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Interview / Archiv | Beitrag vom 06.10.2012

Putins Selbstinszenierung "spottet wirklich jeder Beschreibung“

Die Historikerin Irina Scherbakowa kritisiert Stillstand und Korruption in Russland

Wladimir Putin im Wahlkampf (dpa / picture alliance / Alexey Kudenko)
Wladimir Putin im Wahlkampf (dpa / picture alliance / Alexey Kudenko)

Zum 60. Geburtstag von Wladimir Putin überbringt die Germanistin und Geschichtswissenschaftlerin Irina Scherbakowa alles andere als Glückwünsche: Russland sei in Stagnation gefangen, weil eine ganze Gruppe die Macht innehabe.

Anlässlich des morgigen 60. Geburtstags von Wladimir Putin sagte Scherbakowa über den Präsidenten der russischen Föderation: "Mit 60 ist es Zeit, sich zu besinnen, das ist eigentlich die Zeit, wo der Mensch sich besinnen soll, was eigentlich bleibt". Scherbakowa kritisierte Putins mediale Selbstinszenierungen: "Ich finde, dass diese krass gewordenen Selbstdarstellungen, das spottet wirklich jeder Beschreibung. Ich glaube, das wirkt schon für viele Menschen wirklich komisch."

Wichtige Reformen im Land seien dringend notwendig, doch wenn "nichts voran geht und alles stagniert, dann gibt es nur zwei Möglichkeiten für Veränderung, und ich hoffe, dass eine demokratische Möglichkeit von den Menschen wahrgenommen wird." Unter Putin als Vertreter einer ganzen Gruppe, die die Macht im Lande innehabe, stagniere das Land. Auf Dauer werde das nicht gut gehen, prognostizierte die Historikerin und Germanistin. Und wenn das Land "in Korruption (…) und Machtmissbrauch versinkt, dann wird das sehr gefährlich."

Das vollständige Gespräch mit Irina Scherbakowa können Sie in unserem Audio-on-Demand-Programm bis zum 6. Februar 2013 als MP3-Audio hören.

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