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Interview / Archiv | Beitrag vom 19.04.2012

Marineadmiral: "Erfolge der Piraten sind wesentlich geringer geworden"

Hans Frank: Erweiterung des Bundeswehr-Mandats wird am Grundproblem nicht viel ändern

Moderation: Christopher Ricke

Die Bundeswehr darf jetzt auf einem zwei Kilometer breiten Küstenstreifen gegen Piraten vorgehen. (AP/U.S. Navy)
Die Bundeswehr darf jetzt auf einem zwei Kilometer breiten Küstenstreifen gegen Piraten vorgehen. (AP/U.S. Navy)

Hans Frank, Vizeadmiral a.D. der deutschen Marine, sieht in der vom Bundeskabinett beschlossenen Mandatserweiterung der Mission "Atalanta" keine durchschlagende Änderung des Anti-Piraten-Einsatzes am Horn von Afrika. An dem Gesamtproblem der Piraterie werde es "nicht viel ändern".

Dass die Bundeswehr künftig auch an einem zwei Kilometer breiten Küstenstreifen gegen Piraten vorgehen könnte, bezeichnete Frank als "einen kleinen Zusatz". Allerdings stellen nach Ansicht Franks mögliche Abwehrwaffen bei Hubschraubereinsätzen eine Gefahr dar. Denn nach dem Sturz des Gaddafi-Regimes in Libyen würden über 1000 so genannte "Kleine Flugabwehrraketen" noch "in der Gegend vagabundieren". Diese Raketen könnten auch an das Horn von Afrika gebracht worden sein: "Da man nicht weiß, wo diese Waffen geblieben sind, würde ich es schon als eher größere Sorge bezeichnen", sagte der
Ex-Präsident der Bundesakademie für Sicherheitspolitik.

Insgesamt verläuft die EU-Mission "Atalanta" nach Auffassung Franks gut. So sei seit Beginn des Einsatzes kein einziges Schiff des Welternährungsprogramms mehr gekapert oder angegriffen worden. Auch seien die tatsächlichen Erfolge der Piraten allein in diesem Jahr wesentlich geringer geworden: Von 113 Angriffen seien nur zehn erfolgreich gewesen.

Das vollständige Gespräch mit Hans Frank können Sie bis mindestens 19. September 2012 als MP3-Audio in unserem Audio-On-Demand-Player nachhören.

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