Freitag, 31. Oktober 2014MEZ12:48 Uhr

Fazit

Goethe 2.0Das Leben eines Universalgenies digital
Auf dem Bild "Goethe in der römischen Campagna" von Johann Heinrich Wilhelm Tischbein liegt Goethe hingebettet vor einer italienischen Landschaft

Es ist eines der größten geisteswissenschaftlichen Forschungsprogramme der Bundesrepublik: "Propyläen. Forschungsplattform zu Goethes Biographica", nennt es sich. Wird der moderne Mensch den alten Dichter durch die digitalen Medien besser verstehen? Mehr

Filme der WocheSolidarität in den 80ern und heute
Die belgischen Brüder Jean-Pierre (l) and Luc Dardenne (r) bei der Vorstellung ihres Films "Zwei Tage, eine Nacht" beim Valladolid International Film Festival in Spanien, aufgenommen am 18.10.2014

Engagement, Kooperation und Mitgefühl auf der Leinwand: Das mitreißende britische Sozialdrama "Pride" punktet mit Spaß und Pointen; "Zwei Tage, eine Nacht" der Gebrüder Dardenne zeigt den Kampf einer Angeschlagenen in einem Klima sozialer Kälte.Mehr

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Kompressor | Beitrag vom 08.07.2014

Nazi-HipsterRechts und trendy

Politologe Jan Schedler über Stilwandel in der rechten Szene

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Rechts und trendy: Nazis kleiden sich neuerdings modebewusst. Das birgt Gefahren.
Nazis kleiden sich neuerdings modebewusst. Das birgt Gefahren. (dpa / picture alliance / Britta Pedersen)

Unter "Nazi-Hipstern" versteht man Rechtsextreme, die Jutebeutel tragen, Hip-Hop hören und vegan kochen. Zwar seien "Nazi-Hipster" ein Randphänomen, so der Politologe Jan Schedler. Ein Stilwandel zu trendiger Streetware sei in der rechten Szene aber schon länger zu beobachten.

Unter den jüngeren Neonazis habe sich durchgesetzt, "dass man sich eben am Zeitgeist orientiert, dass im Vordergrund steht, für welche Ideologie man eintritt und dass das eigene Auftreten da dann eben nicht von so großer Bedeutung ist", sagte er am Dienstag im Deutschlandradio Kultur.

Aus Gesprächen mit einem Aussteiger aus der rechten Szene wisse er, dass in Nazi-WGs Altäre mit Hitler-Büsten und SA-Dolchen aufgebaut würden, "wo daneben die Hip-Hop-CDs von Aggro Berlin standen", so Schedler. "Die kriegen das offenbar persönlich recht gut zusammen, was für uns zurecht natürlich sehr befremdlich ist."

"Leichter Zugang zu anderen Jugendlichen"

Trotz ihres modernen Auftretens seien die Rechtsextremen nicht weniger bedrohlich, sagte Schedler. "Während viele rechte Skins nicht wirklich politisch organisiert gewesen sind, vielleicht zu situativer Gewalt geneigt haben, haben wir eben es hier mit einem harten, organisierten Kern im Neonazismus zu tun."

Die Gefahr sei zudem, "dass solche Neonazis von den Mitschülern in der Schule erst einmal gar nicht als so radikal wahrgenommen werden, dass sie auch von den Lehrern nicht so wahrgenommen werden". Nazi-Hipster könnten "dazu beitragen, dass Neonazis leichter Zugang zu anderen Jugendlichen bekommen".

phe