Seit 11:07 Uhr Tonart
 
Mittwoch, 25. Mai 2016MESZ11:09 Uhr

Fazit | Beitrag vom 17.01.2016

Künstler Mischa KuballDie politische Dimension des Lichts

Mischa Kuball im Gespräch mit Britta Bürger

Beitrag hören
Der Konzeptkünstler Mischa Kuball in seinem Atelier in Düsseldorf (dpa / picture alliance / Rolf Vennenbernd)
Der Konzeptkünstler Mischa Kuball in seinem Atelier in Düsseldorf (dpa / picture alliance / Rolf Vennenbernd)

Der Künstler Mischa Kuball ist mit dem Deutschen Lichtkunstpreis ausgezeichnet worden − für seinen "herausragenden Umgang mit Licht als Medium der öffentlichen Interaktion". Er selbst sieht sich als "Katalysator für Prozesse im öffentlichen Raum".

Vor zwei Jahren vergab die Robert Simon Kunststiftung zum ersten Mal den Deutschen Lichtkunstpreis – damals an den inzwischen verstorbenen Lichtkunst-Pionier Otto Piene. Die Latte hing also hoch für den nächsten Preisträger. Es hat dennoch den Richtigen getroffen – den Düsseldorfer Konzeptkünstler Mischa Kuball. Am Sonntag wurde er im Kunstmuseum Celle gefeiert.

Seit über 30 Jahren erforscht Kuball mit Hilfe des Lichts öffentliche und private Räume. Dabei fordert er häufig direkt zur Interaktion auf. Spektakulär war beispielsweise seine Lichtinstallation im Düsseldorfer Mannesmann-Hochhaus: Die Mitarbeiter folgten eine Woche lang einer bestimmten Choreografie und ließen das Licht in ihrem Büro über Nacht an oder machten es aus.

Eine Synagoge flutete Kuball für acht Wochen mit Licht

Auch die Innenbeleuchtung einer Synagoge außerhalb von Köln erregte Aufmerksamkeit. Acht Wochen lang wurde das Gebäude geschlossen und mit intensivem Licht geflutet. Licht, das weit in die Umgebung, auch in naheliegende Wohnungen, strahlte und blendete. In Lüneburg zeichnete Kuball mit Scheinwerfern den Grundriss des ehemaligen Führerbunkers nach.

Den Lichtkunstpreis nun hat er  mit Respekt angenommen: Kuball spricht von "großen Fußstapfen". Im Deutschlandradio Kultur sagte er, seine Rolle sei mehr diejenige hinter dem Vorhang – als Arrangeur. Er sehe sich als Transmitter und Katalysator für Prozesse im öffentlichen Raum und bewege sich dabei in politisch-sozialen Kontexten.

Kuball startete "lichteuphorisch" - dann kam die Skepsis hinzu

Einst sei er "lichteuphorisch" gestartet, berichtete Kuball. Damals, vor drei Jahrzehnten, wohnte er noch in besetzten Häusern. Dann kam die Skepsis gegenüber dem Licht hinzu – angesichts einer durch Werbung und anderen Dingen lichtgefluteten Welt.

"Alles wir hell und deutlich beleuchtet und bezeichnet. Da ist natürlich die Frage: Wie kann man da als Künstler überhaupt noch arbeiten, ohne sich gleich in einen Generalverdacht zu stellen, dass man nur Öffentlichkeit erreichen oder nur Aufmerksamkeit erreichen möchte?"

Die Antwort hat Kuball mit seinen Projekten gegeben.

Mischa Kuball im Kunstmuseum in Celle vor seiner Installation "Chicago". (dpa / picture alliance / Peter Steffen)Mischa Kuball im Kunstmuseum in Celle vor seiner Installation "Chicago". (dpa / picture alliance / Peter Steffen)

Mehr zum Thema:

Ein Spiel der Perspektiven und Rollen
(Deutschlandradio Kultur, Profil, 28.8.2013)

Symposium zum Jahr des Lichts - Kein Licht ohne Schatten
(Deutschlandfunk, Kultur heute, 26.1.2015)

Kulturpresseschau

weitere Beiträge

Fazit

Goethe-Institut in NowosibirskTheater in der Dunkelkammer
"Küchengespräche" auf der Bühne in der als "Dunkelkammer" eingerichteten mobilen Bühne in einem Kaufhaus in Nowosibirsk. (Goethe-Institut Nowosibirsk / Alexej Ziller)

Im sechsten Stock eines Luxuskaufhauses im sibirischen Nowosibirsk richteten Berliner Theatermacher eine "Dunkelkammer" ein. Dort luden sie Experten und Zuschauer zu "Küchengesprächen" über Totalitarismus und den russischen Aktionskünstler Pjotr Pawlenski ein.Mehr

Bob Dylan wird 75Müde Diva mit hellwachen Texten
Bob Dylan bei einem Auftritt am 22.7.2012 während des Vieilles Carrues Festivals im französischen Carhaix (picture alliance / dpa / O. Lejeune)

Unnahbar, seltsam und empfindlich: Als erster radikaler Protestsänger eroberte er mit einem Antikriegslied die Hitparaden. Seit Jahrzehnten enttäuscht Bob Dylan regelmäßig seine Fans und bringt die Welt zum Grübeln. Daran wird auch sein 75. Geburtstag nichts ändern.Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

fghjghj