Seit 05:05 Uhr Aus den Archiven
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 05:05 Uhr Aus den Archiven
 
 

Literatur | Beitrag vom 06.03.2016

Literatur aus der KonsoleWie Computerspiele Geschichten erzählen

Von Christian Schiffer

Szene aus dem Computerspiel "Assassin's Creed Syndicate". (dpa / picture alliance / assassinscreed.ubi.com)
Szene aus dem Computerspiel "Assassin's Creed Syndicate". (dpa / picture alliance / assassinscreed.ubi.com)

Nächster Level, nächstes Kapitel: Aktuelle Computerspiele setzen auf komplexe Handlungen und interaktives Storytelling. Warum heute nicht nur Programmierer, sondern auch Drehbuchschreiber für Computerspiele gebraucht werden.

Computerspiele werden mittlerweile so aufwändig produziert wie Hollywood-Filme: Massenkompatible Spiele wie "Grand Theft Auto V" werden über Jahre hinweg entwickelt und verschlingen Millionen Dollar an Kosten.

Hunderte von Menschen aus ganz unterschiedlichen künstlerischen Bereichen arbeiten gemeinsam an solchen Produktionen. Immer wichtiger werden dabei in letzter Zeit die Drehbuchschreiber, die komplexe, zum Teil ausgesprochen raffiniert gemachte Plots für Spiele wie "Assasins Creed", "Mass Effect" oder "Deus Ex" entwerfen.

So scheint mit dem Siegeszug der Computerspiele der postmoderne Traum vom interaktiven Erzählen doch noch Wirklichkeit zu werden: Die Handlungsfäden passen sich "live" den Aktionen der Spieler an, Algorithmen schreiben in Sekundenbruchteilen die Dialoge der Figuren um und entwerfen die Szenerie des Spiels immer wieder neu.

Computerspiele sind eine Form des digitalen "Storytelling", und auf diesem Weg entsteht eine neue und zugleich traditionsbewusste Form von Literatur. Im gefeierten Independent-Game "Dear Esther" zum Beispiel müssen die Spieler sich wie in einem verschachtelten Roman aus der Zeit der Romantik durch fiktionalisierte Briefe und Tagebucheinträge wühlen, um zur eigentlichen Geschichte vorzustoßen: Literatur ist immer auch ‒ ein Spiel.

Manuskript zur Sendung als PDF und im barrierefreien Textformat

Mehr bei deutschlandradio.de

"Far Cry Primal" - Die Steinzeit als Action-Game
(Deutschlandradio Kultur, Zeitfragen, 24.02.2016)

Indie-Game "The Witness" - Keine echte Geschichte, aber revolutionäre Ergebnisse
(Deutschlandfunk, Corso, 22.02.2016)

Buchbranche - Von der Computerspiel-Industrie lernen
(Deutschlandradio Kultur, Lesart, 01.02.2016)

"That Dragon Cancer" - Computerspiel über ein krebskrankes Kind
(Deutschlandradio Kultur, Kompressor, 12.01.2016)

"Sein und Streit" - die ganze Sendung - Über die Philosophie und Ästhetik von Computerspielen
(Deutschlandradio Kultur, Sein und Streit, 13.12.2015)

"Assassin's Creed Syndicate" - Spielend durch die Weltgeschichte
(Deutschlandradio Kultur, Zeitfragen, 28.10.2015)

Flüchtlingsdrama als Computerspiel - Ohne pädagogischen Zeigefinger
(Deutschlandradio Kultur, Interview, 19.10.2015)

Literatur

Literaturzeitschriften Mit viel Liebe und wenig Geld
Die Schriftstellerin Sabine Scholl.  (imago)

Sie sind Versuchslabore, Salons, Schaukästen: Manchmal wächst sich morgen zum Buch aus, was heute noch in einer Literaturzeitschrift steht. Die Schriftstellerin Sabine Scholl und der Herausgeber Thomas Geiger präsentieren ihre Favoriten.Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur