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Kompass / Archiv | Beitrag vom 07.03.2005

Podcasting

Radiohören per mp3-player

Von Markus Maier

Apple iPod (AP)
Apple iPod (AP)

Schau, da läuft wieder einer. Die weißen Kopfhörerkabel verraten ihn sofort. Auch er ist einer der vielen Eigentümer eines iPods. Dem MP3-Player, der den Soundtrack für den Alltag liefert.

Einen Nachteil hat das Leben in New York. Immer ist man sechs Stunden hinten dran. Dank der Zeitverschiebung natürlich. Die macht den Kontakt zur Heimat schlafraubend.

Also muss man für die wichtigsten Dinge im Leben …

Deutschlandradio Kultur.

… früh raus. In New York ganze sechs Stunden eher.

Gähnen

Damit aber ist hoffentlich bald Schluss.

Thank you.

Dank der neuen Internet-Kommunikation namens Podcasting.

What?

Podcasting ist eine Art zeitversetztes Radiohören.

I am sorry?

Eine Wortschöpfung aus ...

... iPod ...

... dem am weit verbreitestesten MP3-Player der Firma Apple, und dem englischen Wort Broadcasting für Rundfunk. Und Ipod plus Broadcasting ergibt eben Podcasting.

Really?

Erfunden und ins Internet eingeführt hat es Adam Curry, früher Moderator beim Musiksender MTV. Er hat eine kostenlose Software geschrieben, die Radiosendungen aus dem Internet lädt. Gesendet wird praktisch direkt auf den iPod des Zuhörers.

So funktioniert's: Kaum ist das Radiofeuilleton frisch gesendet, wird es als Audiodatei ins Internet gestellt. Die Datei abonnieren kann ich über das kostenlose Programm iPodder. Das lädt, sobald ich online bin, die Sendung automatisch auf meinen Rechner. Der schickt sie auf meinen digitalen Musik-Player. Den steck ich ein, die Kopfhörer auf und weg bin ich.

Zurückkommen sollte ich aber doch nochmal. Zum Nachladen, natürlich.
Denn das kostenlose Programm hält für mich die Ohren auf. Regelmäßig lädt es die neusten Audiodateien auf meinen Computer. Für mich läuft alles automatisch ab, vom Durchsuchen, Zusammenfassen bis zum Überspielen. Ich verbinde nur noch den MP3-Player mit dem Computer und geh online. Das war's.

Nicht, das wir uns falsch verstehen: Es ginge auch ohne iPod und iTunes und Apples ganzen i-Kram. Aber es wäre nur halb so schön. Denn:
Fehlt beispielsweise das kostenlose Programm iTunes, werden die Audio-Dateien nur auf der Festplatte abgelegt. Auf meinem Musik-Player liegen sie dann noch lange nicht.

Ooooh!

Zugegeben: Vor allem Technikbegeisterte hören zu. Zu zehntausenden lauschen sie Adam Curry, dem Podcaster der ersten Stunde. Täglich stellt er seine Botschaft ins Internet. Diesmal vorproduziert in 12.000 Metern Höhe auf einem Flug Richtung London. Liegend in der Business-Class.

Adam Curry

Wer noch höher hinaus will, lädt sich den katholischen Insider-Podcast.

CatholicInside

Hier lädt ein holländischer Geistlicher ein zur Sound-Seeing-Tour durch den Vatikan. Immer auf der Suche nach dem heiligen Vater und dem ersten Podcast-O-Ton von höchster Stelle. Damit kann Reverend Tim natürlich nicht mithalten. Sein Podcast aus San Francisco bietet dafür andere Höhen und Tiefen.

Trotzdem: Podcasting ist nicht nur etwas für Amateure.

From New York Public Radio. This is the Podcast of On The Media and heard across America ...

Selbst NPR, das öffentliche Radio der USA, und die britische BBC halten ihren Podcast bereit. Zum Runterladen durch jederman.

Für den Hörer heißt das: Er stellt sich sein eigenes Radioprogramm zusammen. Auf der Internetseite iPodder.org kann er unter tausenden wählen.

Are you ready?

Aber viel wichtiger: Er kann es hören, wann und wo er will. Eben zeitversetztes Internetradio zum Mitnehmen. Selbst dahin, wo es noch kein Internet gibt. Und dass, so absurd das klingt, freut auch die Radioschaffenden. Können sie doch hoffen, dass man sie jetzt überall hört.

Überall in Deutschland.

Mehr noch: Überall auf der Welt. Und besonders in New York.

Gähnen

Eben per Podcast.

Radiofeuilleton Kompass.

Hören, wann ICH es will.

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