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Interview / Archiv | Beitrag vom 02.10.2014

Neue AppMehr freie Zeit in der Freizeit

Wissenschaftler entwickeln gemeinsam mit einem Start-up eine App, die den Feierabend verteidigt

Moderation: Dieter Kassel und Ute Welty

Ein Mann surft mit seinem Smartphone im Internet. Fast neun von zehn Deutschen finden es unhöflich, wenn ihr Gegenüber beim Essen immer wieder auf das Smartphone schaut. Foto: Nicolas Armer (picture alliance / dpa / Foto: Nicolas Armer)
Das Smartphone einfach mal weglegen - das können viele nicht. (picture alliance / dpa / Foto: Nicolas Armer)

Wer träumt nicht manchmal von einem kleinen Helferlein, das einem nach Feierabend alle lästigen Telefonanrufe und Kontakte vom Hals hält? Berliner Forscher und ein Start-up-Unternehmen haben jetzt eine Smartphone-App entwickelt, die unerwünschte Störungen blockiert.

Für mehr Freizeit in der Freizeit blockiert die neu entwickelte App "Offtime" zuvor individuell festgelegte Kontakte und Kommunikationskanäle. Damit der Chef oder der Twitter-Account nicht nach Feierabend nerven - und man nicht ständig in Versuchung gerät, seine Mails zu checken. Eine Studie aus dem Fachbereich der Arbeitspsychologie am Institut für Psychologie der Humboldt-Universität zu Berlin begleitet die App-Entwicklung der Post-Tech-Start-up-Firma Offtime.

Aber braucht man wirklich so eine App? Die ständige digitale Berieselung und die eigene Verfügbarkeit über mobile Geräte wie das Smartphone führe "zu kürzeren Erholungsphasen und verschwimmenden Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit", erklärt Prof. Dr. Annekatrin Hoppe vom Institut für Psychologie an der Humboldt-Universität. "Die arbeitspsychologische Forschung zeigt eindeutig, dass Erholung in Form von regelmäßigen Pausen bei der Arbeit sowie durch Entspannung am Abend und das Abschalten wesentlich für den Erhalt der eigenen Gesundheit sind. Darüber hinaus beeinflussen Erholungsphasen das Arbeitsengagement und die Arbeitsleistung am nächsten Tag."

Der Unterschied ist nur: Einige Smartphone-Nutzer - und Annekatrin Hoppe zählt sich selbst dazu - haben genug Selbstdisziplin, freiwillig auf den ständigen Mail-Check zu verzichten und Facebook Facebook sein zu lassen. Oder einfach mal das Handy klingeln zu lassen.

Andere dagegen - die Junkies unter den Nutzern - freuen sich vielleicht über den kleinen Kontrolleur in Form einer weiteren App fürs Smartphone. 

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