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Filme der Woche / Archiv | Beitrag vom 18.12.2013

KinderfilmAbenteuer in den Alpen

Kinderfilm "Belle & Sebastian" zeigt eine beeindruckende Tierfreundschaft

Von Hans-Ulrich Pönack

Der Regisseur Nicolas Vanier mit dem Hund, einem der Stars seines Films, und einigen Kindern bei einem Filmfestival in Rom. (dpa/picture alliance)
Der Regisseur Nicolas Vanier mit dem Hund, einem der Stars seines Films, und einigen Kindern bei einem Filmfestival in Rom. (dpa/picture alliance)

Nicolas Vaniers neuer Film "Belle & Sebastian" zeigt einen Waisenjungen, der mitten im Zweiten Weltkrieg Freundschaft mit einer vermeintlichen Hunde-Bestie schließt. Die Geschichte spielt vor der atemberaubenden Kulisse der französischen Alpen.

Mit zwei spielerischen Naturfilmen hat sich der 51-jährige französische Abenteurer, Schriftsteller und Filmemacher Nicolas Vanier  auch hierzulande einen guten Ruf erworben: "Der Junge und der Wolf" (2009) und "Der letzte Trapper“ von 2004. Sein dritter Spielfilm basiert auf einem populären Roman der französischen Schauspielerin, Autorin und TV-Regisseurin Cécile Aubry (1928 – 2010), den sie in der 1960er Jahren veröffentlichte und dann auch als TV-Serie selbst verfilmte, dessen Folgen auch bei uns in der ARD (gekürzt) und im DDR-Fernsehen liefen. Zwischen 1965 und 1972 erschienen insgesamt sechs Bücher der "Belle und Sebastian"-Reihe, 3 auch auf deutsch.

Für seinen Film verlegte Nicolas Vanier die Handlung in das Jahr 1943. Wir befinden uns in einem atemberaubend schönen Landschaftsgebiet, mitten in den französischen Alpen, in der Nähe zur Schweizer Grenze. Die einzigartige Natur und das unglaublich eindrucksvolle Landschaftspanorama, alles wäre hier im passenden Einklang, wenn nicht "Erwachsene" zuviel "kaputt" machten. Das bemerkt der kleine Waisenjunge und selbstbewusste Einzelgänger Sebastian. Eine Hunde-Bestie, verdorben durch den sadistischen Vorbesitzer und "nicht mehr zu heilen", soll in der Gegend wildern.

Gefahr durch Nazis und Jäger

Als der Bengel auf das "Untier" trifft, begegnet ihm ein völlig friedfertiger großer weißer Hund, den er Belle nennt und mit dem er sich anfreundet. Was den Alten natürlich überhaupt nicht gefällt. Zugleich haben sich in dieser Zeit hier Nazi-Deutsche niedergelassen, um Jagd auf jüdische Mitbürger zu machen, die von Einheimischen über die Grenze zur Schweiz gebracht werden. Für Sebastian ist doppelter Stress angesagt.

Einerseits will er seinen tierischen Kumpel vor den Attacken der Jäger beschützen, andererseits wird er mit Belle in die düsteren Ereignisse des kriegerischen Zeitgeschehens mit hineingezogen. Ungewöhnlich diese menschlich-tierische Abenteuergeschichte. Ein Kind besitzt viel Herz und noch mehr Mut, um einen harmlosen Hund vor den Attacken der Dorfgemeinschaft zu schützen. Ein Kind beginnt, die alles andere als "heile Welt" um sich herum zu begreifen und zu werten.

"Belle & Sebastian" ist ein emotionaler Denk- und Frage-Film für Kinder. Die hier nicht nur mit einer lieblich-spannenden Tierfreundschaftsgeschichte "bedient" werden, sondern auch etwas von der  widerwärtiger Unmenschlichkeit Erwachsener inmitten eines grauenvoll normalen Alltagsgeschehens anno 1943 mitbekommen. "Belle & Sebastian" ist ein emanzipierter, beeindruckender und spannungsvoller Kinderfilm.

"Belle & Sebastian"
Regie: Nicolas Vanier
Darsteller: Félix Bossuet, Tschéky Karyo, Margaux Chatelier
Länge: 94 Minuten

 

Mehr zum Thema:
04.01.2006 | Kritik | Archiv
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"Der letzte Trapper", "Der Herr der Diebe"

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