Seit 00:05 Uhr Freispiel
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 00:05 Uhr Freispiel
 
 

Filme der Woche / Archiv | Beitrag vom 20.08.2008

Liebe zu zweit, zu dritt in Paris

Neu im Kino: "Chanson der Liebe" und "Ich habe den englischen König bedient"

Vorgestellt von Jörg Taszman

Chiara Mastroianni, Clotilde Hesme und Ludivine Sagnier (v.l.) aus "Chanson der Liebe"  beim 60. Filmfestival in Cannes (AP)
Chiara Mastroianni, Clotilde Hesme und Ludivine Sagnier (v.l.) aus "Chanson der Liebe" beim 60. Filmfestival in Cannes (AP)

Aus einem Paar wird eine Liebe zu dritt und später eine Annäherung zwischen zwei jungen Männern. Sehr französisch werden in "Chanson der Liebe" Streitigkeiten singend ausgetragen. In "Ich habe den englischen König bedient" verfilmt Oscarpreisträger Jirí Menzel mit viel Erotik und deftigem Humor einen Roman von Bohumil Hrabal.

Chanson der Liebe
Frankreich 2007, Regie: Christophe Honoré, Hauptdarsteller: Louis Garrel, Ludivine Sagnier, Clotilde Hesme, ab 6 Jahre

Es beginnt leicht und französisch. Julie und Ismael sind ein hübsches, junges Paar verkörpert von den ebenso gutaussehenden, wie überzeugend spielenden Ludivine Sagnier und Louis Garrel. Sie streiten, weil Ismael nie Zeit hat und außerdem mit seiner Kollegin Alice flirtet. Nur wird dieser Streit singend ausgetragen, denn immer wenn es um Gefühle geht, trällern die Protagonisten wie einst bei Jacques Demy. Der ehemalige Filmkritiker Christophe Honoré mischt gekonnt die Karten, führt zunächst eine Menage á trois ein und wird dann überraschend tragisch. Am Ende erzählt er eine ganz neue Liebesgeschichte zwischen Ismael und dem viel jüngeren Ewann.

Gedreht hat Christophe Honoré vor allem abends in Paris mit einer sehr beweglichen Kamera und in echten Locations. Herausgekommen ist ein ebenso künstlicher, wie realistischer, verspielter wie beschwerter Sommerfilm, der unterhaltsam ist und dennoch nachhallt. Eine echte Entdeckung!


Ich habe den englischen König bedient
Tschechien/Slowakei 2006, Regie Jirí Menzel, Hauptdarsteller:
Ivan Barnev, Oldrich Kaiser, Julia Jentsch, Martin Huba


Altmeister Jiri Menzel hat es trotz einer fast 13 Jahre alten Abstinenz doch nicht verlernt, Filme zu machen. Der Oscarpreisträger ("Schwer bewachte Züge", "Liebe nach Fahrplan") berühmt für seine bittersüßen wie deftigen Tragikomödien hat wieder einmal einen Roman von Bohumil Hrabal verfilmt. Es geht um den naiven Piccolo und Hilfskellner, der zunächst in der tschechischen Provinz lernt, wie man sich durchs Leben schlawinert. Frauen und Geld sind sein Leben und so kümmert es ihn auch nicht, als die Deutschen die Tschechoslowakei erobern. Er heiratet eine naive Bilderbuch-Sudetendeutsche (Julia Jentsch) und genießt das Leben so lange, bis es nichts mehr zu genießen gibt…

In satten Bildern, mit viel Erotik und jeder Menge deftigem Humor trifft Jiri Menzel den Ton der Romanvorlage und knüpft an seine besten Filme an, auch wenn dieser Stil heute ein wenig antiquiert erscheinen mag. Prüde Moralisten und politisch Oberkorrekte, die dem Regisseur Altherrenfantasien vorwerfen, sollten lieber Hrabal kritisieren oder sich Menzels frühere Filme anschauen. Ein sehenswertes Comeback aus Tschechien und hoffentlich nicht minder erfolgreich als "Leergut".

Filme der Woche

Neu im KinoAttraktive Chefin im tristen Büro
Der britische Schauspieler Nick Frost (dpa / picture alliance / Dan Himbrechts)

Bruce war drauf und dran, als 13-Jähriger die Salsa-Junioren-WM zu gewinnen. Dann hat er lange mit dem Tanzen nichts mehr am Hut - bis er eine neue Chefin bekommt. Um sie zu beeindrucken, fängt er wieder damit an.Mehr

Neu im KinoUnsterblich verliebte Todgeweihte
Schauspielerin Shailene Woodley, aufgenommen am 30. März 2014 in London. (picture alliance / dpa / Tal Cohen)

Die Jugendbuchverfilmung um die 16-jährige Hasel, die unheilbar an Schilddrüsenkrebs erkrankt ist, schafft, was schon der Romanvorlage gelang: unkonventionelle Charakterzeichnung und Herzkino ohne Gefühlsduselei.Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur