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Kompressor | Beitrag vom 16.02.2016

Mario Sixtus über "Operation Naked" "Wir haben Angst vor Digital"

Moderation: Christine Watty

(picture alliance / dpa / Karlheinz Schindler)
Der Journalist Mario Sixtus wünscht sich eine differenziertere Debatte über Transparenz und Datenschutz (picture alliance / dpa / Karlheinz Schindler)

"Operation Naked" ist ein fiktionaler Dokumentarfilm von Mario Sixtus und steht seit gestern in der ZDF-Mediathek. Der Film dreht sich um die Vision einer transparenten Welt. Wir sprechen mit Mario Sixtus über das Transparenz-Projekt.

Michelle Spark ist so etwas wie die deutsche Wiedergeburt des Apple-Gründers Steve Jobs. Vor den Läden, in denen es ihre Gadgets gibt, stehen sich ebenfalls die Menschen die Beine in den Bauch, halten am Ende aber kein schick designtes Telefon in der Hand, sondern tragen eine Datenbrille auf der Nase. Die "Real-O-Rama". Haben Sie noch nie von gehört?

Dann haben Sie den Film "Operation Naked" noch nicht gesehen. Eine Mockumentary, ein fiktionaler Dokumentarfilm von Mario Sixtus, steht seit gestern in der ZDF-Mediathek, läuft am Montag im ZDF und dreht sich um eine Vision einer komplett - oder besser - sehr transparenten Welt, dank ebensolcher Datenbrillen.

"Persönlichkeitsrecht" als "Totschlagbegriff"

"Ich glaube, der status quo ist, wir haben Angst  vor Digital und lassen uns dann mal so langsam überreden, das eine oder andere dann doch mal zu nutzen", sagte Sixtus im Deutschlandradio Kultur.

So sei es zumindest hier in Deutschland. Deshalb habe er in seinem Film bewusst die umgekehrte Position bezogen. Alle seien am Anfang so ein wenig euphorisch und stellten dann fest, dass es doch nicht so einfach sei.

Sixtus sagte, die Frage nach der Transparenz müsse gestellt werden. "Das ist auch Sinn und Zweck dieses Films."  Er wolle damit vor allem Fragen laut stellen, aber nicht unbedingt beantworten.

In Deutschland sei die so genannte Datenschutzdebatte eigentlich keine Debatte. Begriffe wie "Datenschutz" oder "Persönlichkeitsrecht" seien  "Totschlagsbegriffe", mit denen Diskussionen vor Beginn bereits erstickt würden. Deshalb habe er in dem Film versucht, den Leuten einige Argumente in den Mund zu legen.

In der Datenschutzdebatte muss mehr differenziert werden

Datenschutz sei ein esoterischer Begriff, der für alles mögliche verwendet werde. Mal gehe es um personalisierte Werbung bei Google, mal um die Überwachung durch den US-Geheimdienst NSA oder um sogenannte Vorratsspeicherung. "Für dieses ganze komplexe Feld wird halt ein einziger Begriff verwendet."

Dabei werde es interessant, wenn man anfange, zu differenzieren und sich andere Fragen stelle: "Was für Daten? Wovor wollen die schützen oder was ist jetzt eigentlich Privatsphäre?" Transparenz sei ein ebenso esoterischer Begriff, der aus der Demokratiedebatte stamme, sagte Sixtus.

Mehr zum Thema:

Datenbrillen - Fehlender Durchblick schadet der Akzeptanz
(Deutschlandfunk, Computer und Kommunikation, 31.10.2015)

Zurück-in-die-Zukunft-Tag - Wann kommt endlich das Hoverboard?
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