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Interview / Archiv | Beitrag vom 23.07.2014

Nahost-Konflikt"Hamas ist auch eine politische Partei"

Leiter der Böll-Stiftung in Ramallah mahnt zu Verhandlungen

Moderation: Marianne Allweis und André Hatting

Hamas Palästinenser (dpa / picture alliance / Mohammed Saber)
Anhänger der Hamas portestieren gegen Israels Luftangriffe auf den Gaza-Streifen (dpa / picture alliance / Mohammed Saber)

Der Nahost-Experte Rene Wildangel fordert dazu auf, mit der Hamas Gespräche über eine Waffenruhe zu führen. Die Hamas sei eine politische Partei und habe die Wahlen 2006 gewonnen. Ihre Forderung nach einem Ende der Gaza-Blockade sollte ernst genommen werden.

Der Leiter der Heinrich Böll Stiftung im Westjordanland, Rene Wildangel, hat darauf hingewiesen, dass die palästinensische Hamas nicht nur eine Terrororganisation sei. Sie sei auch eine politische Partei, die 2006 in den Palästinensergebieten die Wahlen gewonnen habe.

"Sie ist vor kurzem in eine Einheitsregierung mit Präsident Abbas eingetreten, das verdrängt man oft."  

Es sei nicht richtig zu behaupten, dass Israel mit dieser Organisation nicht verhandeln könne.  

"Gerade das hat Israel immer wieder getan, zum Beispiel als es darum ging, den israelischen Soldaten Shalit  auszutauschen und auch 2012, als man beim letzten Krieg einen Waffenstillstand verhandelt hat."

Hamas fordert Aufhebung der Gaza-Blockade

Deshalb sei es wichtig, Gesprächskanäle zur Hamas zu nutzen und sie in einen Waffenstillstand einzubeziehen.  Wildangel sagte, es sei interessant, dass die Hamas als Forderung für eine Waffenruhe die Aufhebung der Gaza-Blockade gefordert habe. 

"Das ist keine terroristische Forderung, sondern das ist eine Forderung, die alle Palästinenser unterschreiben, auch Präsident Abbas hat das öffentlich gemacht."

Der Nahost-Experte sagte, solche Forderungen müssten ernst genommen werden.

"Wenn man da immer nur mit der Terroristenkeule kommt, dann verbaut man sich Chancen für den Waffenstillstand."

 

 

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