Dienstag, 3. März 2015MEZ19:49 Uhr

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsDas große Philosophieren
Undatierte Aufnahme des deutschen Philosophen Martin Heidegger (1889-1976). (picture alliance / dpa)

"Wo wohnt der German Geist?", fragt die "Süddeutsche". Sie kritisiert, dass der einstige Lehrstuhl des Philosophen Martin Heidegger zur Juniorprofessur herabgestuft wird und einen neuen Namen bekommt. Mehr

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Fazit

StadtarchivDas Gedächtnis von Köln arbeitet wieder
Eine Restauratorin reinigt im Restaurierungszentrum des Kölner Stadtarchivs eine historische Schrift. (dpa / picture alliance / Oliver Berg)

Am 3. März jährt sich der Einsturz des Kölner Stadtarchivs zum sechsten Mal. Wer noch den Trümmerkrater im Kopf hat, kann es kaum glauben: Inzwischen sind 18.000 Objekte wieder verfügbar und die Nutzung des Archivs ist rege.Mehr

Oper "Die Passagierin"Ein Meisterwerk, das zu Tränen rührt
Tanja Ariane Baumgartner (Lisa), Sara Jakubiak (Marta) und der Chor der Oper Frankfurt in "Die Passagierin" (Barbara Aumüller/Oper Frankfurt)

Die Schriftstellerin Zofia Posmysz hat eine Geschichte, die ihr Leben ist: Sie war im polnischen Widerstand gegen die Nazis tätig und kam ins KZ Auschwitz. Aus ihrer Novelle wurden ein Film und eine Oper – "Die Passagierin" von Mieczysław Weinberg hatte nun in Frankfurt Premiere.Mehr

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Fazit / Archiv | Beitrag vom 25.04.2012

"Kunst muss politisch sein"

Die Kuratoren der diesjährigen Berlin Biennale wollen mehr, als nur ästhetische Wirkungen hervorrufen

Artur Zmijewski, Kurator der 7. Berlin Biennale (Berlin Biennale)
Artur Zmijewski, Kurator der 7. Berlin Biennale (Berlin Biennale)

Die Berlin Biennale, die am Freitag eröffnet wird, kommt bei ihrer siebenten Auflage mit einem sehr politischen Anspruch daher. Mitverantwortlich für das Konzept ist der polnische Aktions- und Videokünstler Artur Zmijewski, der mit eigenen Arbeiten immer wieder Aufsehen erregt hat.

Als Beispiel für das künstlerische Konzept der 7. Berlin Biennale beschrieb Zmijewski zwei Projekte der Biennale. So sei an einem der drei Standorte der größte Schlüssel der Welt aufgestellt worden. Gefertigt wurde er in einem Flüchtlingslager in der Nähe von Bethlehem und steht nun als Symbol für das verlorene Palästina. In die gleiche Richtung gehe das Projekt eines anderen Künstlers, der Pässe mit dem Stempel "State of Palestine" versehe, um auf diese Weise die Hoffnungen des palästinensischen Volkes widerzuspiegeln.

"Unsere Idee ist, dass die Künstler nicht nur ihre Werke zeigen, die das Leben schöner gestalten sollten, sondern darüber hinaus etwas Substanzielleres zeigen, und Prozesse in Gesellschaft und Politik unterstützen, die über reines ästhetisches Handeln hinausgehen."'"

Das Kuratoren-Team habe sich mit den ausgewählten Künstlern darum bemüht, die zugrunde liegenden politischen Ideen "möglichst einfach, möglichst zugänglich zu gestalten". Die Berlin Biennale, so Zmijewski , wolle einen Freiraum schaffen, um politische Meinungen zu äußern:

""Und es ging auch darum, dieses Wort Politik zu domestizieren und nicht wie so ein Exotikum zu behandeln, also sich eine Sprache anzueignen, in der politische Gespräche möglich sind."

Angesprochen auf seine Videoarbeit, die im November 2011 aus der deutsch-polnischen Ausstellung "Tür an Tür" im Berliner Martin-Gropius-Bau entfernt worden war, sagte Zmijewski, dass er nicht provozieren wolle, sondern neue Erzählformen zu Erinnerung und Vergangenheit finden wolle. In dem Video waren nackte Menschen beim Fangenspielen in der Gaskammer eines KZ's gezeigt worden. Dass der Film nach Protesten des Centrums Judaicums abgeschaltet wurde, empfinde er als Kommentar zu den deutsch-polnichen Beziehungen, sagte Zmijewski.


Links auf dradio.de:

Mit Objekten Politik gestalten - 7. Berlin Biennale setzt auf Aktionen und Einmischung