Dienstag, 3. März 2015MEZ01:29 Uhr

Fazit

StadtarchivDas Gedächtnis von Köln arbeitet wieder
Eine Restauratorin reinigt im Restaurierungszentrum des Kölner Stadtarchivs eine historische Schrift. (dpa / picture alliance / Oliver Berg)

Am 3. März jährt sich der Einsturz des Kölner Stadtarchivs zum sechsten Mal. Wer noch den Trümmerkrater im Kopf hat, kann es kaum glauben: Inzwischen sind 18.000 Objekte wieder verfügbar und die Nutzung des Archivs ist rege.Mehr

Oper "Die Passagierin"Ein Meisterwerk, das zu Tränen rührt
Tanja Ariane Baumgartner (Lisa), Sara Jakubiak (Marta) und der Chor der Oper Frankfurt in "Die Passagierin" (Barbara Aumüller/Oper Frankfurt)

Die Schriftstellerin Zofia Posmysz hat eine Geschichte, die ihr Leben ist: Sie war im polnischen Widerstand gegen die Nazis tätig und kam ins KZ Auschwitz. Aus ihrer Novelle wurden ein Film und eine Oper – "Die Passagierin" von Mieczysław Weinberg hatte nun in Frankfurt Premiere.Mehr

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Kompressor | Beitrag vom 08.07.2014

Nazi-HipsterRechts und trendy

Politologe Jan Schedler über Stilwandel in der rechten Szene

Rechts und trendy: Nazis kleiden sich neuerdings modebewusst. Das birgt Gefahren. (dpa / picture alliance / Britta Pedersen)
Nazis kleiden sich neuerdings modebewusst. Das birgt Gefahren. (dpa / picture alliance / Britta Pedersen)

Unter "Nazi-Hipstern" versteht man Rechtsextreme, die Jutebeutel tragen, Hip-Hop hören und vegan kochen. Zwar seien "Nazi-Hipster" ein Randphänomen, so der Politologe Jan Schedler. Ein Stilwandel zu trendiger Streetware sei in der rechten Szene aber schon länger zu beobachten.

Unter den jüngeren Neonazis habe sich durchgesetzt, "dass man sich eben am Zeitgeist orientiert, dass im Vordergrund steht, für welche Ideologie man eintritt und dass das eigene Auftreten da dann eben nicht von so großer Bedeutung ist", sagte er am Dienstag im Deutschlandradio Kultur.

Aus Gesprächen mit einem Aussteiger aus der rechten Szene wisse er, dass in Nazi-WGs Altäre mit Hitler-Büsten und SA-Dolchen aufgebaut würden, "wo daneben die Hip-Hop-CDs von Aggro Berlin standen", so Schedler. "Die kriegen das offenbar persönlich recht gut zusammen, was für uns zurecht natürlich sehr befremdlich ist."

"Leichter Zugang zu anderen Jugendlichen"

Trotz ihres modernen Auftretens seien die Rechtsextremen nicht weniger bedrohlich, sagte Schedler. "Während viele rechte Skins nicht wirklich politisch organisiert gewesen sind, vielleicht zu situativer Gewalt geneigt haben, haben wir eben es hier mit einem harten, organisierten Kern im Neonazismus zu tun."

Die Gefahr sei zudem, "dass solche Neonazis von den Mitschülern in der Schule erst einmal gar nicht als so radikal wahrgenommen werden, dass sie auch von den Lehrern nicht so wahrgenommen werden". Nazi-Hipster könnten "dazu beitragen, dass Neonazis leichter Zugang zu anderen Jugendlichen bekommen".

phe