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Interpretationen

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Interpretationen / Archiv | Beitrag vom 20.05.2012

Recht originell und für gute Geiger

Antonin Dvoráks Violinkonzert a-moll op. 53

Moderation: Mascha Drost

Antonin Dvorák
Antonin Dvorák (AP Archiv)

"Recht originell, kantilenenreich und für gute Geiger " – so sollte nach Wunsch von Verleger Fritz Simrock das Violinkonzert von Antonin Dvořák sein. Dvořák, der gerade mit seinen slawischen Tänzen europaweit Furore gemacht hatte, setzte sich auch beherzt an die Arbeit und hatte sein Werk innerhalb weniger Woche vollendet.

Allerdings erblickte diese erste Fassung niemals das Innere eines Konzertsaals, und Schuld war einer der bedeutendsten Geiger seiner Zeit, Freund von Johannes Brahms, Förderer des jungen Dvořák, aber leider gleichzeitig auch Totengräber seines Violinkonzerts: Joseph Joachim.

Seine Kritik an den Werk fiel so fundamental aus, dass Dvořák nicht einen Takt behielt und eine völlig neue Version komponierte. Ein Werk, das über die akademische Konzertform hinausgeht, in dem sich kunstvollste Kompositionstechniken mit slawischer Folklore verbinden und das dem Solisten alle Gelegenheit zum Schwelgen, Brillieren, Schmachten und virtuosem "Reinhauen" bietet.

Auffällig ist, dass ältere Aufnahmen die Dramatik des Konzerts betonen und jüngere Einspielungen einen ausgeglicheneren Eindruck machen. Geiger wie Yehudi Menuhin, Nathan Milstein, Gerhardt Taschner, Isaac Stern, David Oistrach, Itzhak Perlman, Isabelle Faust oder Arabella Steinbacher werden die Solisten dieser Sendung sein.