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Interview / Archiv | Beitrag vom 31.10.2014

Outing von Tim CookBisher kein Outing eines deutschen Topmanagers

Chef des Bundesverbandes schwuler Führungskräfte Völklinger Kreis wünscht sich Nachahmer

Moderation: Jörg Degenhardt und Miriam Rossius

(picture alliance / dpa /   Jiang Xin )
Apple-Chef Tim Cook (picture alliance / dpa / Jiang Xin )

Apple-Chef Tim Cook ist schwul, na und? Ist doch heutzutage kein Problem mehr. René Behr ist Vorsitzender des Bundesverbandes schwuler Führungskräfte Völklinger Kreis und Personalchef der Hugo Boss AG – und sieht das anders: Vor allem im Mittelstand und in technischen Branchen gebe es nach wie vor Aufklärungsbedarf.

René Behr ist Vorsitzender des Völklinger Kreises, dem Bundesverband schwuler Führungskräfte, und Personalchef bei Hugo Boss. Erhofft sich vom öffentliche Outing des Apple-Chefs Tim Cook eine "Strahlkraft" für Deutschland: Er wünsche sich, dass Cooks Beispiel Mitarbeitern deutscher Unternehmen Mut mache.

Schwule Führungskräfte müssen sichtbarer werden

Denn nach wie vor herrsche unter homosexuellen Führungskräften in Deutschland Angst vor Diskriminierung und einem vorzeitigen Karriereende im Fall eines Outings. Bisher habe sich kein deutscher Top-Manager zu seiner Homosexualität bekannt, der noch im Beruf stehe. "Es gibt sie", betonte der Chef des Völklinger Kreises. "Dementsprechend ist es, glaube ich, auch wichtig, dass es jetzt sichtbarer wird."

Wirtschaft und Fußball: Zwei Domänen klassischer Männlichkeit

Behr verglich die Situation von homosexuellen Führungskräften in der Wirtschaft mit der von schwulen Fußballern. Beide Bereiche seien "sehr männlich dominiert". In der Wirtschaft existiere häufig noch das klassische Rollenmodell "verheiratet, zwei Kinder, Frau möglichst nicht berufstätig".

Viel Aufklärungsbedarf sieht Behr vor allem im Mittelstand und in männerdominierten, technischen Branchen. Banken dagegen hätten längst erkannt, dass sie durch einen offenen Umgang mit Homosexualität "innovative und kreative" Mitarbeiter anziehen könnten.

 

Mehr zum Thema:

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(Deutschlandradio Kultur, Zeitfragen, 27.10.2014)

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