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Studio 9 | Beitrag vom 12.03.2016

Legendärer KeyboarderKeith Emerson ist tot

Von Wolfgang Stuflesser

Keith Emerson ist im Alter von 71 Jahren gestorben (dpa/picture alliance/Steinbrücker)
Keith Emerson ist im Alter von 71 Jahren gestorben (dpa/picture alliance/Steinbrücker)

Der britische Keyboarder Keith Emerson, Mitbegründer der Band Emerson, Lake and Palmer, ist in seinem Haus im kalifornischen Santa Monica tot aufgefunden worden. Der Musiker schrieb nicht nur Rockgeschichte, er machte sich auch als Komponist von Klavier- und Filmmusik einen Namen. Er wurde 71 Jahre alt.

Der Junge hatte Talent: Als Keith Emerson an der südenglischen Küste aufwuchs, galt er fast schon als Wunderkind am Klavier. Er lernte erst mal die großen Klassiker, und das hörte man seinem Spiel auch später noch an.

Als Teenager hörte er das erste Mal eine Hammond Orgel - und von da an probierte er immer wieder neue, vor allem elektronische Klänge aus. 1969 traf Emerson in San Francisco den Sänger, Gitarristen und Bassisten Greg Lake - und die Chemie zwischen den beiden stimmte sofort, sagte Lake später - das könne er gar nicht in Worte fassen. Keith Emerson und Greg Lake holten sich noch Schlagzeuger Carl Palmer in ihre Band - und "Emerson, Lake and Palmer" wurden in den 70er Jahren zu Giganten des Progressive Rock. Sie verkauften Millionen Platten.

Berühmtes Solo als Zufallsprodukt

Einer ihrer bekanntesten Hits war "Lucky Man" - mit einem der ersten Synthesizer-Soli der Rockgeschichte - gespielt von Keith Emerson. Glaubt man Emerson, war das Solo fast schon ein Zufallsprodukt: "Ich ging zum Moog-Synthesizer, probierte ein paar Klangfolgen aus, schaute in den Kontrollraum des Studios - und Greg und der Toningeninieur nickten begeistert. Eigentlich waren es nur ein paar Ideen, aber sie sagten: Nein, das ist das Solo!"

Ekletrisch, aber trotzdem stilbildend
"Emerson, Lake & Palmer" gingen wie Pink Floyd und Genesis weg von den kurzen Rocksongs und schufen lange, komplexe Klangerzählungen. Und Keith Emerson umgab sich auf der Bühne mit mannshohen Synthesizern und fünf oder sechs Klaviaturen.

Hommage an Tschaikowski

Er selbst beschreibt den typischen "Emerson, Lake & Palmer"-Sound als eklektisch: Sie hätten sich aus allen möglichen Quellen bedient, und von der akustischen Gitarre bis zum vollen Orchester umfasse der Sound die ganze Bandbreite der Musik.Und da kam Emerson wieder seine klassische Ausbildung gelegen - zum Beispiel beim Nutrocker, einer Hommage an Tschaikowskis Nussknacker.

Ende der Siebziger trennte sich die Band - aber die drei kamen, manchmal auch in unterschiedlichen Besetzungen, immer wieder zusammen, bis zum letzten Konzert 2010. Seit 2004 hatte Emerson auch eine eigene Gruppe, die Keith Emerson Band. Daneben trat er als Solokünstler am Synthesizer auf und schrieb Klavier- und Filmmusik.

Keith Emerson ist im Alter von 71 Jahren an seinem Wohnort im kalifornischen Santa Monica gestorben. Seine langjährige Lebensgefährtin fand Emerson in der Nacht tot auf. Die Polizei geht davon aus, dass er sich erschossen hat.

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