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Interview / Archiv | Beitrag vom 25.03.2016

Krieg im Jemen"Es fliehen Menschen vom Jemen nach Somalia"

Karl-Otto-Zentel im Gespräch mit Elke Durak

Kinder in Amran, einer Provinz im Norden des Jemen, stehen für Wasser an: Mehr als 19 Millionen Jemeniter haben durch den Krieg erschwerten Zugang zu sauberem Wasser und leben in schlechten sanitären Verhältnissen. (Credit: Daw Mohammed/CARE)
Kinder in Amran, einer Provinz im Norden des Jemen, stehen für Wasser an: Mehr als 19 Millionen Jemeniter haben durch den Krieg erschwerten Zugang zu sauberem Wasser und leben in schlechten sanitären Verhältnissen. (Credit: Daw Mohammed/CARE)

Vor einem Jahr begann eine von Saudi-Arabien geführte Koalition Angriffe auf den Jemen zu fliegen, wo seit Jahren Bürgerkrieg herrscht. Die Hilfsorganisation Care warnt davor, die dramatische Lage der Bevölkerung zu vergessen - und appelliert an die internationale Gemeinschaft.

Die Hilfsorganisation Care fordert eine sofortige politische Lösung für den Jemen und ein Ende der Kämpfe in dem Land.

"Wir sehen im Jemen das Ergebnis von fehlenden politischen Lösungen. Wenn wir das mit Syrien vergleichen, müssen wir uns fragen, ob sich dass die Weltgemeinschaft überhaupt leisten kann", sagte Care-Generalsekretär Karl-Otto Zentel im Deutschlandradio Kultur.

Millionen Menschen ohne Trinkwasserzugang

Mit ihrem Wegschauen verlängere die Weltgemeinschaft die unhaltbare Situation im Jemen, die vor allem die Bevölkerung treffe. Bei den Kämpfen seien im letzten Jahr 6000 Menschen getötet worden. Weil viele Schulen und Krankenhäuser bombardiert wurden, habe es viele zivile Opfer gegeben, so Zentel. 

"Was wir auch sehen und am Anfang nicht glauben wollten: Es fliehen sogar Menschen vom Jemen nach Somalia."

Dass Somalia als sicherer Fluchtort angesehen werde, sei eigentlich unvorstellbar. Gründe für die Flucht seien die Unsicherheit im Jemen, der Hunger, der Verlust der Lebensgrundlage und die fehlende Perspektive.

Berichte über Unterernährung

Als Hilfsorganisation vor Ort versuche Care vor allem etwas gegen die große Wasserknappheit zu tun. "Es haben Millionen Menschen den Zugang zu sauberem Trinkwasser verloren."

Am meisten treffen dies schwangere Frauen und Kinder, mittlerweile gebe es auch Berichte über Unterernähung, sagte Zentel. 

Nama'a and ihre Kinder leben jetzt unter Bäumen oder Plastikplanen. Etwa 2,5 Millionen Menschen haben durch den Krieg im Jemen ihre Heimat verloren. (Credit: Thana Faroq/CARE)Nama'a and ihre Kinder leben jetzt unter Bäumen oder Plastikplanen. Etwa 2,5 Millionen Menschen haben durch den Krieg im Jemen ihre Heimat verloren. (Credit: Thana Faroq/CARE)

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