Dienstag, 21. Oktober 2014MESZ20:30 Uhr

Kulturpresseschau

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Fazit

Brasiliens KulturszeneZerrissen wie nie
Blick auf die Stadt Rio de Janeiro und die Bucht, links ist die Christusstatue zu sehen 

Wenige Tage vor der Stichwahl um das Präsidentenamt streiten die Kulturschaffenden in Brasilien über die Frage, für wen sie ihr Kreuz machen sollen. Die Auseinandersetzung wird emotional geführt - und verursachte sogar das Aus einer Filmfirma.Mehr

FilmmusikKlänge für den Kampf gegen den Hai
Pierre Brice (l) als Apachen-Häuptling Winnetou und Lex Barker als sein Blutsbruder Old Shatterhand in einer Szene des Karl-May-Films "Im Tal des Todes". Lex Barker sitzt auf einem Pferd mit einem Gewehr in der Hand. Beide schauen in die Ferne.

Moderne Musik für einen Stummfilmklassiker: Bei den Filmmusiktagen Sachsen-Anhalt üben sich zum Beispiel junge Komponisten. Doch auch die renommierten Vertreter kommen in Halle auf ihre Kosten und es gibt eine Ehrung für den Komponisten der Winnetou-Musik.Mehr

OperDie Verehrer sind allesamt Trottel
Das Gebäude des Nationaltheaters in München, einer der Spielorte der Bayerischen Staatsoper. Vor dem Gebäude steht das Reiterdenkmal des ersten Königs von Bayern, Max I. Joseph.

In "Die Sache Makropulos" lebt die Hauptfigur Emilia Marty ohne zu Altern, umschwärmt von Liebhabern mehrerer Generationen, und fragt sich: Weiterleben oder doch endlich sterben? Musikalisch gelingt diese tragikomische Oper, doch hapert es bei der Regie.Mehr

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Fazit / Archiv | Beitrag vom 25.04.2012

"Kunst muss politisch sein"

Die Kuratoren der diesjährigen Berlin Biennale wollen mehr, als nur ästhetische Wirkungen hervorrufen

Artur Zmijewski, Kurator der 7. Berlin Biennale
Artur Zmijewski, Kurator der 7. Berlin Biennale (Berlin Biennale)

Die Berlin Biennale, die am Freitag eröffnet wird, kommt bei ihrer siebenten Auflage mit einem sehr politischen Anspruch daher. Mitverantwortlich für das Konzept ist der polnische Aktions- und Videokünstler Artur Zmijewski, der mit eigenen Arbeiten immer wieder Aufsehen erregt hat.

Als Beispiel für das künstlerische Konzept der 7. Berlin Biennale beschrieb Zmijewski zwei Projekte der Biennale. So sei an einem der drei Standorte der größte Schlüssel der Welt aufgestellt worden. Gefertigt wurde er in einem Flüchtlingslager in der Nähe von Bethlehem und steht nun als Symbol für das verlorene Palästina. In die gleiche Richtung gehe das Projekt eines anderen Künstlers, der Pässe mit dem Stempel "State of Palestine" versehe, um auf diese Weise die Hoffnungen des palästinensischen Volkes widerzuspiegeln.

"Unsere Idee ist, dass die Künstler nicht nur ihre Werke zeigen, die das Leben schöner gestalten sollten, sondern darüber hinaus etwas Substanzielleres zeigen, und Prozesse in Gesellschaft und Politik unterstützen, die über reines ästhetisches Handeln hinausgehen."'"

Das Kuratoren-Team habe sich mit den ausgewählten Künstlern darum bemüht, die zugrunde liegenden politischen Ideen "möglichst einfach, möglichst zugänglich zu gestalten". Die Berlin Biennale, so Zmijewski , wolle einen Freiraum schaffen, um politische Meinungen zu äußern:

""Und es ging auch darum, dieses Wort Politik zu domestizieren und nicht wie so ein Exotikum zu behandeln, also sich eine Sprache anzueignen, in der politische Gespräche möglich sind."

Angesprochen auf seine Videoarbeit, die im November 2011 aus der deutsch-polnischen Ausstellung "Tür an Tür" im Berliner Martin-Gropius-Bau entfernt worden war, sagte Zmijewski, dass er nicht provozieren wolle, sondern neue Erzählformen zu Erinnerung und Vergangenheit finden wolle. In dem Video waren nackte Menschen beim Fangenspielen in der Gaskammer eines KZ's gezeigt worden. Dass der Film nach Protesten des Centrums Judaicums abgeschaltet wurde, empfinde er als Kommentar zu den deutsch-polnichen Beziehungen, sagte Zmijewski.


Links auf dradio.de:

Mit Objekten Politik gestalten - 7. Berlin Biennale setzt auf Aktionen und Einmischung