Seit 00:05 Uhr Klangkunst
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 00:05 Uhr Klangkunst
 
 

Fazit / Archiv | Beitrag vom 19.05.2010

"Prince of Persia. Der Sand der Zeit"

Hannelore Heider über eine Computerspiel-Verfilmung

Szene aus "Prince of Persia - Der Sand der Zeit" (Disney Enterprises, Inc. and Jerry Bruckheimer, Inc. All rights reserved.)
Szene aus "Prince of Persia - Der Sand der Zeit" (Disney Enterprises, Inc. and Jerry Bruckheimer, Inc. All rights reserved.)

"Prince of Persia. Der Sand der Zeit" ist die Kino-Adaption eines Computerspiels: Jake Gyllenhaal schlüpft in die Rolle des Prinzen Dastan, der im alten Persien gegen Bösewichte ankämpft.

USA 2009. Regie: Mike Newell. Darsteller: Jake Gyllenhaal, Gemma Arterton, Ben Kingsley, Alfred Molina, u. a. Länge: 116 Minuten

Die im Persischen Großreich des 6. Jahrhunderts angesiedelte Geschichte stammt aus einem erfolgreichen Videospiel und ist demzufolge so simpel wie verquast. Aber darauf kommt es auch nicht an, wenn sich Produzent Jerry Bruckheimer, der Alleskönner unter den Regisseuren Mike Newell und das Haus Disney aufmachen, einen Nachfolger für die "Piraten der Karibik" auf den Sommerkinospielplan zu hieven.

In einen Zauberdolch wurde der Titel gebende Sand der Zeit von den Göttern deponiert, Prinzessin Tamina, Herrscherin über eine Heilige Stadt, bewacht ihn. Doch als die Perser die Stadt einnehmen, ist das Heiligtum preisgegeben, gelangt es in falsche Hände, kann es den Weltuntergang bringen.

Der Run ist eröffnet und bietet den Spielplatz für ausreichend Abenteuer und Action, die der erhoffte Blockbuster aus allem kombiniert, was Abenteuerfilme von den Musketieren über Zorro bis zu den Piraten so attraktiv für ein großes Kinopublikum machten, wenn denn ausreichend Stars an den Start gingen. Hier sind es Jake Gyllenhaal, der Dastan, den dritten, nicht reinblütigen Sohn des Perserkönigs spielt. Als sportlicher Außenseiter in der Königsfamilie kommt er bald dem eigentlichen Verderber, Kriegstreiber und Königsmörder Ben Kingsley auf die Spur.

An seiner Seite die bildschöne Hüterin des Dolches, Prinzessin Tamina, gespielt von Bond-Girl Gemma Arterton. In deutlich computergenerierten Kulissen toben bis zur Unkenntlichkeit schnell geschnittene Schwertkämpfer und Messerwerfer, in sportlicher Action werden die höchsten Fassaden und Dächer bezwungen, die Künstlichkeit solch klassischer Abenteuerelemente aber wird kaum verhehlt. Auch die versprochene Romantik hält sich in den von Disney vorgegebenen Familien tauglichen Grenzen. Tamina und ihr Prinz albern in keuscher Highschoolmanier. Für einen erfrischenden Auftritt sorgt Alfred Molina als profaner Geschäftemacher im Scheichkostüm.

150 Millionen Dollar wurde in diesen aufgeblasenen Stilmix investiert, der aber ein Publikum über der angegebenen Altersfreigabe von 12 Jahren kaum mitreißen dürfte. Der Film kann es an Witz, Tempo und Ideenreichtum mit den "Piraten der Karibik" in keinem Punkt aufnehmen.

Filmhomepage "Prince of Persia"

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsNachrichten aus der gelenkten Demokratie
Die undatierte Aufnahme zeigt den deutschen Journalisten Deniz Yücel, Türkei-Korrespondent der "Welt", in Istanbul. (picture alliance/dpa - privat: Deniz Yücel)

In der FAZ erläutert Deniz Yücel, wie der türkische Präsident Erdogan die Demokratie benutzt, um seine Ziele zu verfolgen. Christian Mihr von "Reporter ohne Grenzen" vergleicht die Attacken Donald Trumps auf die Medien mit denen lateinamerikanischer Linkspopulisten. Mehr

weitere Beiträge

Fazit

42. Mülheimer TheatertageVon "Wut" bis "Vernichtung"
Die österreichische Autorin Elfriede Jelinek während eines Interviews in Wien, aufgenommen 1999 (picture alliance / dpa / Hans Klaus Techt)

Schon die Einladung zu den Mülheimer Theatertagen ist eine Auszeichnung. Die Jury hat nun die Stücke bekanntgegeben, die dort im Mai zu sehen sein werden. Unter ihnen sind Elfriede Jelinek mit "Wut" und Olga Bach mit "Die Vernichtung".Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur