «Virginia Woolf: Art, Life and Vision» läuft vom 10. Juli bis zum 26. Oktober.

Berliner Jungs auf Zack - «Rico, Oskar und die Tieferschatten» im Kino

Erster Teil von Andreas Steinhöfels Kinder-Krimi-Trilogie wurde verfilmt

Der zehnjährige Rico ist tiefbegabt, wie er es selbst ausdrückt. Das heißt, in seinem Kopf kullern die Gedanken manchmal wie die Kugeln in einer Bingotrommel wild durcheinander. Das macht aber nichts, denn wenn Rico mal nicht weiter weiß, dann hat er ja Oskar - der ist zwar ziemlich ängstlich und trägt zur Sicherheit immer einen Helm, ist aber hochbegabt. Zusammen sind die Berliner Jungs ein unschlagbares Team. Andreas Steinhöfels Kinder-Krimi-Trilogie mit Rico und Oskar in den Hauptrollen hat sich nach Angaben des Carlsen Verlags bislang eine Million Mal verkauft. Übersetzungsrechte wurden in 31 Länder vergeben. Mit «Rico, Oskar und die Tieferschatten» kommt jetzt das erste Abenteuer der Freunde ins Kino. Regisseurin Neele Leana Vollmar hatte bei der Auswahl der grandiosen Hauptdarsteller Anton Petzold (Rico) und Juri Winkler (Oskar) ein glückliches Händchen. Die Nachwuchstalente können es locker mit den vielen erwachsenen Stars wie Karoline Herfurth, Ursela Monn, Axel Prahl, David Kross, Ronald Zehrfeld, Anke Engelke und Milan Peschel aufnehmen. Das nicht ganz einfache Umfeld, in dem Rico und Oskar aufwachsen, ist gut getroffen. Völlig unprätentiös und nie moralisierend wird zum Beispiel vom Job von Ricos alleinerziehender Mutter in einem Nachtclub und ihrem eher unkonventionellem Lebens- und Erziehungsstil erzählt.

Morrissey hat zehntes Soloalbum vorgelegt

Der Wahl-Amerikaner bleibt sich auf «World Peace Is None Of Your Business» treu

Immer stramm gegen das Establishment. Wer sich als sogenannter Gutmensch fühlt und sich gern bestätigen lässt, dass Fleischessen Mord ist und Macht schlecht - für den ist das neue Morrissey-Album Pflicht. Für den Rest der Musik-Fans ist das neue Werk des Musikers mit Wurzeln im britischen Arbeitermilieu von Manchester eher Geschmackssache. Recht gut hörbar, mit einem breiten musikalischen Mix von Flamenco-Rhythmen bis Rock, aber musikalisch ohne die ganz großen Überraschungen. Die Kritik geht eher freundlich mit Morrissey um. «Diese zwölf Stücke stellen Morrisseys beständigste, unterhaltsamste und auch herbste Sammlung dar», schreibt etwa der «Irish Independent». In den 80er Jahren als Sänger der Indie-Rocker von The Smiths großgeworden, hat Morrissey im Alter von 55 Jahren seine sichere musikalische Spur mit dem neuen Album nicht verlassen. Auch sein zehntes Soloalbum ist nie ganz brav und gespickt mit wohldosierter Provokation. Für seine Plattenfirma Harvest Records knüpft er mit seinem neuen Album «an die Glanzleistungen vergangener Jahrzehnte an».

Schauspielerin Inge Meysel : «Mutter der Nation» und Kratzbürste

Morgen jährt sich der Todestag der Schauspielerin zum 10. Mal

Widersprecht, geht raus, lebt! Das war das Motto von Inge Meysel. Mit ihrer resoluten Art wurde sie eine der beliebtesten Schauspielerinnen Deutschlands. Komiker Karl Dall vermisst im Showgeschäft Kratzbürsten wie Inge Meysel: Auch wenn sie manchmal unberechenbar fies war, aber das war mir lieber als diese angepassten, ewig schleimenden Menschen, die nur einen guten Eindruck machen wollen. Darauf hat sie gepfiffen, sagte Dall. Heute hätte noch die Hälfte der Maskenbildner so einen Hals, wenn sie den Namen Meysel hören, weil sie diese wohl am meisten fertig gemacht hat, meinte der Komiker. Mit ihrer ruppigen Art und ihrer Kodderschnauze eckte die «Mutter der Nation», deren Todestag sich am Donnerstag zum 10. Mal jährt, immer wieder an. Sie nutzte ihre Popularität aber auch, um kritisch Stellung zu beziehen.

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