Seit 18:07 Uhr Wortwechsel
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 18:07 Uhr Wortwechsel
 
 

Literatur / Archiv | Beitrag vom 27.11.2012

"Kommt uns nicht mit Fertigem"

Ein Lyrikabend in der Ostberliner Akademie der Künste und seine Folgen

Von Johannes Kirsten

Initialzündung für eine Bewegung (Stock.XCHNG / Elena Buetler)
Initialzündung für eine Bewegung (Stock.XCHNG / Elena Buetler)

Ein Jahr nach dem Bau der Mauer rief der Dichter Stephan Hermlin im Namen der DDR-Akademie der Künste junge Leute dazu auf, unveröffentlichte Gedichte einzusenden. Die Aktion wurde zur Initialzündung für eine Bewegung, die als "Lyrik-Welle" in die Literaturgeschichte eingehen sollte.

Der Dichter Stephan Hermlin hat im Herbst 1962 - ein gutes Jahr nach dem Mauerbau - im Namen der DDR-Akademie der Künste junge Leute aufgerufen, unveröffentlichte Gedichte einzusenden. Unter dem Titel "Junge Lyrik - unbekannt und unveröffentlicht" fand daraufhin im Dezember in der Akademie am Berliner Robert-Koch-Platz ein einmaliger Lyrikabend statt. Er wurde zur Initialzündung für eine Bewegung, die dieser Gattung in den folgenden Jahren eine ungeahnte Aufmerksamkeit einräumte und als "Lyrik-Welle" in die Literaturgeschichte eingegangen ist.

Aus einer Flut von Zuschriften wählte Stephan Hermlin 63 Gedichte aus und lud die angehenden Dichter in die Akademie ein, darunter Rainer und Sarah Kirsch, Wolf Biermann und Volker Braun. Ein ganz neuer Ton hielt Einzug in die Institution und in die Literatur. Nach der Lesung eröffnete Hermlin eine Diskussion, die in den Archiven der Akademie aufbewahrt ist. Überraschend waren Freizügigkeit und Leidenschaft, mit der hier gestritten wurde. Dies blieb für einige Beteiligte nicht ohne Folgen, aber der Keim war gelegt und der Siegeszug der Autoren, von denen einige zu den bedeutendsten deutschsprachigen Lyrikern zählen, nicht mehr aufzuhalten.

Manuskript zur Sendung als PDF-Dokument oder im barrierefreien Textformat

Literatur

Oswald EggerBerliner Rede zur Poesie
(picture alliance / dpa / Rolf Haid)

25 Jahre Literaturwerkstatt Berlin – das war Anlass zu einem Festakt am 12. September. Doch künftig wird die Literaturwerkstatt Berlin "Haus für Poesie" heißen und jährlich eine Rede zur Poesie ausloben: Oswald Egger läutete die neue Zeit ein.Mehr

Buchcover lesenTaschenbücher der 1950er-Jahre
Der SPD-Politiker Reinhard Klimmt in seiner Saarbrücker Wohnung, aufgenommen am 29.7.2002. Der ehemalige Bundesverkehrsminister und frühere saarländische Ministerpräsident ist leidenschaftlicher Sammler afrikanischer Kunst und von Büchern. | (picture-alliance / dpa / Becker & Bredel)

Als letzte große Buchmarktinnovation vor dem E-Book prägte das Taschenbuch die Kulturgeschichte der Nachkriegszeit. Es wurde gering geschätzt als billige Massenkultur, demokratisierte jedoch den Zugang zu Literatur und Wissen.Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur