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Länderreport / Archiv | Beitrag vom 08.02.2016

Nordrhein-Westfalen Ein kleine Wappenkunde

Von Claus-Stephan Rehfeld

(dpa / picture alliance / Robert Fishman)
Ein Denkmalschild mit dem nordrhein-westfälischen Landeswappen an einer Außenmauer der Burg Sternberg im Extertal/Lippe (dpa / picture alliance / Robert Fishman)

Nordrhein-Westfalen, da, wo Jahr für Jahr sechs Tage lang geschunkelt wird. Da, wo es die Pappnase aber trotzdem nicht ins Wappen des Landes geschafft hat - eine kleine Wappenkunde von Claus-Stephan Rehfeld.

Der Schein trügt. Die rote und die grüne Hälfte auf dem gespaltenen Wappenschild sind nicht gleich groß. Das westfälische Ross beansprucht mehr Platz als das rheinische Wellenband. Und: Zwar ist das westfälische Wappen älter als das rheinische, doch die Lippesche Rose hat die längste Historie aufzuweisen.

Ein gewelltes silbernes Wellenband auf grünem Grund – der Rheinstrom. Er steht für das Rheinland. Aber seine Darstellung als silbernes Band geht auf die Preußen zurück. Sie verliehen 1822 das silberne Band als Wappen dem preußischen Rheinland. Damals zierte auch der preußische Adler das Wappen der Rheinprovinz, und der silberne Niederrhein wellte sich von links unten nach rechts oben. Heute zieht sich das Wellenband von links oben nach rechts unten.

Neugebildete preußische Provinz Westfalen

Ein nach rechts gewandtes, springendes silbernes Ross auf rotem Grund – das Westfalenross. Es steht für Westfalen, das einst zum altsächsischen Stammesgebiet gehörte. Und es geht auf eine Legende zurück, die den altsächsischen Herzögen das Sachsenross als Wappentier andichtete. Ab dem 16. Jahrhundert dann demonstrieren die Kölner Erzbischöfe mit dem Ross ihre Besitzansprüche. Und wieder sind es die Preußen, die das springende Pferd auf rotem Grund zum Wappen machen – 1817, für die neugebildete preußische Provinz Westfalen. Und anders als das Niedersachsenross, dass ebenfalls auf das Sachsenross zurückgeht, trägt das Westfalenross den Schweif immer noch nach oben.

Eine rote Rose mit goldenen Butzen und goldenen Kelchblättern im silbernen Feld – die Lippesche Rose. Sie ziert das untere Wappenfeld auf dem Wappenschild. Spätestens seit 1222 führten die Edlen Herren zur Lippe eine rote Rose mit goldenen Samen im silbernen Schild als ihr Wappen. Und sie führten es über die Jahrhunderte fort. Dann, 1947, wurde Lippe dritter Landesteil von Nordrhein-Westfalen.

Grün der Rheinwiesen und Rot der westfälischen Erde

Auf dem Wappen des neugegründeten Landes steht die Lippesche Rose im kleinsten Wappenfeld nun um 36 Grad gedreht. Ein Kelchblatt zeigt jetzt nach oben statt wie früher nach unten. Die Grundfarben des Landeswappens von Nordrhein-Westfalen sind Grün-Weiß-Rot. Sie gehen zurück auf die Farben der preußischen Provinzen Westfalen weiß-rot und Rheinland grün-weiß. In der Literatur wird gelegentlich das Grün mit den Rheinwiesen und das Rot mit der westfälischen Erde assoziiert.

 

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