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Filme der Woche / Archiv | Beitrag vom 26.05.2010

"La Pivellina"

Hannelore Heider über einen Film, der in der Welt der Zirkusleute spielt

Patrizia Geraldi und das Mädchen Asia Crippa in  "La Pevillina" (Filmgalerie 451)
Patrizia Geraldi und das Mädchen Asia Crippa in "La Pevillina" (Filmgalerie 451)

Ein älteres Paar, das mit einem Zirkus herumzieht, stößt am Rande von Rom auf ein kleines Mädchen, das zurückgelassen wurde. Sie übernehmen die Elternrolle und fürchten mit wachsender Panik, das Bündel Glück wieder hergeben zu müssen.

Italien, Österreich 2009, Regie: Tizza Covi, Rainer Frimmel, Hauptdarsteller: Patrizia Gerardi, Walter Saabel, Asia Crippa, Tairo Caroli, 105 Minuten, ohne Altersangabe

"La Pivellina – die Kleine", der Film über ein ausgesetztes Kind und seine wahrlich ungewöhnliche Ersatzfamilie, spielt am Rande Roms in einer Wohnwagensiedlung, in der der Zuschauer alte Bekannte wiederfindet: Die Wanderzirkusleute Patti (Patrizia Gerardi) und Walter (Walter Saabel).

Das Künstlerpaar Tizza Covi und Rainer Frimmel haben sie aus ihrem dokumentarischen Zirkusleutefilm "Babooska" übernommen, ihnen aber diesmal eine Art Drehbuch gegeben, sodass dieser dritte Film der bosnischen Regisseurin und des österreichischen Regisseurs eine reizvolle Mischform ist zwischen Dokumentarischem und Fiktion. Es gibt einen Handlungsrahmen, aber die von jeglicher Vorgabe frei entwickelten Dialoge und die jede Geste aufnehmende Handkamera verleihen dem Film dieselbe Authentizität, wie sie ein guter Dokumentarfilm hat.

Die rothaarige Patti und ihr Lebensgefährte Walter dürfen wieder sie selbst sein, Wanderzirkusleute, die im Winter nichts und auch im Sommer kaum noch was verdienen, die mit jedem Tropfen Wasser und jeder Tüte Hundefutter geizen müssen. Ihre wenigen Auftritte vor kaum zahlendem Publikum sind herzzerreißend!

Als der Hund wieder einmal ausgerissen ist und Patti ihn überall, auch auf dem Spielplatz, sucht, kommt sie im Dunklen letztlich mit einem kleinen, zweijährigen Mädchen wieder. Asia heißt sie, wie die Mutter auf einem Zettel vermerkt mit der Bemerkung, sie werde das Kind so schnell wie möglich wieder zu sich holen. Von der Angst, ihres unsicheren Status wegen als Kidnapper auf der Polizei zu landen, über die Unsicherheit, wie mit solch einem kleinen Wesen umzugehen sei, bis zur ständig wachsenden Panik, dieses Bündel Glück wieder hergeben zu müssen, erzählt der Film vom Schönsten und wichtigsten, das menschliche Gemeinschaft erleben kann, von Liebe, Solidarität und Fürsorge, in die auch der kaum 15-jährige Nachbar Tairo (Tairo Caroli) einbezogen wird. Als vernachlässigtes Scheidungskind wird er so selbstverständlich zu Asias großem Bruder, wie er in Patti und Walter Eltern gefunden hat.


Filmhomepage "La Pivellina"

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