Seit 23:05 Uhr Fazit
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 23:05 Uhr Fazit
 
 

Kompressor | Beitrag vom 03.09.2014

"La Trattativa"Dieser Film zeigt, wie die Mafia wirklich ist

Die Autorin Petra Reski über ein beeindruckendes Doku-Drama

Moderation: Timo Grampes

Polizisten und Personen in Zivilkleidung stehen hinter einem rot-weißen Absperrband neben parkenden Autos. (dpa / picture alliance / Antonio Nardelli)
Tatort in Terracina, Italien, an dem im August 2012 Gaetano Marino, der Chef einer Camorra-Organisation, erschossen wurde. (dpa / picture alliance / Antonio Nardelli)

Mit dem Film "La Trattativa" feiert bei den Filmfestspielen in Venedig ein ungewöhnlicher Mafia-Film Premiere. Für die Mafia-Expertin Petra Reski schlägt das Werk von Sabina Guzzanti Klassiker wie "Der Pate" um Längen. Denn er zeigt ungeschönt die Verflechtungen zwischen Staat und Verbrechen in Italien.

Die Mafia in Italien ist nicht unbedingt Gegenspieler des Staates - sondern oft Partner. Miteinander wird die für beide Seite angenehmste Lösung ausgehandelt - und daraus ergibt sich dann das Schicksal Italiens. Diese Geschichte erzählt die Regisseurin Sabina Guzzanti in ihrem experimentellen Doku-Drama "La Trattativa" (zu Deutsch: "Die Verhandlung") am Beispiel eines wahren Falls.

Für die Autorin und Journalistin Petra Reski, die seit fast 25 Jahren in Venedig lebt und etliche Bücher und Artikel über die Mafia geschrieben hat, schlägt Guzzantis Film die gängigen Mafia-Klassiker von Coppola, Scorcese und Co. um Längen: "'Der Pate' ist der größte Propagandafilm für die Mafia." Und: "Wer viel Gewalt in den Filmen zeigt, zeigt auch wie mächtig die Mafia ist." Das gefalle der Verbrechensorganisation. Guzzantis Film dagegen zeige die Verflechungen "zwischen Politik und Mafia, Wirtschaft und Mafia und auch Journalisten und Mafia. Und da verstehen die Mafiosi überhaupt keinen Spaß." 

Petra Reski, die gerade einen Roman über eine gegen die Mafia ermittelnde italienische Staatsanwältin veröffentlich hat, sagt, sie sei dieser Quasi-Verherrlichung mit "Gewalt und liebenden Vätern - diese ganze beschissene Psychologie der Mafiosi" mehr als überdrüssig.

Mehr zum Thema

Korruption - Mit Mafia und ohne Polizei (Deutschlandradio Kultur, Weltzeit, 28.04.2014)
Cosa Nostra in Palermo - Ein Leben mit der Mafia (Deutschlandradio Kultur, Weltzeit, 20.02.2014)
Umweltverschmutzung - Die Mafia und der Müll (Deutschlandradio Kultur, Weltzeit, 19.02.2014)

Fazit

Renaissancemalerei in HamburgEine neue, sinnliche Welt
Allegorie de la Victoire Peinture de Paris Bordon ou Bordone (1500-1571). 16eme siecle. Kunsthistorisches Museum Vienne !AUFNAHMEDATUM GESCHÄTZT! PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY LR1000153 Allegory de La Victoire Peinture de Paris Bordon Ou Bordone 1500 1571 SIECLE Art History Museum Vienne date estimated PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY LR1000153 (imago stock&people)

Für gewöhnlich verbindet man mit der Renaissancemalerei eine klare Formensprache. Eine Ausstellung in Hamburg zeigt nun: Daneben gibt es auch eine andere Renaissancemalerei. Sie ist experimentell, sinnlich und sie will ihre Betrachter verführen.Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur