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Interview / Archiv | Beitrag vom 18.01.2016

Reichtumsverteilung auf der WeltEiner hat so viel wie 58 Millionen andere zusammen

Matthias Fiedler im Gespräch mit Anke Schaefer und Christopher Ricke

Eine Frau mit Sonnenbrille läuft vorbei an einem Bettler in der Brienner Straße in der Münchner Innenstadt. (picture-alliance/ dpa / Markus C. Hurek)
Soziale Schere: Arm und Reich in München (picture-alliance/ dpa / Markus C. Hurek)

Manchmal kann man das Drama der Welt in einfache Zahlen fassen: Laut der Hilfsorganisation Oxfam besitzen die 62 reichsten Menschen der Welt so viel wie die 3,6 Milliarden ärmsten. Für Matthias Fiedler, Geschäftsführer der Bewegungsstiftung, ist die neue Studie erschreckend. Aber nicht überraschend.

Der Wohlstand auf der Welt ist so ungerecht verteilt, dass man sich die Dimensionen des Problems nicht mehr vorstellen kann. Die 62 reichsten Menschen der Welt verfügen über so viel Besitz wie die ärmste Hälfte der Weltbevölkerung – das sind 3,6 Milliarden Menschen. Im statistischen Mittel: Ein Reicher hat so viel wie 58 Millionen Arme. Das wird jetzt in einer Studie der Hilfsorganisation Oxfam dargelegt.

Und die Schere geht weiter auf. Auch in Deutschland nehme die soziale Spaltung noch immer zu, sagte Matthias Fiedler, Geschäftsführer der Bewegungsstiftung, im Deutschlandradio Kultur.

Mit Schwarm-Intelligenz zu besseren Förder-Entscheidungen

Die Bewegungsstiftung ist eine Antwort auf das Problem. Menschen nutzen ihr Vermögen, um gemeinsam die gute Sache zu unterstützen. Und sie tun es bewusst gemeinsam, berichtet Fiedler. So könne man die Schwarm-Intelligenz nutzen, um zu besseren Förder-Entscheidungen zu kommen.

Mit einzelnen Wohltätern wie Bill Gates oder Mark Zuckerberg in den USA hat Fiedler hingegen ein Problem. Diese bekämen als Einzelpersonen durch ihre Wohltätigkeit großen gesellschaftlichen Einfluss, sagte er. Das sei in einer Demokratie problematisch.

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