Seit 00:05 Uhr Freispiel
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 00:05 Uhr Freispiel
 
 

Fazit / Archiv | Beitrag vom 07.08.2013

Insolvenz-Bevollmächtigter: Suhrkamp soll eine literarische Institution bleiben

Frank Kebekus sieht Verlag auf einem guten Weg

Verlagszentrale von Suhrkamp (picture alliance / dpa / Paul Zinken)
Verlagszentrale von Suhrkamp (picture alliance / dpa / Paul Zinken)

Der Generalbevollmächtigte für das Insolvenzverfahren beim Suhrkamp Verlag, Frank Kebekus, sieht den Verlag durch das Insolvenzverfahren und die vom Gericht angeordnete Eigenverwaltung auf einem guten Weg.

Ziel sei es, das Unternehmen als "literarische Institution" so aufzustellen, "dass die Mitarbeiter, die Autoren und die Leserschaft auch in den nächsten Jahrzehnten hier einen tollen Verlag vorfinden", sagte Kebekus. Die jetzige Insolvenzeröffnung sei ein wichtiger Schritt dahin. "Ich glaube, das kann auf dem Weg der Rekonstruktion gar nicht überschätzt werden", so der Jurist.

Das Insolvenzverfahren sei kein Wunschkonzert. Aber durch die beabsichtigte Umwandlung von einer Kommanditgesellschaft in eine Aktiengesellschaft habe die Geschäftsleitung nun die Möglichkeit, ohne Einmischung und ohne den Gesellschafterstreit, der zum Teil zur Paralysierung der Leitung geführt habe, das Unternehmen zu lenken. Außerdem habe das Gericht auf einstimmigen Wunsch des Gläubigerausschusses die sogenannte "Eigenverwaltung" angeordnet. Das bedeute, dass die alte Geschäftsführung im Amt bleiben könne und nicht wie üblicherweise bei einer Insolvenz ein Verwalter das Zepter übernehme.

Gesellschafter Barlach soll nicht aus Verlag gedrängt werden

Kebekus wehrte sich gegen den Eindruck, das Unternehmen wolle den Minderheitsgesellschafter Barlach aus dem Verlag drängen. "Das war und ist nicht beabsichtigt gewesen", so der Anwalt. Bei der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft behalte Barlachs Holding ihre Anteile von 39 Prozent und die Familienstiftung ihre 61 Prozent. "Wertmäßig sind die Aktien wahrscheinlich gar nicht weniger wert als bisher die Kommanditanteile, nur sie bieten nicht mehr so viel Einfluss auf das operative Tagesgeschäft. Und das ist auch gut so", so Kebekus.


Sie können das vollständige Gespräch mit Frank Kebekus mindestens bis zum 08.01.2014 in unserem Audio-on-Demand-Angebot hören. MP3-Audio

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsWer stiehlt den Karnevalisten die Show?
NPD, AfD, Pegida, Neonazis, Salafisten als demokratiefressende Krake: Motivwagen beim Kölner Rosenmontagsumzug. (dpa/picture alliance/Oliver Berg)

Die "FAS" sorgt sich um den Karneval. Schuld am Niedergang dieses Kulturguts sei die AfD: "Falsche Biedermänner wie Alexander Gauland, Funkenmariechen wie Frauke Petry oder ein entlaufener Steißtrommler wie Björn Höcke sorgen jetzt für ganzjähriges Narrentreiben."Mehr

weitere Beiträge

Fazit

Toshiki Okada in MünchenJapans unerlöste Seelen
Der japanische Dramatiker und Bühnenregisseur Toshiki Okada  (picture alliance / dpa)

Eine moderne Version des klassischen japanischen Nô-Theaters präsentiert Toshiki Okada an den Münchner Kammerspielen: Das Stück porträtiert eine Gesellschaft in Agonie, gezeichnet von demografischem Wandel und einer bis heute andauernden Finanzkrise.Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur