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Thema / Archiv | Beitrag vom 26.04.2010

Medienwissenschaftler: Zentralredaktionen bedeuten Verlust für die Presselandschaft

Volker Lilienthal rechnet mit Nachahmern des Modells

Die "Frankfurter Rundschau" wird demnächst von einer Zentralredaktion beliefert.  (AP)
Die "Frankfurter Rundschau" wird demnächst von einer Zentralredaktion beliefert. (AP)

Der Medienwissenschaftler Volker Lilienthal bewertet die Einrichtung von Zentralredaktionen als einen Verlust für die deutsche Presslandschaft.

Wenn ein Team für verschiedene Zeitungen schreibe, sei dies aus der Sicht des Lesers ein Abbau von Pressevielfalt, sagte Lilienthal: "Ein gedachter Idealleser konnte sich bisher zwei Zeitungen kaufen und bekam dann zwei Blickwinkel auf ein politisches Thema. Damit ist es eben vorbei. Das ist zunächst einmal ein Verlust", so Lilienthal vor dem Hintergrund der Neugründung der "DuMont-Redaktionsgemeinschaft".

Vom heutigen Montag an beliefert ein Team aus 25 Journalisten die vier Abonnement-Zeitungen der Verlagsgruppe mit Beiträgen aus den Bereichen Politik und Wirtschaft. Dazu gehören die "Frankfurter Rundschau", die "Berliner Zeitung", der "Kölner Stadt-Anzeiger" und die "Mitteldeutsche Zeitung".

Er habe allerdings Verständnis dafür, dass Zeitungsverlage unter dem Druck zurück gehender Leserzahlen und sinkender Anzeigeneinnahmen nach neuen Modellen suchten, äußerte Lilienthal: "Da ist natürlich eine Gemeinschaftsredaktion, eine Zentralredaktion ein zunächst gangbarer Weg, den man aus wissenschaftlicher Sicht auch nicht mit einem Generalverdacht belegen kann."

Er rechne damit, dass solche Modelle in Zukunft bei immer mehr Zeitungen ausprobiert werden würden. Dabei müsse man allerdings darauf achten, dass journalistische Qualität und Kreativität nicht durch Konzentration der Kräfte untergehe, "was dann heißt, dass denkende Köpfe nicht mehr genügend da sind", so Lilienthal, Professor für Qualitätsjournalismus an der Universität Hamburg.

Gespräch mit Volker Lilienthal als MP3-Audio

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