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Erneuerbare Energien / Archiv | Beitrag vom 02.05.2011

Neue Lampen für das Land

Quecksilberdampflampen müssen bis 2015 ausgetauscht werden

Von Tonia Koch

Bei der Straßenbeleuchtung soll es künftig keine Quecksilberdampflampen mehr geben. (swd-ag.de)
Bei der Straßenbeleuchtung soll es künftig keine Quecksilberdampflampen mehr geben. (swd-ag.de)

Mehr als ein Drittel der Leuchten auf den Straßen in Deutschland sind älter als 30 Jahre. Nun hat die EU vorgeschrieben, dass alte Quecksilberdampflampen bis 2015 augetauscht werden müssen - Bund und Länder wollen den Kommunen deshalb helfen, ihre Beleuchtungskonzepte umzustellen.

Die Stadt Saarbrücken verfügt über insgesamt 25.000 Leuchten. Das sind zu viele. 3000 davon sind noch veraltete Quecksilberdampflampen und ihre Anordnung lässt zu wünschen übrig. Die Betriebskosten für die Straßenbeleuchtung belaufen sich daher jährlich auf über drei Millionen Euro. Zu Beginn des Jahres hat der Bund kurzfristig Hilfe angeboten.

Städte, die ihre Beleuchtungskonzepte auf LED-Technik, also auf Leuchtdioden umstellen, unterstützt er mit 40 Prozent der Investitionskosten. Städte und Gemeinden hatten zwar nur drei Monate Zeit, ihre Förderanträge einzureichen. Der Rücklauf sei trotzdem rege, so das Ministerium. Saarbrücken hat darauf verzichtet, Hilfe zu beantragen, sagt Baudezernentin Rena Wandel-Höfer.

Wandel-Höfer: "Wir beschäftigen uns schon länger mit LED und haben uns diesen Bereich genau angesehen, sind jedoch zu dem Ergebnis gekommen, dass die Technik noch nicht ausgereift genug, ist. Wenn ich nicht ganz neue Leuchten hinstellen will, sondern alte ertüchtigen möchte, da ist die Technik noch nicht weit genug."

Die Stadt setzt stattdessen auf konventionelle Natriumdampflampen und auf ein verbessertes Management ihres Netzes. Das heißt, sie wechselt zunächst Tausende sogenannter Vorschaltgeräte aus. Diese werden benötigt, um die Lampen zum Glühen zu bringen. Aber die elektronischen Helfer können noch mehr. Sie sparen Strom wenn sie entsprechend programmiert werden, sagt Wandel Höfer.

Wandel-Höfer: "Dann kann ich entscheiden, dimme ich, schalte ich nur jede zweite Leuchte in den Nachtstunden ein, das heißt ich komme damit zu einer individuellen Lichtstärke der Leuchten und damit zu Einsparpotenzialen."

Nach Berechnungen der Universität Darmstadt können mit herkömmlicher Technik und einem verbesserten Management ähnliche Energie-Einsparpotenziale erzielt werden wie mit LED. Diese lägen bei 60 bis 70 Prozent. Die rasante technische Entwicklung allerdings, spreche - so die Experten von der Universität - mittelfristig eindeutig für LED. Nur bei den Kosten sieht es anders aus.

Die Investitionskosten sind bei der noch jungen LED-Technik noch immer um ein Vielfaches höher. Ein großflächiger Ausbau rechnet sich deshalb nur da, wo der Bund massiv fördert. Wie etwa in Kaiserslautern, das einen Bundeswettbewerb gewonnen hat und insgesamt 5000 Leuchten austauschen wird, erläutert Bau- und Umweltdezernent Peter Kiefer.

Kiefer: "Für die Umrüstung der Hochdruckquecksilberdampflampen sind 4,5 Millionen Euro vorgesehen für die nächsten 3 Jahre .Aber wir haben das Glück, 50 Prozent Zuschüsse vom Bund dafür zu bekommen."

Viereinhalb Millionen Euro für 5000 Leuchten, das ist für kaum einen städtischen Haushalt zu stemmen. Die Saarbrücker Baudezernentin würde sich daher wünschen, dass die Öffentliche Hand das Einsparziel finanziell honoriert und nicht den Weg dort hin. Denn verringerte Watt-Zahlen bedeuteten weniger Strom und damit weniger CO2.

Aber der Bund will nach Angaben des Bundesumweltministeriums nichts bezuschussen, was sich ohnehin für die Städte bezahlt macht. Die grüne Umweltministerin im Saarland sieht das anders. Sie hat noch vor Ostern ein Landes-Programm aufgelegt, das den Austausch von Straßenleuchten bezuschusst, wenn sich damit mindestens 30 Prozent Energie einsparen lässt. Simone Peter hält das für einen guten Weg.

Peter: "Es ist wie bei Privatfrau oder Privatmann auch, es benötigt oft einen Anreiz, denn es sind zunächst Investitionskosten da."

Dies Mittel wird die Stadt Saarbrücken abrufen, denn sie machen sich für den städtischen Hauhalt und die Umwelt bezahlt.

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